Training daheim in der Garage

Der deutsche Star Dimitrij Ovtcharov fühlt sich mit seinen 31 Jahren an seine Jugendzeit an der Platte erinnert.
  • Macht sich aktuell einige Sorgen: Tischtennis-Profi Dimitrij Ovtcharov. Foto: Laurent Gillieron
Zurück zu den Wurzeln in Zeiten der Corona-Pandemie: Tischtennis-Profi Dimitrij Ovtcharov hält sich nach der Sperrung der Sportstätten momentan daheim in der elterlichen Garage fit. „Es ist extrem hart, sechs Stunden täglich zu trainieren, wenn man nicht mal weiß, wann man das nächste Mal spielt“, sagte der Weltranglisten-Elfte jetzt. „Für mich als Sportler wäre es wichtig, ein Ziel zu sehen, auf das ich hinarbeite“, so der 31-jährige Ovtcharov weiter.

Dass die Olympischen Sommerspiele in Tokio verschoben werden, ist jetzt immerhin beschlossene Sache. Dass sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) für die Bekanntgabe der Entscheidung selbst zunächst eine Vier-Wochen-Frist einräumte, stieß bei Ovtcharov auf Verständnis: „Eine Verlegung stelle ich mir schwierig vor, deshalb kann ich auch nachvollziehen, dass sich das IOC eine Frist gesetzt hatte, um eine finale Entscheidung zu treffen. Nun wissen die Sportler, woran sie sind.“

Zum Einkaufen geht Dimitrij Ovtcharov, der mit seiner Frau und seiner Tochter derzeit bei den Eltern in Springe bei Hannover wohnt, nur mit Mundschutz und hat zudem Desinfektionsmittel dabei. „In Asien, wo ich oft bin, war das schon vor der Coronakrise gang und gäbe“, so der Profi des russischen Topklubs Fakel Orenburg.

Besonders um seine Eltern und Schwiegereltern macht sich Ovtcharov wegen des Virus große Sorgen: „Das sind für viele Menschen verdammt harte Zeiten.“

Auch seine berufliche Situation bereitet ihm Kopfzerbrechen. „Orenburg ist mein Hauptarbeitgeber, meine absolute Haupteinnahmequelle; die Sorge, dass der Verein darunter leidet und dass es Konsequenzen hat, ist da“, betonte Ovtcharov ganz unumwunden. „Je mehr man sich mit dem Virus beschäftigt, desto mehr Sorgen und Angst kriegt man“, sagte er weiter – und hofft nun darauf, dass die Maßnahmen in Deutschland zu einer Verbesserung der Lage führen. sid
© Südwest Presse 26.03.2020 07:45
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