Gino Windmüller: „Ich habe anders gedacht als Trainer Uwe Wolf“

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"Kein schönes Spiel für mich!" Gino Windmüller nach der Partie gegen die SV Elversberg.
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Gino Windmüller glaubt, dass der VfR Aalen zurück in die Spur findet - auch ohne ihn.

Aalen. „Kein schönes Spiel“ sei es für ihn gewesen. Gino Windmüller meint die jüngste die 1:4 (0:3)-Niederlage gegen die SV Elversberg. Der Innenverteidiger des VfR Aalen spricht im Interview über die Sperren, den Aufschwung und er sagt, warum er nicht immer derselben Meinung war wie Trainer Uwe Wolf.

Herr Windmüller, ein Eigentor, eine gelb-rote Karte und eine 1:4-Niederlage ...

Windmüller: Ja, das war kein schönes Spiel für mich. Aber wir haben uns als Mannschaft gesagt, dass wir das Positive mitnehmen.

Was ist das in so einem Spiel?

Dass wir ab der 30. Minute einen stabilen Fußball gezeigt und wir gekämpft haben, obwohl alles für den Gegner lief.

Der VfR Aalen hat zuvor vier Siege in Folge gefeiert. War das 1:4 nur ein Ausrutscher und ein Rückfall in alte Zeiten?

Ich hoffe, dass es nur ein Ausrutscher war. Aber ich bin da zuversichtlich, denn wir haben inzwischen eine ganz andere Stabilität als zu Saisonbeginn.

Ihr seid mit fünf Niederlagen in sieben Spielen gestartet, danach folgte die Siegesserie. Seid ihr vom Abstiegskandidaten zur Spitzenmannschaft geworden?

Nein. Ich denke, die Wahrheit liegt in der Mitte. Wobei man sagen muss, dass wir anfangs auch gute Spiele gemacht haben, es haben lediglich die Ergebnisse gefehlt. Wir haben jetzt aber den nächsten Entwicklungsschritt vollzogen. Wir stehen defensiv jetzt viel besser.

Trainer Uwe Wolf betont stets, dass das auch mit dem Torwartwechsel zusammenhänge.

Ich kann über Tim Paterok nur Gutes sagen. Er bringt die richtige Kombination mit: einerseits mit seiner Lautstärke und andererseits mit seiner ruhigen Ausstrahlung, die uns viel mehr Sicherheit gibt. Man sieht ja, dass wir viel weniger Gegentore kassieren.

Heißt das, dass Keeper Matthias Layer überschätzt wurde?

Nein, Matze hat nichts falsch gemacht. Er ist ein harter Arbeiter, dem auch das Spielglück gefehlt hat. Und der Druck war enorm. Jetzt hat er einen erfahrenen Torwart vor sich, von der er viel lernen kann. Die Zeit von Matze kommt noch, er ist erst 22 Jahre alt.

Sie hatten zu Saisonbeginn auch keine einfache Zeit, Trainer Uwe Wolf hat Sie zunächst ins zweite Glied versetzt.

Natürlich ist es nicht schön, wenn man draußen sitzt. Aber der Trainer hat immer ehrlich mit mir kommuniziert. Ich musste diese Entscheidung akzeptieren, auch wenn ich als Spieler anders gedacht habe.

Seit Sie auf dem Platz stehen, hat der VfR Aalen in sieben Spielen fünf Siege gefeiert. Mal ehrlich: Ist das eine Genugtuung für Sie? Dass mit Ihnen der Erfolg kam ...

Nein, ich habe mich nicht über die Niederlagen gefreut. Ich habe mich aber immer gefreut, wenn wir gewonnen haben, also auch dann, wenn ich draußen saß. Und vor allem habe ich gekämpft, dass ich wieder auf dem Platz stehe.

Bei den Offenbacher Kickers fehlen Sie wegen Ihrer Rotsperre. Wie auch der zweite Innenverteidiger Ali Odasbas, der gegen Elversberg glatt Rot sah.

Natürlich trifft es uns, wenn beide Innenverteidiger wegfallen. Alles andere wäre ja außergewöhnlich. Aber Daniel Stanese kann diesen Part super erfüllen. Und dann haben wir noch junge Spieler, die im Training zeigen, dass sie es können: Tim Schmidt und Serdar Arslan. Ich traue den Jungs zu, dass sie es wuppen. Und vielleicht hält ja einer von ihnen den Kopf hin und entscheidet das Spiel sogar für uns ...

Und wo schauen Sie sich das Spiel an?

Ich weiß es noch nicht. Entweder in Offenbach im Stadion oder daheim am Laptop. Ich werde mir das Spiel aber auf keinen Fall entgehen lassen.

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