Erster Sechser nach kuriosem Tor

  • Weitere
    schließen
+
Zuverlässig wie immer: Keeper Daniel Bernhardt war dann zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Der Kapitän rettete dem VfR Aalen in der Schlussphase den 1:0 (0:0)-Sieg beim Aufsteiger TuS Rot Weiss Koblenz. Die Ostälbler haben damit erstmals zwei Spiele in Folge gewonnen.
  • schließen

Es klappt auch gegen die Kleinen: Der VfR Aalen gewinnt bei der TuS Rot Weiss Koblenz mit 1:0 (0:0) und sorgt damit für ein Novum unter Trainer Roland Seitz. Tim Grupp gesperrt.

Daniel Bernhardt hatte kaum Gelegenheiten sich auszuzeichnen. Nur kurz vor dem Schlusspfiff war der Keeper so richtig gefordert – und da zeigte der 35-Jährige, warum er zu den besten Keepern der Liga zählt. Der VfR Aalen startet auch dank seines Kapitäns mit einem 1:0 (0:0)-Sieg bei TuS Rot Weiss Koblenz ins Jahr 2021 und schafft erstmals unter Trainer Roland Seitz zwei Dreier in Folge.

"Das ist mein erster Sechser, wir haben zudem zweimal zu Null gespielt, das tut einfach gut", sagte ein sichtlich erleichterter Roland Seitz, dessen Elf nach dem überraschenden 2:0 in Offenbach erneut in der Fremde erfolgreich war. Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit im ersten Spiel nach der Winterpause. Auf dem tiefen Boden im Stadion Oberwerth war vor allem eins angesagt: Kampf. Spielerische Glanzpunkte gab's dagegen selten. Und so war es lange Zeit ein Duell ohne Höhepunkte. Genau genommen dauerte es bis zur 34. Minute, ehe überhaupt eine nennenswerte Torchance passierte. Und die hatte der Aufsteiger aus Koblenz: Kolja Herrmann, der den verletzten Kristjan Arh Cesen als Linksverteidiger ersetzte, hatte gegen Maximilan Pommer das Nachsehen, bei dessen Hereingabe fehlten Valdrin Mustafa nur Zentimeter zum Torerfolg. Die größte Möglichkeit in den ersten 45 Minuten aber hatte der VfR Aalen. Kevin Hoffmann kam aus kurzer Distanz völlig frei zum Abschluss. Doch der 25-Jährige zögerte erst und scheiterte dann mit einem missglückten Heber an RW-Keeper Baboucarr Gaye (41.).

Leon Volz nutzt den Blackout

In der zweiten Halbzeit ging's so weiter wie die erste endete: mit der nächsten Großchance für die Ostälbler. Hoffmann zirkelte einen Freistoß in den Koblenzer Strafraum, wo Oliver Oschkenat seinem Gegenspieler entwischte und aus sechs Metern völlig frei zum Abschluss kam. Der Ball aber "rutschte mir über den Schlappen", wie der Innenverteidiger hinterher sagte (57.). Seitz ärgerte sich über die nächste ausgelassene Möglichkeit und musste dann auch noch mit ansehen, wie sich Tim Grupp eine Spielsperre einhandelte. Nach einem schneller Konter riss der Defensivspieler seinen Kontrahenten Maximilian Pommer zu Boden – es gab zurecht die fünfte gelbe Karte (60.). Es war die Phase, in der Koblenz die Initiative ergriff und die Aalener mächtig unter Druck setzte. Moritz Göttel (61.) und Quentin Fouley (62./ 67) hatten mehrfach die Führung auf dem Fuß. Doch statt 1:0 stand's plötzlich 0:1 – weil den Koblenzern ein haarsträubender Fehler unterlief: Marko Stojanovic spielte einen Rückpass am eigenen Keeper vorbei, Leon Volz war zur Stelle und schob den Ball ins leere Tor (73.). Der 24-Jährige hat damit wie schon in Offenbach für die VfR-Führung gesorgt.

Mein erster Sechser tut einfach gut.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

"Es ist nichts passiert ...", brüllte RW-Trainer Heiner Backhaus und versuchte damit, seine Spieler anzufeuern. Die warfen nun alles nach vorne – hatten allerdings auch Glück, als Arthur Ekalle einen Schuss von Kai Merk auf der Linie klärte (83.). Es folgte jener Volleyschuss von Mustafa aus kürzester Distanz und die Großtat von Daniel Bernhardt (85.). Danach war Schluss. Jubel beim VfR Aalen, der es endlich mal wieder geschafft hat, bei einem vermeintlich schwächeren Gegner als Sieger vom Platz zu gehen.

Und: Mit 22 Punkten nach 16 Partien liegen die Ostälbler voll im Soll: "Unser Ziel waren 25 Punkte nach der Hinrunde. Wir haben für die fehlenden drei Zähler noch fünf Spiele Zeit, vielleicht können wir das Ziel sogar nach oben korrigieren", sagte Trainer Roland Seitz.

Der Start ins Jubiläumsjahr hätte besser nicht sein können.

Stimmen zum Spiel: "Am Ende war das Spielglück bei uns"

Andreas Knipfer, VfR-Rechtsverteidiger: "Das sind wichtige drei Punkte gegen einen Gegner, der auch hinten drin steht. Es war klar, dass derjenige, der das erste Tor macht, das Spiel auch gewinnt. Der Platz war sehr rutschig, es ging viel über den Kampf und den Willen. Und das haben wir gut gemacht."

Michael Weißkopf, VfR-Präsidiumsmitglied: "Zwei Siege in Folge durfte ich als sportlich verantwortlicher noch nie miterleben. Es war zwar kein hochverdienter Sieg, aber wir haben alles in die Waagschale geworden, und deshalb nehmen wir die Punkte gerne mit."

Oliver Oschkenat, VfR-Innenverteidiger: "Das Spiel war von außen bestimmt nicht schön anzuschauen. Am Ende war das Spielglück bei uns, und wir haben es gut verteidigt."

Giuseppe Lepore, VfR-Geschäftsführer: "Ein hart umkämpftes Spiel. Wir hatten aber die nötige Geduld und dann auch das Glück auf unserer Seite."

Daniel Bernhardt, VfR-Kapitän: "Wir haben zweimal gewonnen und dazu zweimal zu Null gespielt, das fühlt sich sehr gut an. Wir haben den Kampf angenommen und gewonnen – nur das zählt. In Walldorf wird dieselbe Einstellung nötig sein. In bin aber optimistisch, weil wir schon in Koblenz da weiter gemacht haben, wo wir vor der kurzen Winterpause in Offenbach aufgehört haben."

Roland Seitz, VfR-Trainer: "Der Sieg bringt viel Positives mit. Dass es eine enge Kiste wird, war klar. Aber wir haben dagegen gehalten, haben die Standards gut repariert und ein glückliches Tor gemacht. Das allein zählt." alex

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

WEITERE ARTIKEL