Kommentar Sebastian Schmid zum WM-Abschneiden der Basketballer

Talent alleine reicht nicht

  • Sebastian Schmid Foto: Volkmar Könneke Foto: Volkmar Könneke
Deutschland hat sich mit Platz 18 bei der Basketball-WM die Teilnahme an einem der Olympia-Qualiturniere gesichert. Mit dem Erreichen des Minimalziels ist der vielzitierte versöhnliche Abschluss geglückt. Er kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass im deutschen Basketball mehr im Argen liegt, als vor dem Turnier angenommen.

Deshalb muss alles hinterfragt werden – auch Bundestrainer Henrik Rödl. Vor allem aber muss die Anführer-Rolle von Dennis Schröder geklärt werden. Dazu gehört, zu überlegen, wie er entlastet werden kann. Denn die Verantwortung lag zu häufig in seinen Händen, was auch daran liegt, dass ein Großteil der Nationalspieler in ihren Klubs nicht diejenigen sind, die in kritischen Phasen die Entscheidungen treffen. Wer sonst nur Rollenspieler ist, tut sich schwer, bei einer WM plötzlich Verantwortung zu übernehmen.

Eine Lösung für diese Dilemma zu finden, ist eigentlich Aufgabe des DBB und der Klubs – doch die werden den deutschen Spielern nicht mehr Einsatzzeiten geben, nur weil Deutschland schlecht abgeschnitten hat. Am Ende können wohl nur die Akteure selbst die Situation ändern, indem sie mit starken Leistungen für die entscheidenden Phasen empfehlen. Das vielgepriesene Talent im Kader hat auf jeden Fall nicht ausgereicht, um mit den Topnationen mitzuhalten. Nun müssen neue Ideen her.
© Südwest Presse 10.09.2019 07:45
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