Erneut Banner im Fanblock des VfR Aalen: Michael Weißkopf stellt sich den Ultras

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Die Fans des VfR Aalen haben ihre Schuldigen ausgemacht: Wie schon in Worms hielten sie gegen Hoffenheim II das Spruchband „Präsidium, verpisst euch!“ hoch. Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf hat daraufhin das Gespräch mit den Ultras gesucht.
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Das Präsidiumsmitglied geht nach dem Abpfiff in den Fanblock, wo erneut das Spruchband „Präsidium, verpisst euch!“ hängt. Weißkopf: „Sie wollen einen Neustart mit neuen Gesichtern.“

Aalen

In Worms hat Michael Weißkopf das Spruchband noch hingenommen. Als die Fans des VfR Aalen auch im Heimspiel gegen Hoffenheim II das Banner „Präsidium, verpisst euch!“ hochhielten, blieb das Präsidiumsmitglied nicht mehr still. Weißkopf verließ direkt nach dem Schlusspfiff die Haupttribüne und ging rüber zum harten Kern auf die Osttribüne. Dort haben die Ultras eine klare Meinung, was passieren muss.

Michael Weißkopf hat sich gestellt. Das Präsidiumsmitglied ging rein in den Fanblock - und damit zu denjenigen, die ihn und seine Mitstreiter im Präsidium los werden wollen. „Die Fans machen sich massive Sorgen um den Verein und werfen uns massive Fehler vor.“ Mit „uns“ sind neben Weißkopf die beiden anderen Präsidiumsmitglieder Charlotte Helzle und Walter Höffner gemeint. Und auch Geschäftsführer Giuseppe Lepore.

„Ich will nicht leugnen, dass wir Fehler gemacht haben“, sagt Weißkopf. „Natürlich haben wir nicht alles richtig gemacht, wenn wir in die Insolvenz gehen müssen, und wir geben Fehleinschätzungen auch zu.“ Das habe er den Anhängern gesagt. Allerdings ändere das nichts an deren Forderung. „Die Fans wünschen sich einen kompletten Neustart mit komplett anderen Gesichtern.“ Das haben sie dem Präsidiumsmitglied deutlich gesagt.

Verbunden damit ist die zweite Forderung aus dem Fanblock. „Mitgliederversammlung jetzt!“ stand auf einem zweiten Spruchband, das während des Spiels zu lesen war. Weißkopf sagt, dass der VfR Aalen unabhängig von der Insolvenz geplant hat, noch im Jahr 2022 eine Hauptversammlung abzuhalten. „Die Einladung wird zeitnah kommen, wir wollen transparent sein und die Mitglieder offen informieren. Dann muss die Versammlung entscheiden, wie und mit wem es weitergeht“, sagt Weißkopf. Hat er die Befürchtung, dass die Mitglieder das Vertrauen in ihn und seine Präsidiumsmitglieder ganz verloren haben? „Ich kann es nicht einschätzen, aber es kann schon sein ...“ Tatsache ist aber: Die Mitglieder können lediglich den Aufsichtsrat wählen, der wiederum wählt dann das Präsidium.

Es gebe derzeit aber auch Erfreuliches zu berichten: Weißkopfs Forderung nach der Insolvenz, die Region müsse „aufwachen“ und zeigen, dass sie den VfR Aalen wolle, sei angekommen. „Es gab die ersten Gespräche, es gibt einige Leute, die mithelfen und sich engagieren wollen.“ Es gehe dabei auch um neue Impulse in Sachen Marketing und Außendarstellung.

Ob und wie es mit dem VfR Aalen jetzt weitergeht, kann das Präsidiumsmitglied noch nicht final beantworten. Nur soviel: In den kommenden Tagen soll zuerst ein Insolvenzplan bis zum 15. Januar, dann einer bis zum Jahresende 2023 aufgestellt werden. Dass der Verein bereits zum Jahresende 2022 den Spielbetrieb einstellen muss, „kann ich nahezu ausschließen“, sagt Weißkopf. Und: Das Präsidiumsmitglied, das sich selbst als „gnadenloser Optimist“ bezeichnet, glaubt fest daran, dass es auch über diese Saison hinaus weitergeht: „Im Januar und Februar kommen die zweiten Sponsorenraten. Das verschafft uns Luft bei der Aquise neuer Gelder.“

Und wie ist Michael Weißkopf mit den Ultras auseinandergegangen? „Die Fans fanden es gut, dass ich das Gespräch gesucht habe. Und sie haben mir gesagt, dass ich es nicht persönlich nehmen soll.“ Das könne er aber nicht. „Wir sind drei Präsidiumsmitglieder, natürlich trifft mich das dann persönlich“, sagt er. Unabhängig davon, wie es mit ihm im Präsidium weitergeht, steht für Weißkopf fest, dass er dem Verein erhalten bleibt: „Schon bevor ich in die Gremien kam, war ich Fan des VfR Aalen. Ich werde dem Verein treu bleiben, auch als Sponsor.“

Am liebsten wäre es Michael Weißkopf natürlich im Profifußball.

Präsidium, Aufsichtsrat und Ehrenrat des VfR Aalen

Präsidium: Charlotte Helzle (Finanzen/Organisation), Walter Höffner (u.a. Infrastruktur), Michael Weißkopf (Sport, Präsidiumssprecher).

Aufsichtsrat:Mitglieder: Heiko Rössel, Thomas Taferner, Peter Peschel, Peter Kummich, Hermann Rieger, Hans-Peter Weber, Roland Vogt.

Ehrenrat:Mitglieder: Gerhard Wünsch (Vorsitzender), Winfried Mack, Ansgar Kaufmann, Rudolf Kaufmann.

Fühlt sich persönlich angegriffen: Michael Weißkopf.
"Mitgliederversammlung jetzt!" Die Fans mit einer klaren Aufforderung an den VfR Aalen.
"Präsidium, verpisst euch!" Wie schon beim Auswärtsspiel bei Wormatia Worms (1:1) haben die Anhänger des VfR Aalen gegen Hoffenheim II dieses Spruchband aufgehängt.

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