Ein Hilferuf des VfR Aalen

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Besorgniserregende Leere: Der VfR Aalen spielt seit Monaten ohne Zuschauer. Neben der lautstarken Unterstützung fehlen den Ostälblern vor allem einkalkulierte Einnahmen – über die gesamte Saison hinweg in Höhe von gut 200 000 Euro.
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Der Profiverein bittet in einem offenen Brief die Landesregierung um finanzielle Unterstützung. Lepore: "Die Lage ist bedrohlich."

Null Zuschauer seit Monaten: Dem VfR Aalen fehlt dadurch nicht nur die lautstarke Unterstützung auf den Rängen, sondern vor allem einkalkulierte Einnahmen. Gemeinsam mit fünf weiteren Ligakonkurrenten haben sich die Ostälbler nun in einem offenen Brief einen Hilferuf an die Landesregierung mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann abgesetzt – mit der Bitte um finanzielle Unterstützung während der Pandemiezeit.

"Wir haben mit gut 200 000 Euro Zuschauereinnahmen kalkuliert, das heißt, uns fehlt pro Heimspiel ein unterer fünfstelliger Betrag", sagt Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf. Weil aber die Regionalliga Südwest als Profiliga eingestuft worden ist, wurde im Dezember der Spielbetrieb wieder fortgesetzt – mit Geisterspielen. Es ist kein Geheimnis, dass der VfR Aalen und viele Konkurrenten das verhindern wollten, weil diese Spiele ohne Zuschauer mit immensen Kosten und null Einnahmen verbunden sind. Das liegt schon allein an den strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen, die zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen. "Uns entgehen fest eingeplante Einnahmen, die Reise-und Personalkosten sowie interne Kosten fallen jedoch weiterhin an", sagt Geschäftsführer Giuseppe Lepore.

Der VfR Aalen und fünf weitere Konkurrenten erhoffen sich nun Unterstützung in Form eines Hilfsprogrammes. Denn: Während Profivereine der 1. Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga die Möglichkeit haben, bestehende Ausgaben durch Gelder aus TV-Übertragungsrechten und Hilfsprogrammen zu generieren und somit Kosten zu kompensieren, bleibt dies in der 4. Liga verwehrt.

Bis zum Schluss ohne Fans?

Wir erhoffen uns, erhört zu werden.

Giuseppe Lepore Geschäftsführer des VfR Aalen

"Da absehbar ist, dass die Saison ohne Zuschauer zu Ende gespielt werden muss, steigen mit jedem weiteren Spiel Ausgaben und damit auch die Verbindlichkeiten. Bereits jetzt bestehen und entstehen hieraus große finanzielle Sorgen", sagt Lepore.

Trotz der Unterstützung von Sponsoren und Fans seien die Vereine in eine bedrohliche Notlage geraten. Während in anderen Bundesländern wie beispielsweise Nordrhein-Westfahlen, Sachsen oder Hessen bereits diverse Hilfsprogramme gestartet wurden, halte sich Baden-Württemberg weiterhin bedeckt.

"Wir möchten mit dem offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf die bedrohliche Lage der Vereine in Baden-Württemberg aufmerksam machen. Wir erhoffen uns schnellstmöglich erhört zu werden und Hilfe zu erhalten", sagt Lepore. Und fügt hinzu: "Denn auch wir haben finanzielle Einbußen, und es ist nicht absehbar, dass in nächster Zeit wieder Zuschauer zu den Heimspielen in der Ostalb-Arena zugelassen sind."

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