Ein hartes Brett für den VfR Aalen

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Letzte Anweisungen gibt's am Dienstag und Mittwoch im Training. VfR-Cheftrainer Roland Seitz stimmt seine Jungs auf das Auftaktspiel gegen Steinbach Haiger ein.
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Zum vorgezogenen Saisonauftakt nach einer langen Fußballpause empfängt der VfR Aalen am Mittwochabend (18.30 Uhr) mit Steinbach Haiger einen Titelfavoriten.

Als Spieler – 1992/93, als die 2. Bundesliga wieder eingleisig wurde – hat Roland Seitz schon einmal eine Mammutrunde hinter sich gebracht. Damals ist der Fußballprofi mit dem MSV Duisburg als Tabellenzweiter in die 1. Bundesliga aufgestiegen. "Das war schon ein Riesenprogramm mit 24 Teams und sieben Absteigern", erinnert sich der heutige Cheftrainer des VfR Aalen. Wenn er mit dem VfR an diesem Mittwoch in die neue Fußballsaison einsteigen wird, dann steht er mit seinem Team erneut vor einer Saison, die es in sich haben wird. 42 Spieltage und 21 Gegner warten auf die Rohrwangelf in Hin- und Rückspielen bis zum 12. Juni 2021. Sofern die Saison durchgespielt werden kann. Seitz: "So krass habe ich es als Trainer noch nie erlebt."

Auf den Tag genau ein halbes Jahr nach dem letzten Punktspiel der nach der 1:3-Niederlage am 2. März gegen Homburg abgebrochenen Saison legt die Regionalliga Südwest wieder los. Es dürfte die längste Pause im deutschen Fußball nach dem 2. Weltkrieg gewesen sein.

Wenn der Ball am Mittwochabend um 18.30 Uhr in der Ostalb-Arena wieder freigegeben wird, dann wird der VfR Aalen dort anschließen, wo er in der vergangenen Spielzeit die Saison wegen der Coronapandemie notgedrungen abgebrochen hat. Nämlich genau vor der Partie gegen Steinbach Haiger.

Im DFB-Pokal

Der Tabellenzweite der Vorsaison, gegen den sich die Ostälbler im Hinspiel am 31. August einen Punktgewinn (0:0) erkämpften, zählt auch in dieser Spielzeit wieder zu den Topfavoriten im Aufstiegskampf. "Das ist gleich eine richtige Hausnummer", weiß Roland Seitz den Gegner einzuordnen.

Nach dem 2:1-Halbfinalsieg beim FC Gießen und dem mit 1:0 gewonnen Finale hat sich die Elf von Steinbach Haiger vor zwei Wochen zum Hessenpokalsieger gekürt und damit den Sprung in den DFB-Pokal geschafft. Dort erwarten sie am Sonntag, 13. September den Zweitligisten SV Sandhausen. Das ist auch der Grund, warum die Regionalligapartie gegen den VfR Aalen – der die Hessen ursprünglich am 12. September empfangen hätte – vorgezogen wurde.

"Wir haben uns Videos von den beiden Pokalspielen besorgt, um unseren Gegner genau zu analysieren", sagt Roland Seitz. Der Coach des VfR Aalen hat sich und seine Mannschaft bestens auf das Aufeinandertreffen vorbereitet. "Wir sind gut vorbereitet", sagt Seitz. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Steinbach Haiger am Mittwochabend in der Ostalb-Arena der klare Favorit sein wird.

Auch wenn die Gäste ihren torwaltigsten Stürmer der vergangenen Saison, Christoph Kramer (acht Treffer), an den Nord-Regionalligisten Weiche Flensburg verloren haben, machen Spieler wie Manuel Hoffmann (7 Treffer) und Sascha Marquet (6) deutlich, dass das Team von Adrian Alipour in der Offensive breit und schlagkräftig aufgestellt ist. Für Haiger spricht auch, dass die Mannschaft im Wesentlichen zusammengeblieben ist und in Aalen sicherlich als eingespieltes Team auftreten wird, das es versteht, seine ganze Wucht durch extremes Angriffspressing auf den Platz zu bringen.

Nicht überbewerten

Dass der VfR Aalen, bei dem bislang zehn Neue den Aderlass von zwölf Abgängen wettmachen sollen, nach mäßigem Beginn in den Testspielen und dem WFV-Pokal-K.o. nach der langen Fußballpause nur schwerlich auf die Beine kam, daraus macht Roland Seitz keinen Hehl. Doch der 6:0-Testspielerfolg gegen Memmingen und der ebenso deutliche 4:0-Sieg am Samstag gegen den Regionalligisten Eichstätt stimmen ihn optimistisch. "Ich will diese beiden Spiele nicht überbewerten", sagt er. "Aber die Spieler, die am Samstag auf dem Platz waren, haben alle gezeigt, dass sie beim ersten Punktspiel auch auf dem Platz sein wollen."

Das ist gleich eine richtige Hausnummer.

Roland Seitz Cheftrainer des VfR Aalen

Bis auf Marcel Appiah, der sich einen Innenbandriss zugezogen hat und damit sechs bis zehn Wochen ausfällt, sind alle Mann an Bord. Ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter dem ehemaligen slowenischen U21-Nationalspieler Kristjan Arh Cesen, der vom Erstligisten NK Triglav Kranj auf die Ostalb gewechselt ist. Noch liegt die offizielle Freigabe vom slowenischen Fußballverband nicht vor. "Ich hoffe, dass wir diese bis zum Mittwoch haben", sagt Seitz. Der VfR-Trainer hat den 23-Jährigen nämlich für die linke Verteidigerposition im Visier.

Das Saisonziel lautet klar Klassenerhalt. Was bei sechs Absteigern nicht einfach werden wird. Natürlich gehe es immer darum, zu punkten, sagt Seitz. Primäres Ziel für das Auftaktspiel am Mittwochabend sei es aber primär, "zuhause für unsere Fans ein gutes Spiel zu machen."

Dass der Kader des VfR Aalen noch nicht komplett ist, auch das hat der Aalener Chefcoach schon mehrfach betont. "In dieser Woche", sagt er, "wird sich aber nichts mehr tun. Wir wollen uns jetzt erst mals auf die beiden Spiele gegen Haiger und am Samstag in Balingen konzentrieren." Das darauf folgende Spiel ist dann am Mittwoch, 16. September in Freiburg. Das biete Zeit, um die anstehenden Themen wieder intensiv weiter zu verfolgen. Dazu zählt übrigens auch noch die Suche eines Torwart-Trainers. "Wir haben gute Gespräche geführt", sagt Roland Seitz. Bisher sei eine Einigung mitunter an den unterschiedlichen monetären Vorstellungen gescheitert.

So könnte die Startelf am Mittwochabend gegen Steinbach Haiger aussehen:

VfR Aalen: Bernhardt – Knipfer, Oschkenat, Windmüller, Arh Cesen (?) – Grupp – Sakai, Abruscia, – Ramaj, Vastic, Senger.

Maximal 500 Zuschauer

Übrigens: Es dürfen am Mittwochabend maximal 500 Zuschauer ins Stadion. Der VfR Aalen hat dazu in einer Pressemitteilung erklärt, dass keine Einzeltickets verkauft werden. Es werden damit nur die momentanen Dauerkartenbesitzer die Möglichkeit erhalten, gegen Vorlage eines Identitatsnachweises sowie der Kontaktdatenangabe ins Stadion zu kommen. Der Einlass an den Kassen wird 1,5 Stunden vor Spielbeginn starten und nach 500 Eingelassenen , jedoch pünktlich mit dem Spielanpfiff wieder beendet. Ab sofort ist der Dauerkartenverkauf bis auf weiteres unterbrochen. Aufgrund der coronabedingten Vorschriften und Abstandsregelungen ist nicht garantiert, dass jeder Zuschauer auf dem auf der Dauerkarte eingetragenen Platz sitzen kann. Auserdem werden alle Stehplatz-Dauerkarten-Besitzer in Block O verteilt, da die Osttribune nicht geöffnet wird. Der Verein bittet um Verständnis und darum, von Rückfragen abzusehen.

Liveticker

All jene, die nicht dabei sein können, können den Spielverlauf online über den Liveticker verfolgen. Und zwar unter www.schwaepo.de, www.gmuender-tagespost.de und www.vfr-aalen.de

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