Querpass

Trainer erlebt blaues Wunder

  • über die Bedeutung der Farbenlehre im Fußball Katrin Stahl Foto: Jacqueline Schuon
Lange liegt er zurück, der ungeliebte Kunstunterricht in der Schule. Hätten wir damals etwas besser aufgepasst, hätten wir bestimmt vom Begriff der Farbenlehre gehört. Unwichtig? Ganz und gar nicht. Schließlich kann ein leichtfertiger Umgang mit Komplementärfarben in manchen Fällen sogar zu einem waschechten sportlichen Konflikt führen. So geschehen im Südwesten Chinas.

Genauer gesagt: beim Fußball-Club Sichuan Jiuniu. Im Abstiegskampf hatte der Zweitligist nur eine der zurückliegenden zehn Partien gewonnen. Da das Team während dieses einzigen Siegs das blaue Auswärtstrikot anstatt des traditionellen gelben Mannschafts-Jerseys trug, war der Aberglaube des Trainers Li Yi geweckt. Frei nach dem Motto „Blau, blau, blau sind alle meine Trikots…“ sprach sich der Coach für einen grundsätzlichen Leibchen-Farbwechsel aus – und erlebte direkt sein blaues Wunder.

Für seinen ungebührlichen Vorschlag wurde Yi von seinem Klub für eine Woche suspendiert. Er muss einen Monatslohn Strafe zahlen. Außerdem verdonnerte man den Coach dazu, die „glorreiche Klubgeschichte“ sowie die immense Bedeutung der Farbe Gelb für den Klub zu studieren. Ob Abstieg oder nicht: In Zukunft wird der Trainer wohl etwas vorsichtiger bei seiner Farbwahl sein – und beim Kunstunterricht ein wenig besser aufpassen. Im gelben Trikot, versteht sich.
© Südwest Presse 16.10.2020 07:45
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