Enttäuschter Slavov verlässt den VfR Aalen

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Ein kurzes Intermezzo: Nach nur wenigen Wochen hat Torjäger Mryoslav Slavov den VfR Aalen wieder verlassen. Der Vertrag wurde auf Wunsch des 27-Jährigen aufgelöst.
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Der Vertrag mit dem Torjäger ist bereits aufgelöst. Gegen Wiesbaden stand der Neuzugang nicht einmal im Kader.

Myroslav Slavov und der VfR Aalen: Es war im Nachhinein ein Missverständnis mit abruptem Ende. Der 27-jährige Angreifer, der erst vor dieser Saison vom Ligakonkurrenten Chemnitzer FC auf die Ostalb kam, ist schon wieder weg.

"Myroslav Slavov gehört ab sofort nicht mehr zum Aufgebot des VfR Aalen: Aus persönlichen Gründen und auf Wunsch des Stürmers wurde der Vertrag nach dem Liga-Auftakt gegen den SV Wehen Wiesbaden am Samstag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst" – so die kurze und knappe Stellungnahme des Vereins.

Was ist passiert? Schon nach dem Testspiel gegen Holstein Kiel (0:1) sollen beim kopfballstarken Zwei-Meter-Mann Zweifel aufgekommen sein, ob der Spielstil von Argirios Giannikis zu ihm passe. Als der Trainer seinen Neuzugang dann nicht einmal für den 18er-Kader fürs Auftaktspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden nominierte und stattdessen auf Gerrit Wegkamp setzte, war endgültig Schluss. Slavov war sauer und frustriert – und bat die Verantwortlichen um Vertragsauflösung. Beim Spiel am Samstag packte der Ukrainer seine Sachen und düste mit dem Auto vom Stadiongelände.

Die VfR-Oberen hielten sich da noch bedeckt. "Myro wurde auch Leistungsgründen nicht berücksichtigt", sagte Giannikis auf Nachfrage und verwies auf die U23-Regel, die besagt, dass mindestens vier solcher Spieler mit deutschem Pass im Kader sein müssen. Und auch nach der offiziellen Bekanntgabe der Trennung beschränkt sich der Verein aufs Nötigste: "Myro hat uns aus privaten Gründen gebeten, den Vertrag aufzulösen. Das haben wir akzeptiert", sagte Hermann Olschewski. Zu den Gründen wollte sich das Präsidiumsmitglied nicht näher äußern. "Er war ein Abgestellter des Vereins, da können wir keine privaten Dinge nach außen geben." Auch Slavov selbst wollte keine näheren Angaben machen. Er stellte am Sonntagabend lediglich klar, dass "wir im Guten auseinandergegangen sind". Und: "Es war eine tolle und intensive Zeit mit den Jungs. Ich bin dem VfR Aalen unheimlich dankbar, auch für das Verständnis."

Fünfstellige Ablösesumme

Tatsache ist: Der im Sommer vom Chemnitzer FC gekommene Slavov war einer der Top-Transfers. Er sollte mit seiner außerordentlichen Trefferquote dem Offensivspiel des VfR Aalen eine zusätzliche Qualität verleihen. Doch die hohen Ansprüche hat der einstige österreichische Bachelor in der Vorbereitung nicht erfüllen können. Die Auftritte in den Testspielen waren wenig berauschend – auch weil er im 3-4-3-System von Giannikis nicht die zu ihm passende Position bekommen hat. Schnell war klar, dass der Ukrainer nur zweite Wahl sein wird. Auch bei der Generalprobe gegen Kiel musste er zunächst mit dem ungeliebten Platz auf der Ersatzbank Vorliebe nehmen. Als der frustrierte Angreifer hinterher zum Spiel befragt wurde, sagte er nur, dass "ich nichts sagen möchte".

Es war eine tolle und intensive Zeit.

Myroslav Slavov Ex-Torjäger des VfR Aalen

Slavov ist nun auf der Suche nach einem neuen Club. Sollte er innerhalb der 3. Liga unterkommen, wäre eine Ablöse im fünfstelligen Bereich an den VfR fällig. Das bestätigt Olschewski.

Ein Nachfolger wird gesucht

Und der VfR Aalen? Reagiert er auf den unerwarteten Abgang? Trainer Argirios Giannikis sagt klar ja, und auch Olschewski stellt klar, dass "wir natürlich die Augen offen halten und den Markt sondieren". Dabei suche der Verein nicht zwangsläufig nach einem neuen Mittelstürmer. Das Präsidiumsmitglied kann sich auch eine zusätzliche Verstärkung für eine andere offensive Position vorstellen. "Da sind wir offen." Wobei Olschewski auch klarstellt, dass "wir keine Not haben, schleunigst jemanden verpflichten zu müssen".

Die Suche beginnt jetzt erst, schließlich war auch der VfR Aalen auf diese Trennung nicht vorbereitet.

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