Fan-Krawalle in der Innenstadt: Der VfR Aalen distanziert sich nach der Schlägerei

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22.10.2022 Baden-Württemberg Aalen: Starke Kräfte der Polizei stehen in der Aalener Innenstadt. Zuvor hatte es eine Auseinandersetzung mehrerer Fusballfans gegeben. Bei der Klärung der Situation war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz.
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Nach den Auseinandersetzungen in der Aalener Innenstadt: Der Verein verurteilt die Gewalt, sagt aber auch, dass das Sache der Polizei sei, weil es außerhalb des Stadions passiert ist.

Aalen / Trier

Es war der Fußballnachmittag, auf den sie lange gewartet haben. Der VfR Aalen hat erstmals seit dem 2. September wieder ein Ligaspiel gewonnen. 3:1 gegen Eintracht Trier. Doch die Freude wurde getrübt durch die Krawalle in der Innenstadt vor dem Spiel. Die rivalisierenden Fangruppen beider Vereine prügelten sich vor dem „Kornstadl“ in der Storchenstraße, es kam zu einem Großeinsatz der Polizei, ein Hubschrauber wurde angefordert, es entstand erheblicher Sachschaden.

Auch im Stadion waren die Auseinandersetzungen das Thema. Und sind es beim VfR Aalen immer noch. „Natürlich reden wir intern darüber“, sagt Geschäftsführer Giuseppe Lepore. Am Montagnachmittag gibt der Verein eine offizielle Stellungnahme heraus: „Der VfR Aalen 1921 e.V. verurteilt jegliche Gewalt und Sachbeschädigungen auf das Schärfste und distanziert sich von jeglichen Straftaten, deren Aufklärung und Strafverfolgung der Polizei obliegt.“

Das Distanzieren zu den Vorfällen ist Lepore besonders wichtig. „Wenn außerhalb des Stadions Dinge geschehen, ist das der Zuständigkeitsbereich der Polizei und nicht der des VfR Aalen“, sagt der Geschäftsführer und stellt klar: „Wir sorgen für die Stadionordnung während des Spiels und haben dafür einen Sicherheitsdienstleister beauftragt.“ Der sei vor dem Anpfiff über die Auseinandersetzungen in der Innenstadt informiert worden. „Der Sicherheitsdienst war deshalb insbesondere um den Trierer Block im Einsatz und ist auch mit den Eintracht-Fans ins Gespräch gegangen“, sagt Lepore. Ein Augenzeuge berichtet, dass es während der Partie zu einem kurzen Vorfall gekommen ist, als ein Eintracht-Anhänger einen Ordner mit einem Bierbecher beworfen habe. Die Polizei habe die Situation aber schnell im Griff gehabt.

Schlägerei am Freitagabend?

Rund um die Ostalb-Arena habe es dann keine weiteren Ausschreitungen mehr gegeben. „Alles war friedlich“, sagt der VfR-Fanbeauftragte Sven Miebeck, der zu den Auseinandersetzungen in der Stadt keine näheren Angaben machen kann. „Ich war nicht dabei ...“ Zwar habe er und der zweite Fanbeauftragte Andreas Völkl mit den Fanbeauftragten aus Trier darüber gesprochen, ohne allerdings Fakten zu kennen. Giuseppe Lepore kündigt an, dass der VfR das Gespräch mit seinen Ultras suche - das aber auch in der Vergangenheit schon getan habe.

Aus Kreisen der Aalener Fanszene ist unterdessen zu hören, dass diese sich entschieden dagegen wehren, die Alleinschuld an den Krawallen in der Innenstadt zu tragen. Bereits am Freitagabend seien die Trierer Fans bewusst angereist und es sei zu Auseinandersetzungen in der Stadt gekommen. Eintracht-Ultras hätten gezielt die Aalener angegriffen. Es sollen sogar Waffen im Spiel gewesen sein. „Davon ist uns nichts bekannt“, sagt Polizeisprecher Holger Bienert vom Polizeipräsidium Aalen.

Fanfreundschaft mit Mannheim

Am nächsten Morgen eskaliert die Situation dann vor dem „Kornstadl“. Rund 70 Trierer Ultras sitzen zunächst bei einem Bier in der Kneipe. „Die sind aber gewiss nicht nur zum Biertrinken gekommen“, sagen mehrere unbeteiligte VfR-Fans. Kurz nach 10.15 Uhr tauchen dann die vermummten Anhänger des VfR Aalen auf und greifen die Trierer an. Aschenbecher fliegen. Tische und Stühle werden geschmissen. Ernsthaft verletzt wird wohl niemand. Auch, weil es der alarmierten Polizei innerhalb von fünf Minuten gelungen ist, die Lage zu beruhigen.

Am Freitagabend steht das nächste Regionalligaspiel an. Der VfR Aalen gastiert um 19 Uhr beim Aufsteiger Wormatia Worms. Dessen Anhänger pflegen eine enge Freundschaft zu den berüchtigten Fans von Waldhof Mannheim. Die Wormser Fanszene besteht aus 20, 25 aktiven Personen. Für Gewalt sind diese aber nicht bekannt.

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Knapp 200 Fans von Eintracht Trier sind nach Aalen angereist.
Tatort Aalener Innenstadt: Vor dem „Kornstadl“ in der Storchenstraße kam es vor dem Ligaspiel am Samstag zu einer Schlägerei zwischen den rivalisierenden Fans des VfR Aalen und Eintracht Trier.
Tatort Aalener Innenstadt: Vor dem „Kornstadl“ in der Storchenstraße kam es vor dem Ligaspiel am Samstag zu einer Schlägerei zwischen den rivalisierenden Fans des VfR Aalen und Eintracht Trier.
Tatort Aalener Innenstadt: Vor dem „Kornstadl“ in der Storchenstraße kam es vor dem Ligaspiel am Samstag zu einer Schlägerei zwischen den rivalisierenden Fans des VfR Aalen und Eintracht Trier.

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