Rückschläge zur Unzeit

Kurz vor den Australian Open knickt Alexander Zverev im Training um. Angelique Kerber muss im Viertelfinale von Sydney die erste Saisonniederlage hinnehmen.
  • Enttäuschung im Viertelfinale von Sydney: Angelique Kerber kassierte gestern die erste Niederlage des Jahres. Foto: Dan Himbrechts/dpa

Der Härtetest für den lädierten Oberschenkel endete auf dem blauen Boden der Margaret Court Arena. Anderthalb Stunden hatte Alexander Zverev sich selbst und den Zuschauern beim öffentlichen Training bewiesen, dass er bereit ist für die Australian Open. Dann ereilte den deutschen Hoffnungsträger der nächste Rückschlag. Eine Verletzung am linken Fuß trübt Zverevs Aussichten in Melbourne.

Einen kleinen Dämpfer vor dem Start des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres, das am Montag beginnt und am 27. Januar endet, musste wenig später auch Angelique Kerber hinnehmen. Im Viertelfinale des WTA-Turniers in Sydney unterlag die Wimbledonsiegerin gegen die Tschechin Petra Kvitova 4:6, 1:6 und kassierte damit ihre erste Niederlage des Jahres. Bei den Australian Open, die sie 2016 gewonnen hatte, gehört Kerber aber dennoch weiter zu den Titelanwärterinnen – wie eigentlich auch Zverev.

Der jedoch hielt sich nun mit schmerzverzerrtem Gesicht den lädierten Knöchel. Über ihn gebeugt schaute Ivan Lendl zwar gewohnt ausdruckslos drein, doch auch dem Supercoach dürfte in diesem Moment klar geworden sein, dass die Vorbereitung auf den ersten Saisonhöhepunkt für seinen Schützling alles andere als optimal verläuft. Seinen Start beim Einladungsturnier in Adelaide hatte Zverev wegen einer Zerrung abgesagt, in Melbourne knickte er unglücklich um.

Wie schwer die Verletzung ist, war zunächst nicht ersichtlich, nach zwei weiteren Ballwechseln brach Zverev das Übungsmatch gegen den Australier Marc Polmans jedoch ab und humpelte vom Court. Seine Mutter Irina wirkte in den Katakomben des Stadions aber gelassen.

Noch bleibt dem 21-Jährigen Zeit bis zu seinem Auftaktmatch am Dienstag gegen den Slowenen Aljaz Bedene. Bis zu seinem Malheur beim Stand von 4:1 gegen Polmans, die Nummer 180 der Weltrangliste, spielte Zverev souverän auf. Gegen Polmans‘ Landsmann Jason Kubler gewann er 6:2.

Titelverteidiger Roger Federer aus der Schweiz und der Weltranglistenerste Novak Djokovic aus Serbien gelten auch in Melbourne wieder als große Favoriten, Zverev kann sie nur im Vollbesitz seiner Kräfte bezwingen. Wenige Tage vor dem Turnierbeginn ist jedoch unklar, ob der Hamburger völlig gesund an den Start gehen kann.

Etwas kraftlos hatte auch Kerber gewirkt, als sie gegen Kvitova nach einer zweimaligen Regenunterbrechung und eigentlich gutem Beginn plötzlich völlig den Faden verlor. In Melbourne trifft sie in Runde eins in der kommenden Woche auf Polona Hercog aus Slowenien. Im Achtelfinale könnte ihre Fed-Cup-Kollegin Julia Görges (Bad Oldesloe) warten, die nach ihrem Triumph in Auckland/Neuseeland in dieser Woche pausiert.

Gute neue Nachrichten gab es dagegen aus dem Auckland: Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Jan-Lennard Struff (Warstein) erreichten dort das Halbfinale. Routinier Kohlschreiber, 35, ließ dem an Position zwei gesetzten Italiener Fabio Fognini beim 6:3, 6:1 kaum eine Chance. Struff, 28, verwandelte beim spannenden 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (9:7) gegen Pablo Carreno Busta (Spanien) seinen sechsten Matchball. sid
© Südwest Presse 11.01.2019 07:46
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