Frühe Führung bringt dem VfR Aalen ein überraschendes 1:1 gegen Ulm 

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Paolo Maiella erzielt bereits in der zweiten Minute das 1:0. Der VfR Aalen hat sich gegen den Tabellenführer SSV Ulm 1846 Fußball ein 1:1 (1:1) erkämpft.
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Deutliche Leistungssteigerung: Der VfR Aalen erkämpft sich gegen den Tabellenführer SSV Ulm 1846 einen Punkt. Paolo Maiella trifft, Vico Meien verschuldet erneut einen Elfmeter.

Aalen

Damit hatten wohl die wenigsten der knapp 2000 Zuschauer gerechnet: Der VfR Aalen hat nach drei sieglosen Spielen eine starke Vorstellung abgeliefert und sich mit einem 1:1 (1:1) gegen den SSV Ulm 1846 selbst belohnt. Der Tabellenführer hat erst zum zweiten Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. „Heute können wir mit einer große Zufriedenheit ein Bier trinken“, sagt Trainer Tobias Cramer nach dem Derby.

Das kommt nicht allzu oft vor: dass ein Trainer vom Gegner schwärmt. Nach dem 1:1 hat aber Thomas Wörle genau das getan: „Wir müssen akzeptieren, dass es 1:1 ausgeht gegen einen Gegner, der scharf war. Der aggressiv war. Der laufstark war. Und der in Umschaltmomenten immer gefährlich war.“ Gesagt hat das Thomas Wörle vom SSV Ulm 1846, und der musste nach nicht einmal zwei Minuten mit anschauen, wie dieser Gegner wieder einmal eine frühe Führung erzielte. Wie schon vor einer Woche beim VfB Stuttgart II schlug der VfR Aalen nach nur 100 Sekunden zu. Sascha Korb steckte auf Paolo Maiella durch, und der überwand SSV-Keeper Christian Ortag mit einem Schuss ins lange Eck - 1:0 (2.). Es war der erste Rückstand des Spitzenreiters in dieser Saison überhaut. Allerdings ließ der sich dadurch wenig beeindrucken und übernahm fortan die Spielkontrolle. Und noch in der Anfangsviertelstunde hätte Ulm zurückschlagen können - vielleicht sogar müssen. Nach einer Flanke von David Grözinger stand Lucas Röser völlig frei, schoss am rechts am Tor vorbei (12.). Der Spitzenreiter erhöhte den Druck, Grözinger scheiterte im Eins-gegen-Eins an Keeper Michel Witte (17.). Auf der Gegenseite schloss Sean Seitz nach einem gewonnenen Laufduell zu überhastet ab (18.). Aalen stand weiter kompakt, und hielt mit einer hohen Aggressivität und Kompromisslosigkeit gegen die Ulmer Offensive dagegen. Und doch passierte dieser eine Fehler, den sofort bestraft wurde. Statt den Ball rustikal nach vorne zu schlagen, versuchte es Vico Meien fußballerisch.

Zweiter Elfmeter nacheinander

Sein halbhohes Anspiel auf Maiella führte zu einem Ballverlust - und dazu, dass Meien im Strafraum zu ungestüm agierte und Moritz Hannemann foulte. Konsequenz: Elfmeter. Den verwandelte Johannes Reichert sicher zum 1:1 (36.). Ärgerlich: Meien hatte schon in der Vorwoche beim VfB II einen Elfmeter verschuldet, der zum 1:1 führte. Cramer allerdings ärgerte nur die Entstehung. „Da muss einfach ein langer Ball her, da muss man den Ball löschen, und alles ist gut.“

Nach der Halbzeitpause setzte der SSV 1846 seinen Sturmlauf fort, Witte rettete in höchster Not vor dem einschussbereiten Tobias Rühle (55.), und Grözinger scheiterte freistehend aus sieben Metern Entfernung (56.). Auffällig: Auch mit zunehmender Spieldauer wurde der VfR Aalen nicht müde, setzte sein laufintensives Spiel konsequent fort und hielt damit den großen Favoriten in Schach. Als dann der bereits verwarnte Reichert den durchgebrochenen Jonas Arcalean am Trikot festhielt, sah dieser Gelb-Rot (86.). Und in Unterzahl schafften die Ulmer in der Schlussphase nicht mehr, die aufopferungsvoll kämpfenden Ostälbler ernsthaft zu gefährden.

„Wir wollten die Ulmer ärgern, und wir haben sie geärgert. Ich glaube, dass sie mit anderen Ambitionen in die Ostalb-Arena gekommen sind“, sagt Tobias Cramer, der seiner Elf eine „sehr, sehr gute Leistung“ attestiert.

Stimmen zum Spiel: „Wir sind über uns hinausgewachsen“

Paolo Maiella, VfR-Angreifer: „Wir haben gut gekämpft, gut gearbeitet. Wenn wir weiter so hart arbeiten, kommen die Punkte auch. Wenn wir den Elfmeter nicht bekommen, hat Ulm nicht einmal die glasklaren Chancen. Trotzdem haben wir uns Selbstvertrauen geholt.“

Vico Meien, VfR-Mittelfeldspieler: „Gegen Ulm ist ein Punkt nicht so verkehrt. Wir haben es taktisch sehr gut gemacht, sind sehr gut gestanden und haben nur den Elfmeter zugelassen. Das war eine blöde Aktion. Ich dachte, er schießt, da wollte ich mich davor werfen.“

Alessandro Abruscia, VfR-Kapitän: „Wir wussten, dass Ulm eine unfassbare Qualität hat, aber wir haben über 90 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht und den Punkt gegen den Tabellenführer mitgenommen. Man kann nicht immer alles verteidigen, und gegen so eine Mannschaft wird jeder Fehler bestraft. Trotzdem nehmen wir auch viel Selbstvertrauen mit.“

Thomas Wörle, SSV-Trainer: „Wir können mit dem Unentschieden leben.“

Michel Witte, VfR-Torwart: „Wir waren ganz klar der Underdog, haben uns aber sehr gut verkauft. Wir haben nicht so viel anbrennen lassen, da muss ich heute unsere beiden Innenverteidiger loben.“

Michael Schaupp, VfR-Innenverteidiger: „Wir sind über uns hinausgewachsen. Wenn wir den dummen Elfmeter nicht bekommen, dann könnte es ein dreckiger 1:0-Derbysieg werden.“

Paolo Maiella erzielt bereits in der zweiten Minute das 1:0. Der VfR Aalen hat sich gegen den Tabellenführer SSV Ulm 1846 Fußball ein 1:1 (1:1) erkämpft.
Der VfR Aalen hat sich gegen den Tabellenführer SSV Ulm 1846 Fußball ein 1:1 (1:1) erkämpft.
Paolo Maiella erzielt bereits in der zweiten Minute das 1:0. Der VfR Aalen hat sich gegen den Tabellenführer SSV Ulm 1846 Fußball ein 1:1 (1:1) erkämpft.
Paolo Maiella erzielt bereits in der zweiten Minute das 1:0. Der VfR Aalen hat sich gegen den Tabellenführer SSV Ulm 1846 Fußball ein 1:1 (1:1) erkämpft.
Der VfR Aalen hat sich gegen den Tabellenführer SSV Ulm 1846 Fußball ein 1:1 (1:1) erkämpft.

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