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Auf die wenigen Führungsspieler kommt's beim VfR Aalen an 

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Alexander Haag
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Alexander Haag über den Leistungsstand des VfR Aalen eine Woche vor dem Rundenstart.

Ein Trainer, der viel Optimismus verbreitet. Fans, die ungewohnt skeptisch sind. Und eine Mannschaft, die in der Vorbereitung fast ausschließlich gegen unterklassige Gegner gespielt und da zu wenig überzeugt hat. Eine Woche vor dem Ligastart stellt sich die Frage: Wo steht der VfR Aalen? Selten zuvor war es so schwer, diese Frage zuverlässig zu beantworten. Tatsache ist: Die wieder einmal neuformierte Mannschaft mit ihrem neuen Trainer Tobias Cramer ist nicht bei 100 Prozent.

Die größte Baustelle ist die Offensive. Dass der VfR Aalen das Fehlen von Benjamin Kindsvater und Top-Torjäger Steffen Kienle nicht kompensieren kann, hat sich in den Testspielen gezeigt. Paolo Maiella ist bislang keine Verstärkung. Jonas Arcalean ist zu wenig torgefährlich, und auch Neuzugang Levin Kundruweit hat nur einmal seine Kaltschnäuzigkeit gezeigt - gegen einen Kreisligisten. Ein weiteres Manko: Dem VfR Aalen fehlt noch die Dominanz und spielerische Klasse. Beispielsweise in Dorfmerkingen, als teilweise kein Ligaunterschied sichtbar war.

Das allerdings kann dem noch andauernden Lernprozess nach dem erneuten Umbruch geschuldet sein. Denn die individuelle Klasse ist da. Mit Spielern wie Alessandro Abruscia oder Sascha Korb. Aber auch den Neuzugängen Vico Meien und Stefan Wächter. Vieles wird davon abhängen, wie diese Leistungsträger dauerhaft funktionieren. Wie sie in der Lage sind, gemeinsam mit Ali Odabas die junge Garde zu führen. Denn die braucht Rückendeckung. Hat sie die, können Typen wie Mark Müller, Sean Seitz, Holger Bux, Eduard Heckmann oder Tim Schmidt mit ihrer Unbekümmertheit glänzen und mithelfen, dass ein Platz im Mittelfeld drin ist. Sind die Jungspunde allerdings auf sich alleine gestellt, droht dem VfR Aalen der Abstiegskampf. Dort könnte die unerfahrene Rasselbande mit ihren 22,92 Jahren Altersdurchschnitt schnell an ihre Grenzen stoßen.

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