Der VfR Aalen kämpft vergebens um den ersten Sieg des Jahres

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Steffen Kienle (VfR Aalen, #23) im Zweikampf mit Jonas Singer (TSV Steinbach Haiger, #23), VFR Aalen vs. TSV Steinbach Haiger, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 05.03.2022 EIBNER/Michael Schmidt
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Die Rohrwangelf verliert trotz engagierter Leistung gegen den Favoriten Steinbach Haiger 0:2 und ist der Abstiegszone bedrohlich nahe.

Aalen.

Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Der VfR Aalen verlor jedoch sein Heimspiel am Samstag gegen den TSV Steinbach Haiger 0:2. Während die Gäste nach nunmehr zwölf Spielen in Serie ohne Niederlage Tabellenführer FSV Mainz 95 II - der sein Spitzenspiel am Freitag gegen Verfolger Elversberg 0:2 verloren hat - weiter auf die Pelle rückten, muss der VfR Aalen weiter auf seinen ersten Sieg im Jahr 2022 warten und den bangen Blick nach unten richten. Nur drei Zähler beträgt der Abstand zur Abstiegszone. Am Freitag geht's zum Abstiegskampf nach Großaspach.

Es war ein verhängnisvoller Abwehrschnitzer, der die Aalener in der 38. Minute am Samstag gegen die Hessen mit 0:1 in Rückstand brachte. Paul Stock, der später zum Doppeltorschützen und Matchwinner avancierte, nutzte die Orientierungslosigkeit in der VfR-Hintermannschaft nach einer langen Flanke eiskalt zur Führung Haigers genau in der Phase, in der der VfR Aalen sich wieder gut in die Partie eingefunden hatte.

Keine fünf Minuten waren gespielt, da segelte eine von Dennis Chessa hereingegebene Ecke durch Freund und Feind hindurch nur knapp am Tor vorbei. Der Ex-Aalener zählte auch in der Folgezeit zu den auffälligsten Gästeakteuren - mit einer Riesenchance.

Doch es war zunächst der VfR Aalen, der besser im Spiel war, allerdings ohne ernsthafte Tormöglichkeiten kreieren zu können. Dass Steinbach Haiger zunehmend das Geschehen an sich riss, schien nicht zum Nachteil der Aalener zu sein. Denn plötzlich öffneten sich den VfR-Akteuren Räume für schnelle Tempogegenstöße. Alessandro Abruscia versuchte es zunächst noch aus der Distanz (26. Minute). Als er nach einer kurzen Ecke fünf Minuten später wieder an den Ball kam und aus 16 Metern abzog, konnte Haiger-Keeper Markus Scholz den Gewaltschuss gerade noch über die Latte lenken. Daniel Elfadli setzte in der 35. Minute das Leder knapp neben den Kasten.

Zu diesem Zeitpunkt allerdings hätten die Gäste bereits führen müssen. Dennis Chessa war es, der in der 20. Minute freistehend vor dem leeren VfR-Gehäuse den Ball an Pfosten anstatt ins Tor schoss.

Das machte sein Stürmerkollege Paul Stock in der 38. Minute besser, als er nach einem langen Ball eine Desorientiertheit in der VfR-Abwehr zur 1:0-Führung der Gäste nutzte.

VfR-Keeper Tim Paterok hielt seine Mannschaft mit einer Glanzparade im Rennen, als gleich nach Wiederanpfiff Haiger-Stürmer Jonas Singer durchgebrochen war.

Der VfR Aalen ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Aalener Fans hatten in der 56. Minute den Torschrei nach einem Schuss von Benjamin Kindsvater schon auf den Lippen. Doch auch er fand in TSV-Keeper Scholz seinen Meister.

Ein klarer Elfmeter

Der VfR Aalen erhöhte den Druck, zwingende Chancen blieben allerdings aus. Als Steffen Kienle im Strafraum zu Boden ging, blieb die Pfeife von FIFA-Schiedsrichterin Karoline Wacker stumm. „Das war ein klarer Elfmeter“, kommentierte der VfR-Angreifer die Situation später. Doch auch er machte die Niederlage nicht an dieser Szene fest. Denn obwohl der VfR Aalen den Gästen ein Spiel auf Augenhöhe bot, fehlte im Abschluss die letzte Durchschlagskraft. Als Paul Stock in der 88. Minute das Ergebnis auf 0:2 stellte, war die Partie gelaufen.

VfR Aalen: Paterok – Knipfer, Windmüller, Stanese (44. Arslan), Odabas, Heckmann – Elfadli (82. M. Müller) – Abruscia, K. Herrmann (18. Botic) – Kienle, Kindsvater (64. Gucciardo)

TSV Steinbach Haiger : M. Scholz – Kircher, Kamm Al-Azzawe, Weigelt, Strujic – Eismann, März (Bisanovic) – Wulff (70. Gabriele) – Chessa (90. Nieland), Stock, Singer (60. Ilhan)

 Tore: 0:1 Stock (38.), 0:2 Stock (88.)

 Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Großerlach)

 Gelbe Karten: - / Weigelt

 Zuschauer: 1122

Der letzte Pass hat einfach nicht gepasst.“

Christian Demirtas, Cheftrainer des VfR Aalen

„Es ist ärgerlich, wie wir das erste Tor bekommen haben“

  • Christian Demirtas (VfR-Cheftrainer): Wir sind gut ins Spiel reingekommen. Es ist ärgerlich, wie wir das erste Tor bekommen haben. In der zweiten Halbzeit gilt mein Kompliment der ganzen Mannschaft für ihre Laufbereitschaft. Der letzte Pass hat einfach nicht gepasst.
  • Steffen Kienle (VfR-Stürmer): Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Deshalb ist die Enttäuschung groß. Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Am Freitag haben wir ein sehr wichtiges Spiel gegen Großaspach.
  • Daniel Stanese (VfR-Verteidiger; ausgewechselt wegen einer Wadenzerrung): Uns fehlt auch das Glück zur Zeit. Wir müssen weiter an uns glauben, dann kehren auch die Erfolge zurück.
  • Tim Grupp (Ex-VfR-Spieler): Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt für den VfR Aalen verdient gewesen.

Ein Kommentar von Sportredakteur Werner Röhrlich: Die Lage ist ernst

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