Lesermeinung

„Gebrauchte Saison“

Zum Thema VfR Aalen:

„Das Positive an dieser Runde war, dass Schlimmeres vermieden werden konnte. Ansonsten war es eine 'gebrauchte' Saison. Mehr nicht. Und wenn das Präsidium nicht bereit ist, aus eigenen Fehlleistungen sowie diffusen Maßnahmen früherer Entscheidungsträger zu lernen, oder den Verein weiterhin als 'Spielwiese' versteht, ist das brandgefährlich und kann ziemlich schiefgehen.

Was meine ich damit? Nach dem Zweitligaabstieg 2014/2015 folgte Peter Vollmann. Er formte um ein kleines Häuflein Übriggebliebener ein konkurrenzfähiges Team, führte es durch die Wirren der Insolvenz (...) und entwickelte die Mannschaft weiter. Nicht genug, man wollte ihn nicht mehr. Er passte nicht in das unsinnige „Projekt 21“, das aus einer fixen Idee heraus geboren wurde, ohne einen Ansatz, dass es gelingen könnte. Trainer Argirios Giannikis (...) und ein ziemlich verändertes Team sollten es richten. Scheitern mit Ansage. Abstieg in die Regionalliga.

Roland Seitz übernahm – wie Vollmann einst - einen massiv ausgedünnten Kader, leistete gute und sichtbare Aufbauarbeit. Dann wieder typisch VfR. Erst euphorisch mit einer vorzeitigen

Vertragsverlängerung und dann, als es nicht nach Wunsch lief, die fristlose Kündigung. Uwe Wolf folgte ihm. Krankhaft ehrgeizig und kompromisslos. Ein Besessener seiner Zunft, der nur Vollgas in alle Richtungen kannte, überzog und flog aus der Kurve.

Mit einem solch aktionistischen Schlingerkurs, planlos, experimentell und gleichsam mit einem Ausdruck gewisser Hilfslosigkeit, konnte man keinen Erfolg haben. Bei Lichte betrachtet kann dieser in den nächsten Jahren ohnehin nur darin bestehen, attraktiven Fußball zu spielen. Mehr aber auch nicht. Allein diese Erkenntnis wäre hilfreich, würde die Strukturen beruhigen und gäbe Zeit, die Budgetmittel zu stärken sowie die desolaten Finanzen anzugehen.

'Schaun mer moi, no sehn mer scho'.“

Günter Kallis, Aalen

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