Desolater Auftritt nach frühem 1:0

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Der Anfang vom Ende: Nur fünf Minuten nach der Aalener Führung gleicht Loris Weiss zum 1:1 aus. Danach zerlegt der FC 08 Homburg die Ostälbler und feiert am Ende einen auch in der Höhe verdienten 6:1 (3:1)-Sieg.
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Nach der Führung geht nichts mehr: Der VfR Aalen bricht auseinander und wird bei der 1:6 (1:3)-Klatsche vom FC 08 Homburg zerlegt. Drei Gegentore innerhalb von 11 Minuten.

Minutenlang saßen die Spieler des VfR Aalen nach dem Schlusspfiff auf der Ersatzbank. Enttäuscht. Frustriert. Und vor allem: fassungslos. Selbst für Trainer Roland Seitz war der "brutale Leistungsabfall" unerklärlich. Nach gutem Beginn und einer frühen Führung wurden die Ostälbler vom FC 08 Homburg auseinandergenommen. Am Ende stand's 6:1 (3:1), und es hätte sogar noch deutlicher ausgehen können.

Goson Sakai ist keiner, der viel redet. Und auch die Analyse des Abwehrspielers fiel knapp aus. Aber: Sie war vor allem eins: treffend. "Wir sind nie mitgegangen. Dieses Problem hatten wir bei mehreren Gegentoren." Tatsächlich hat es der VfR Aalen dem Gegner leicht gemacht: Bälle in die Tiefe, schlafmützige Aalener, eiskalte Homburger – so einfach kann Fußball sein. "Wenn du keine Zweikämpfe führst, kannst du auch kein Spiel gewinnen", sagte Seitz, der tief enttäuscht war. "Man muss ehrlich sein, heute ist sehr viel schief gelaufen."

Roland Seitz hat vor dem Anpfiff überrascht. Mit einigen personellen Wechseln zum Ende der ersten englischen Woche. Und einer taktischen Änderung – der VfR spielte erstmals mit einer Dreierkette. Und das schien zunächst aufzugehen. Wie zuvor schon gegen Ulm (2:0) und Steinbach Haiger (1:0) verkauften sich die Aalener gegen die nächste Spitzenmannschaft sehr gut. Mit großem Engagement und hoher Entschlossenheit stellten die Schwarz-Weißen den Favoriten zunächst vor Probleme. Vor allem über die zahlreichen Standards, die sich der VfR erarbeitete. Und ein solch ruhender Ball brachte auch die frühe Führung, die zu dem Zeitpunkt absolut verdient war. Nach einem Freistoß von Kevin Hoffmann ist Kai Merk im Strafraum zur Stelle – 0:1 (18.).

"Das "gute Gefühl" täuscht

"Ein gutes Gefühl" habe Seitz nach diesem Treffer gehabt – weil seine Elf nach einer Führung bislang immer etwas Zählbares mitgenommen habe. Doch im Homburger Waldstadion war alles anders. Denn statt Sicherheit zu geben, zog dieses 1:0 den Aalenern komplett den Stecker. Nichts ging mehr auf Seiten der Ostälbler nach dieser 18. Minute. In Zahlen: Innerhalb von nur 11 Minuten machte der Aufstiegsaspirant aus einem 0:1 ein 3:1. 23. Minute: Philipp Hoffmann steckt auf Loris Weiss durch, der den Ball im Strafraum völlig frei ins lange Eck schiebt– 1:1. 31. Minute: Gino Windmüller wirft sich in einen Schuss, beim Abpraller setzt sich Patrick Dulleck im Luftkampf gegen Oliver Oschkenat durch und köpft aus kurzer Distanz ein – 2:1. 34. Minute: Wieder ein Ball in die Tiefe, wieder fühlt sich kein Aalener zuständig. Der überragende Hoffmann vollendet – 3:1.

So können wir nicht weitermachen.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Und es hätte noch vor der Pause schlimmer kommen können. Philipp Hoffmann traf freistehend den Innenpfosten (39.), und Keeper Daniel Bernhardt entschärfte einen 21-Meter-Kracher von Weiss glänzend (45.).

Seitz reagierte, nahm in der Halbzeitpause den schwachen Oschkenat vom Feld und stellte um auf Viererkette. "Wir wollten nochmal alles probieren", sagte Seitz. Und Aalen kam ordentlich zurück, doch spätestens nach einer Stunde war's endgültig vorbei. Und auch das 4:1 fiel nach demselben Muster, erneut Hoffmann sorgte mit dem 4:1 aus kurzer Distanz für die Entscheidung (60.). Der VfR Aalen ergab sich seinem Schicksal, und die Homburger demonstrierten eindrucksvoll, welch hohe offensive Qualität sie in ihren Reihen haben. Nachdem Dulleck eine weitere Großchance liegen ließ (61.), machten Marcel Carl mit dem 5:1 (82.) und erneut Weiss (89.) mit dem 6:1-Endstand das Aalener Debakel perfekt.

"Ein 6:1 hat man nicht alle Tage", sagte FC-Trainer Matthias Mink und stellte klar: "Wenn wir diese Leistung stabilisieren, ist in dieser Saison einiges möglich." Für den VfR Aalen, der auf einen Abstiegsplatz abgerutscht ist, gilt genau das Gegenteil: Die Mannschaft muss sich schleunigst am Riemen reißen und künftig anders auftreten. Das weiß auch Roland Seitz: "So können wir nicht weitermachen ...!"

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