Auf die Führung folgen Dummheiten

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Die erste "Dummheit", wie Trainer Roland Seitz hinterher befand: Kapitän Jonas Fedl feiert seinen Treffer zum 1:1, nachdem er im Strafraum völlig unbedrängt einköpfen konnte. Der VfR Aalen musste sich am Ende dem FSV Mainz 05 U23 mit 1:2 geschlagen geben.
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Der VfR Aalen macht unnötige Fehler und verliert gegen den FSV Mainz 05 II mit 1:2 (1:1). Jordan Brown fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. "Das geht einfach nicht", sagt Roland Seitz.

Roland Seitz benutzt immer wieder dasselbe Wort: "dumm". Das Gegentor zum 1:1 sei "dumm" gewesen, sagt der Trainer. Die gelb-rote Karte ebenso "dumm". Und weil bei einem nicht gegebenen Elfmeter noch Pech hinzu kam, stand am Ende eine überflüssige Niederlage: Der VfR Aalen unterlag dem FSV Mainz 05 II trotz einer 1:0-Führung mit 1:2 (1:1) und muss jetzt wieder den Blick auf die Abstiegsränge richten.

Daniel Bernhardt schlug vor Wut in den Schnee, Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf verschwand sofort in den Katakomben, und auch die anderen Profis verließen mit hängenden Köpfen den Platz in der Ostalb-Arena. Wieder einmal hat der VfR Aalen unnötig Punkte verschenkt, und wieder einmal haben es sich die Ostälbler selbst zuzuschreiben, weil sie sich teilweise dilettantisch angestellt haben.

Dabei begann das Spiel ganz nach dem Geschmack von Seitz: mit einer frühen Führung. Die Stadionuhr zeigte 3:43 Minuten an, als der Ball im Netz zappelte. Nikita Marusenko zieht aus 18 Metern ab, Jordan Brown stoppt den Ball im Zentrum, legt nach hinten ab, und Leon Volz trifft aus knapp 16 Metern zum 1:0. Der VfR Aalen war von Anfang an drin im Spiel, attackierte den Gegner früh und zwang diesen zu Fehlern. Nach einem Traumpass von Alessandro Abruscia war es erneut Volz, der völlig frei vor Marius Liesegang auftauchte, den Ball aber dem Keeper in die Beine schob (13.). "Das muss das 2:0 sein ...", ärgert sich der Trainer. Aalen blieb weiter dominant, beherrschte das Spiel und ließ in der Defensive kaum etwas zu. Es dauerte bis zur 38. Minute, ehe Daniel Bernhardt erstmals eingreifen musste. Einen 16-Meter-Schuss von Romario Rösch klärte der Keeper mit der Faust zur Ecke (38.). Aus dieser resultierte der erste Mainzer Kopfballtreffer, der allerdings wegen eines Foulspiels nicht zählte (39.). Vier Minuten später exakt dieselbe Situation: Wieder gab's die Ecke von rechts, und in der Mitte darf Jonas Fedl köpfen, weil Oliver Oschkenat seinen zugeteilten Gegenspieler sträflich alleine lässt – 1:1 (43.). Es ist die von Seitz angesprochene erste Dummheit.

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Aufreger. Leon Volz spitzelte im Strafraum den Ball an Nils Gans vorbei, der den Aalener leicht touchiert und zu Fall bringt (51.).

Trotz Protesten kein Elfmeter

Gegen Hoffenheim zählt nur ein Dreier.

Michael Weißkopf Präsidiumsmitglied des VfR Aalen

Schiedsrichter Felix Berger entschied auf weiterspielen. Was folgten, waren heftige Proteste, und die gab's durchaus zurecht. Denn die Mainzer hätten sich nicht beschweren können, wenn der Unparteiische auf den Punkt gezeigt hätte. Sieben Minuten später gab's dafür einen Pfiff, und der hatte für den VfR Aalen Folgen. Weil sich Jordan Brown in der gegnerischen Hälfte ein völlig überflüssiges Foul leistete, gab's Gelb. Es war die zweite Karte für den Stürmer, der deshalb mit Gelb-Rot vom Platz musste (58.). Wie schon zuvor gegen Pirmasens waren die Ostälbler erneut in Unterzahl. Für Seitz die "Dummheit" Nummer zwei. Und: "Das geht einfach nicht!" Mainz erhöhte nun die Schlagzahl. Und kam plötzlich zu guten Gelegenheiten. Innerhalb von 60 Sekunden verhinderte Daniel Bernhardt mit zwei Großtaten das 1:2 (66./ 67.). Als dann aber Simon Brandstetter im Strafraum Kolja Herrmann vernaschte und auch Oschkenat zu spät kam, war Bernhardt chancenlos – 1:2 (76.). Aalen warf nun alles nach vorne, um die Niederlage zu verhindern, klare Chancen gab's aber keine mehr.

Einen von neun möglichen Punkten hat der VfR Aalen damit in der Englischen Woche geholt und zudem Daniel Stanese und Jordan Brown durch Platzverweise verloren. "Gegen Hoffenheim II zählt jetzt nichts anderes als ein Dreier", stellt Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf klar.

Dazu müssen die Aalener aber vor allem eines: sich schlauer anstellen.

Mehr Bilder gibt es unter www.tagespost.de.

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