Fürs Abstrampeln bestraft?

  • Weitere
    schließen
+
Viele Spiele, leere Ränge: Die Regionalligisten – hier Leon Volz vom VfR Aalen gegen Eric Hottmann vom VfB Stuttgart II – müssen nicht nur die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sammeln, sondern auch die Saison ohne Einnahmen überstehen.
  • schließen

Die Vereine im Südwesten wehren sich gegen mögliche Aufsteiger aus den Oberligen – auch der VfR Aalen findet's ungerecht.

Michael Weißkopf ist optimistisch, dass der VfR Aalen am Saisonende nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Trotzdem beschäftigt auch den Präsidiumssprecher das Thema, das gerade für hitzige Debatten sorgt: dass es aus der Oberliga auch bei einem Saisonabbruch Aufsteiger geben soll.

Stand jetzt wird der WFV am 9. April beschließen, die Amateur-Saison abzubrechen. Heißt: Angesichts der wenigen Spiele, die in dieser Runde absolviert wurden, würde es weder Auf- noch Absteiger geben. Allerdings soll es eine Sonderregelung für die Oberliga geben. Der Verband zieht in Erwägung, den Tabellenführer SGV Freiberg direkt aufsteigen zu lassen und die Stuttgarter Kickers als Tabellenzweiten für die Aufstiegsspiele zu melden. Möglich macht das ein Schlupfloch – obwohl erst 13 der 40 Spieltage absolviert sind.

In der Regionalliga Südwest – aus der sechs Mannschaften absteigen – formiert sich massiver Widerstand gegen Aufsteiger aus der Oberliga. Liga-Sprecher Rafael Kowollik (FC Homburg 08) hat nun einen Protestbrief verfasst. Im Namen des Großteils der Regionalliga-Vereine wird darin auf die "Unverhältnismäßigkeit" und den "Missstand in Bezug auf die beabsichtigte Auf- und Abstiegsregelung" hingewiesen.

Dem schließt sich auch der VfR Aalen an. "Wir sehen eine große Ungerechtigkeit darin", sagt Michael Weißkopf. Denn: "Wir Regionalligisten strampeln uns 42 Spieltage lang ab und haben dann sechs Absteiger, und die Oberligisten haben teilweise 8 bis 12 Spiele absolviert und dürfen aufsteigen." Während der WFV noch keine Entscheidung getroffen hat, wird die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar auf jeden Fall einen Aufsteiger und einen Teilnehmer für die Aufstiegsspiele melden, weil das die dortige Spielordnung so vorsieht.

Dem Präsidiumssprecher des VfR Aalen geht es nicht nur ums Sportliche. "Die Oberligisten haben durch den frühzeitigen Abbruch keine Spiele und damit keinerlei Ausgaben, sie können sogar ihre angemeldeten Spieler über Kurzarbeitergeld finanzieren", sagt Weißkopf. VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore sagt sogar, dass das für die Oberligisten "der günstigste Aufstieg aller Zeiten" wäre.

Fast 2000 Corona-Tests

Wir strampeln uns 42 Spieltage lang ab.

Michael Weißkopf Präsidiumssprecher VfR Aalen

Ganz anders die Regionalligisten, die ohne Zuschauer keinerlei Einnahmen generieren können. "Uns fehlen in dieser Saison allein 250 000 bis 300 000 Euro Zuschauereinnahmen." Hinzu kommen geringer Sponsoreneinnahmen, weil die seit Monaten nicht mehr ins Stadion dürfen. "Ganz nebenbei kommen bei jedem Spieltag Zusatzkosten auf uns zu, mit denen wir nicht kalkulieren konnten", sagt Weißkopf. Gemeint sind Ausgaben für die Hygienekonzepte und rund 2000 Corona-Tests. Und: "Wir bekommen null Zuschüsse ..."

Auch wenn das Präsidiumsmitglied fest daran glaubt, dass der VfR Aalen den Klassenerhalt schafft und damit von dieser Thematik nicht direkt betroffen ist, "so sind wir da mit den anderen Regionalligisten solidarisch". Was er sich außerdem erhofft: dass es schnell zu einem Beschluss kommt. "Es macht schon einen Unterschied, ob man für die Regionalliga oder Oberliga plant."

Und was passiert, wenn es am Ende keine Oberliga-Aufsteiger geben würde? "Ich gehe davon aus, dass sich dann die Anzahl der Regionalliga-Absteiger von sechs auf drei reduziert. Eventuell auch vier, wenn der 1. FC Kaiserslautern aus der 3. Liga absteigt", sagt Michael Weißkopf. Einen Beschluss dazu gebe es allerdings noch nicht.

Für die Regionalligisten gilt daher: abwarten. Und weiter Punkte sammeln für den direkten Klassenerhalt.

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL