Schmerzfreier Abflug in die Leitplanken

Der erste virtuelle Grand Prix 1 endet mit einigem Chaos – und Nico Hülkenberg verpasst wieder mal das Podium.
  • Das Podium klar verpasst: Nico Hülkenberg. Foto: S. Grits/dpa
Die Zahl der echten Piloten aus der realen Königsklasse war überschaubar, dazu technische Probleme. Ein gut gelaunter Deutscher und jede Menge Action auf der „Strecke“ sorgen aber für Unterhaltung beim ersten virtuellen Formel-1-Grand-Prix. Gleich beim Start erwischt es Nico Hülkenberg. Der 32 Jahre alte Rheinländer war etwas zu forsch: Abflug im rosa Rennwagen. Hülkenberg kracht mit dem Racing Point in die Leitplanken. Aber: Weiter geht‘s. Kein Safety-Car, keine allzu großen Schäden am Auto trotz des heftigen Einschlags.

Denn dieser Große Preis von Bahrain ist eben rein virtuell. Der erste einer neuen Formel-1-Serie, die auf die Absagen aller Grand Prix bis mindestens Mitte Juni (siehe Extra-Meldung) wegen Corona reagiert hat. Was hier zählt, ist der Spaßfaktor. „Sekt oder Selters“, meinte Hülkenberg – per Telefon ins Studio geschaltet – vorab zur Strategie. Platz zehn nach Startrang fünf wurde es, den Schampus durfte sich der Chinese Guanyu Zhou gönnen, 20 Jahre alter Formel-2-Pilot, der ordentlich im Renault-Rennanzug und mit Helm Platz nahm.

„Ziemlich viel Drama“, attestierte der britsche „Independent“ dem Auftaktrennen. „Es war alles ein bisschen verrückt“, schrieb das Onlineportal motorsportmonday.com. Der Kurs wie beim echten abendlichen Rennen in der Wüste von Sakhir hell erleuchtet durch Flutlicht, die Boliden in Lackierungen von Mercedes, Red Bull oder auch Ferrari. Nur von den aktuellen Piloten der Motorsport-Königsklasse waren lediglich Nicholas Latifi aus Kanada von Williams und Lando Norris aus Großbritannien von McLaren vertreten. Ausgerechnet Norris hatte dann auch noch mit technischen Problemen zu kämpfen und konnte an der 18-minütigen Qualifikation zum Missfallen der Norris-Fans von den weit über 100 000 Zuschauern allein bei Youtube gar nicht antreten.

Weil die technischen Schwierigkeiten auch virtuell nicht so schnell zu beheben waren, musste das Rennen später gestartet werden, und weil es einen Zeitrahmen gab, wurde der Bahrain-Grand-Prix noch mal von 28 auf 14 Runden gekürzt. dpa
© Südwest Presse 24.03.2020 07:45
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