Die Null steht fast überall

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Nichts für Fußball-Ästheten: Auf dem tiefen Boden in der Ostalb-Arena war im Derby zwischen dem VfR Aalen und der SG Sonnenhof Großaspach vor allem Kampf angesagt. Hier wird Kevin Hoffmann (Nummer 26) im Strafraum unsanft gestoppt. Einen Elfmeter gab's dafür zurecht nicht.
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Jede Menge Tristesse im Derby: Das 0:0 zwischen dem VfR Aalen und der SG Sonnenhof Großaspach passt zur Stimmung. Trainer Roland Seitz ist trotzdem zufrieden.

Michael Weißkopf hatte die passende Antwort parat: Auf die Frage, wie er die Atmosphäre in der Ostalb-Arena beim Re-Start erlebt habe, antwortete das Präsidiumsmitglied des VfR Aalen: "Welche Atmosphäre ...?" In der Tat: Die Stimmung beim Derby gegen die SG Sonnenhof Großaspach war passend zu den Zahlen: null Zuschauer. Null Unterstützung. Null Tore. Und sogar null gelbe Karten. Trotzdem gab's wenig enttäuschte Gesichter.

Es war kein typisches 0:0-Spiel. Denn beide Mannschaften hatten auf dem tiefen, aber sehr gut präparierten Rasen in der Ostalb-Arena durchaus ihre Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden. "Ich sehe natürlich zuerst unsere Möglichkeiten: den Kopfball von Gino Windmüller und die Doppelchance von Kristjan Arh Cesen und Kevin Hoffmann – da hätten wir das Ding ziehen können", sagte Roland Seitz. Wobei der VfR-Trainer gleich hinterher schob: "Aber man muss fair sein, Großaspach hatte nach der Halbzeit auch zwei Riesendinger zum Sieg ..." Und deshalb stellte Seitz nach dem Schlusspfiff klar: "Es war genau das intensive Spiel, das wir erwartet haben. Und deshalb sollten wir mit dem 0:0 zufrieden sein."

Sechs Wochen mussten die VfR-Profis auf ein Pflichtspiel warten, und nach nur 14 Minuten hätten sie beinahe wieder jubeln dürfen. Nach einem Eckball von Alessandro Abruscia kommt Windmüller wie erwähnt frei zum Kopfball. Keeper David Nreca-Bisinger aber reagiert glänzend. In der Folgezeit war beiden Mannschaften die lange Spielpause anzumerken, es war über weite Strecken ein vorsichtiges Abtasten. Keiner der Beteiligten ging ein hohes Risiko ein. Dementsprechend waren Torraumszenen Mangelware. Nur einmal kamen die Gäste in den ersten 45 Minuten gefährlich vors Tor. Der gebürtige Aalener Darius Held versucht es aus 20 Metern, aber auch VfR-Keeper Daniel Bernhardt ist zur Stelle (45.+1).

"Wer heute das erste Tor macht, gewinnt das Spiel", sagte der verletzte VfR-Torjäger Toni Vastic in der Halbzeitpause. Und dieses Tor hätte ausgerechnet ein Ex-Aalener machen können. Nein, machen müssen! Exakt 22 Sekunden waren gespielt, als Windmüller ein folgenschwerer Ballverlust passiert. Der Ball kommt zu Andreas Ivan, und der 25-Jährige hat aus kürzester Distanz freie Schussbahn. Warum der Routinier den Ball allerdings nicht aufs Tor bringt, bleibt sein Geheimnis (46.).

Fehlschuss von Andreas Ivan

Großaspach hatte auch zwei Riesendinger.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

"Wenn Andi den reinmacht, wird es ein anderes Spiel", gab Teamkollege Sebastian Schiek hinterher zu Protokoll. So aber blieb es beim 0:0, und das Spiel nahm jetzt an Fahrt auf. Hoffmann scheiterte mit einem Schlenzer knapp (55.). Es folgte die zweite, von Seitz angesprochene Möglichkeit für Aalen. Hoffmann und direkt danach Cesen bringen den Ball aber nicht über die Linie (57.). Nun waren es wieder die Gäste, die die Schlagzahl erhöhten, und der VfR Aalen hatte nur noch wenig Entlastung. Nach Vorarbeit des Ex-Aaleners Nils Anhölcher kommt Jonas Meiser frei zum Schuss. Daniel Bernhardt verhindert mit einer Großtat das 0:1 (74.). "Wir brauchen wieder Offensivaktionen", brüllte Seitz seinen Profis zu. Und die schafften es, sich in der Schlussphase zu befreien und am Ende einen verdienten Punkt einzufahren.

"Natürlich hätten wir gerne den Dreier mitgenommen", sagte Seitz, der bekanntlich alles andere als ein Befürworter des Re-Starts ist. Und deshalb hielt sich der Trainer auch mit Kritik an seinen Profis zurück. "Natürlich hätten wir es im letzten Drittel besser machen können. Aber den Spielern etwas vorzuwerfen wäre falsch, wenn man die Umstände in den vergangenen Wochen sieht.

Zeit, das Versäumte weiter aufzuarbeiten, bleibt auch keine. Bereits an diesem Dienstag (Anpfiff: 19 Uhr) geht's weiter. Der FSV Frankfurt ist dann zu Gast in der Ostalb-Arena. "Jetzt müssen wir eben versuchen, dieses Spiel zu gewinnen", sagt Kapitän Daniel Bernhardt.

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