70 Minuten lang neben der Spur

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Bayern Alzenau obenauf, der VfR Aalen am Boden: Nach einer über weite Strecken schwachen Leistung kassierten die Ostälbler mit Kevin Hoffmann (rechts) am Sonntagnachmittag die dritte Niederlage in Folge. Am Ende stand's 1:2 in der mit 464 Zuschauern ausverkauften Ostalb-Arena.
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Dritte Niederlage in Folge: Der VfR Aalen spielt über weite Strecken leidenschaftslos und verliert gegen den FC Bayern Alzenau mit 1:2 (0:1). Toni Vastic' Treffer kommt zu spät.

Kai Merk hatte eine exklusive Sichtweise zum Spiel. Der Stürmer des VfR Aalen sprach nach dem verdienten 1:2 (0:1) gegen den FC Bayern Alzenau von einer "guten Leistung" und davon, dass die Mannschaft nach den beiden Niederlagen zuvor "eine Reaktion gezeigt hat". Selbst bei Roland Seitz kamen angesichts dieser (Fehl-)Einschätzung ernsthafte Zweifel auf.

"Ich muss ihn zum einen erstmal fragen, ob er das wirklich gesagt hat, und zum anderen kann er nur die Schlussphase gemeint haben – dass wir nicht aufgegeben haben", sagte der Trainer.

Wenn man dem zweiten Heimspiel etwas Positives abgewinnen kann, dann sind es in der Tat diese Schlussminuten, in denen der VfR Aalen plötzlich wieder im Spiel war. Nach Vorarbeit von Andreas Knipfer köpft Toni Vastic zuerst das 1:2 (87.). Nur 60 Sekunden später dringt Knipfer in den Strafraum ein, passt aber ins Leere (88.). Und in der 90. Minute fehlen bei einer Direktabnahme des eingewechselten Ouadie Barini nur wenige Zentimeter zum 2:2 (90.). "Es ist ärgerlich, dass wir zum Schluss den Ausgleich hätten machen können", sagte Seitz. Wohl wissend, dass "dieser nicht verdient gewesen wäre".

Unverdient deshalb, weil der VfR Aalen davor gut 70 Minuten einen erschreckend schwachen Auftritt abgeliefert hat. Von der Lauf- und Kampfbereitschaft beim Saisonauftakt gegen Steinbach Haiger (1:0) war wenig zu sehen. Die Schwarz-Weißen traten nicht als Team auf, und einzelne Profis fehlte gar die nötige Leidenschaft. "Wenn du nach 60, 70 Minuten erst anfängst zu kämpfen und Fußball zu spielen, dann ist die Messe gelesen ...", kritisierte auch Seitz.

Nachdem Tim Grupp (krank), Jan Holldack (Aufbautraining) und Gino Windmüller (Zerrung) kurzfristig ausgefallen waren, musste Seitz umbauen. Und dann passierte das, was der VfR unbedingt vermeiden wollte: ein frühes Gegentor. Einen Pass von Aret Demir ließ Nils Fischer durch, und Jihad Bouthakrit hatte freie Bahn. Keeper Daniel Bernhardt war chancenlos – 0:1 (8.). Sekunden nach dem Anspiel lag der Ball erneut im Aalener Tor, weil Kevin Hoffmann den Ball verlor – doch Fischer stand im Abseits (9.). Alzenau war die tonangebende Mannschaft. Bernhardt war zuerst gegen Fischer hellwach (14.), und auch gegen Bouthakrit reagierte der Kapitän glänzend (15.). Auf der anderen Seite versuchte es Dijon Ramaj, doch dem Offensivspieler gelang an diesem Nachmittag überhaupt nichts. Ganz anders die Gäste: Maximilian Brauburger scheiterte freistehend am erneut herausragenden Bernhardt (38.). Und Besmir Haliti setzte seinen Kopfball knapp übers Tor (39.). Und der VfR? Der hatte mit dem Halbzeitpfiff seine erste Chance. Alessandro Abruscias Schuss strich knapp vorbei (45.).

Der Ausgleich wäre nicht verdient gewesen.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Dass es nur 0:1 stand, sei "Thema in der Halbzeitpause gewesen", sagte Seitz. Doch das Vorhaben, das Spiel in den zweiten 45 Minuten zu drehen, war nach 77 Sekunden nach Wiederanpfiff zunichte gemacht. Weil Oliver Oschkenat nicht aufpasste kam Brauburger frei vor Bernhardt zum Schuss – 0:2 (47.). Der VfR brauchte eine Weile, bis er sich von diesem Schock erholt hatte, und doch schafften es die Ostälbler, sich noch einmal zusammenzureißen. Hoffmann (70.) und Vastic (76.) hatten zwei Möglichkeiten durch Standards, ehe die Seitz-Elf in der Schlussphase vollends aufwachte. Zu mehr als dem 1:2-Anschlusstreffer reichte es aber nicht mehr.

Bereits am Freitagabend geht's zum Aufstiegsfavoriten SSV Ulm 1846. Nochmal solch schläfrige 70 Minuten kann sich der VfR Aalen da nicht erlauben.

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