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FCS: Geld fürs Ausbilden

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Alex Groiß im KSC-Trikot

Alexander Haag und Werner Röhrich über das Warten auf die Politik

Die große Frage nicht nur im Fußballbezirk Ostwürttemberg lautet in diesen Tagen: Wird im Jahr 2020 nochmals gespielt? "Ich weiß es nicht." Das sagt der Bezirksvorsitzende Jens-Peter Schuller. Matthias Schöck, der Präsident des Württembergischen Fußballverbands (WFV), hat im Beisein weiterer Präsidiumsmitglieder am Mittwochabend die Vorsitzenden der 16 Fußballbezirke zu einer Videokonferenz eingeladen. Eigentlich sollte besprochen werden, wie es mit dem Fußball im Land weitergehen kann.

Die Konferenz war terminlich bewusst so gewählt, um auf Grundlage der politischen Vorgaben des Treffens von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten entscheiden zu können. Dass dieser Gesprächsrunde keine Neuigkeiten entsprangen, ist bekannt. "Also sind auch wir wieder auseinandergegangen mit dem unbefriedigenden Ergebnis, dass es nicht Neues gibt", sagt Schuller.

Die Entscheidung, wie es in Sachen Fußball weitergehen soll, wurde daher vertagt bis nächsten Mittwoch. Dann gibt's die nächste Videoschalte von Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten. Danach wollen sich auch die Fußball-Funktionäre wieder zusammenfinden. Schuller: "Wir hängen einfach an den politischen Entscheidungen. Die müssen wir abwarten."

Jens-Peter Schuller will deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass in diesem Jahr noch ein Spiel angepfiffen wird. "Dazu müssen wir aber zum einen erstmal spielen dürfen und zum anderen auch länger spielen." Denn: "Unsere Mannschaften haben bis zur Winterpause nur noch ein, höchstens zwei Spiele. Da lohnt sich nicht mal das Warmlaufen ..." Aber: Bei gutem Wetter könne man die Winterpause locker nach hinten verschieben. "Und bei drei Spielen sieht es dann ganz anders aus."

Nach hinten verschoben, das wird mit Sicherheit auch der Gmünder Sportlerball 2021. Der Galaabend, in dessen Rahmen die Stadt Schwäbisch Gmünd und der Gmünder Stadtverband Sport ihre erfolgreichen Athleten des Vorjahres ehren und die neuen Sportpioniere küren, wäre traditionell für Anfang Januar geplant. "Daraus wird dieses Mal mit Sicherheit nichts werden. Einen Sportlerball im seitherigen Sinne können wir da nicht machen." Das sagt Klaus Arnholdt. Mit dem Stadtverband Sport, so der Leiter des Gmünder Amts für Bildung und Sport, habe man sich darauf verständigt, die Sportpionierehrung zu einem späteren Zeitpunkt zu machen. Wann und in welchem Format die Sportler geehrt werden sollen, das diskutiere man gerade. Momentan werden die Rückmeldungen der Vereine bezüglich ihrer gemeldeten Sportler ausgewertet. Arnholdt: "Das sind in diesem Jahr bei Weitem nicht so viele wie üblich. Viele Meisterschaften konnten ja nicht stattfinden. Auch da hat Corona seine Spuren hinterlassen."

Die Jubiläumsveranstaltung wird dem Ausrichter DJK Gmünd ewig in Erinnerung bleiben: Erstmals in den 30 Jahren wurde der "Sparkassen Albmarathon" als virtueller Lauf ausgerichtet. Klar, dass das so nicht geplant, sondern Corona geschuldet war. Umso erfreulicher ist es, dass die Verantwortlichen eine durchweg positive Bilanz ziehen können - dank der über 450 Läufern, die in den drei Wochen auf die Strecken gegangen sind. Und noch eine Zahl macht die DJK um Organisator Tim Schwarzkopf stolz: "Wir haben in den 30 Jahren jetzt über 34 000 Finisher gezählt", sagt Schwarzkopf. Macht im Schnitt über 1130 Laufsportler, die jedes Jahr die Ziellinie überquert haben.

Auch beim VfR Aalen müssen sie weiter warten. Und zwar auf die Entscheidung, ob die Regionalliga im Jahr 2020 noch einmal angepfiffen wird. Nachdem die Entscheidung am Dienstag vertagt wurde, soll nun am 25. November endgültig Klarheit herrschen. Bis dahin trainiert die Elf von Trainer Roland Seitz weiter, um für einen möglichen Re-Start im Dezember gewappnet zu sein. Allerdings: "Wir haben den Trainingsumfang reduziert", sagt Geschäftsführer Giuseppe Lepore. Und noch etwas könnte bald reduziert werden: das Geld. Je nachdem, wie es weitergeht, kann Kurzarbeit wieder ein Thema werden, sagt Lepore.

Geldsegen für den VfR Aalen, SSV Aalen und den FC Schechingen: Die drei Vereine profitieren von der sogenannten "Ausbildungshonorierung" durch die Deutsche Fußballliga (DFL). Der VfR erhält das Geld für Nico Schlotterbeck. Der 20-Jährige spielte in der Saison 2014/2015 in der U17 des Regionalligisten. Inzwischen trägt der Innenverteidiger das Trikot des Bundesligisten Union Berlin. Für die "Eisernen" absolvierte Schlotterbeck in der laufenden Runde bereits zwei Partien – gegen Borussia Mönchengladbach (1:1) und den FSV Mainz 05 (4:0).

Der SSV Aalen und der FC Schechingen kassieren für denselben Spieler ab: Alexander Groiß schnürte für beide Vereine in der Jugend die Kickschuhe, ehe er ins Nachwuchsleistungszentrum zum VfB Stuttgart wechselte. Heute spielt der 22-Jährige für den Karlsruher SC in der 2. Bundesliga. In der Saison 2020/2021 absolvierte er allerdings erst ein Spiel: bei der 0:1-Niederlage gegen den VfL Bochum am zweiten Spieltag. Die DFL hat an 103 Amateurvereine insgesamt 1,6 Millionen Euro ausgeschüttet.

Jens-Peter Schuller
Giuseppe Lepore

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