Hoffmanns Blitztor bringt Teil-Sieg

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Auf Anhieb eine feste Größe und ein Führungsspieler: Neuzugang Daniel Stanese (Mitte) hat auch im Testspiel beim SSV Ulm 1846 wieder gezeigt, wie wichtig er für den VfR Aalen ist.
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Der VfR Aalen unterliegt dem SSV Ulm 1846 nach zweimal 60 Minuten mit 1:4 (1:0). Die A-Elf glänzt und führt zur Pause verdient mit 1:0. Die junge B-Elf bezahlt dann viel Lehrgeld.

Roland Seitz sprach von einem "bitteren Ergebnis". Bitter deshalb, weil unterm Strich das Gesamtergebnis zähle. Und da musste sich der VfR Aalen bei eisigen Temperaturen klar mit 1:4 (1:0) dem Ligakonkurrenten SSV Ulm 1846 geschlagen geben. Betrachtet man die zweimal 60 Minuten auf dem Kunstrasen allerdings differenziert, fällt das Urteil anders aus. Denn die A-Elf der Ostälbler hat gezeigt, dass sie bereit ist für den Re-Start in einer Woche.

Auch Daniel Bernhardt sah den ersten Wettkampf nach der rund fünfwöchigen Corona-Zwangspause zweigeteilt. "Die erste Hälfte war gut. Wir haben bis zum Sechzehner gut kombiniert und hätten das zweite und dritte Tor nachlegen müssen. Da hat aber die letzte Konsequenz gefehlt", so der Kapitän.

Jene Entschlossenheit zeigte einmal mehr Kevin Hoffmann. Es waren gerade einmal 22 Sekunden gespielt, da hielt der Mittelfeldspieler aus 18 Metern drauf, Keeper Christian Ortag war machtlos – 0:1 (1.). Auch in der Folgezeit zeigte die A-Elf der Ostälbler eine ansprechende Leistung. Sowohl kämpferisch als auch spielerisch. Defensiv ließ der VfR Aalen in der ersten Stunde kaum etwas zu. Nur zweimal wurde es brandgefährlich. Zuerst, als der Ex-Aalener Anton Fink den Ball nach toller Vorarbeit von Nicolas Jann aus kürzester Distanz neben das Tor setzte (9). Dann hatte Gino Windmüller gegen Tobias Rühle das Nachsehen, und in der Mitte verpasste erneut Fink das 1:1 (43.). Ansonsten stand der VfR im 4-2-3-1-System kompakt. Und vorne kamen die Aalener zu guten Aktionen. Immer wieder geriet die Ulmer Abwehr ins Schwimmen, doch der VfR schaffte es nicht, daraus Kapital zu schlagen. "Wir haben es im letzten Drittel nicht gut zu Ende gespielt", ärgerte sich Seitz. Wobei der Trainer auch sagte, dass "die erste Hälfte wirklich sehr gut war".

Jungspunden fehlt Cleverness

Beide Mannschaften wechselten nun komplett durch, einzig Kolja Herrmann stand nach dem Wechsel noch auf dem Platz. Jetzt wurde deutlich, welche hohe Qualität die "Spatzen" in der zweiten Reihe haben. Oder anders: wie groß der Leistungsabfall beim VfR ist, wenn die B-Elf ran muss. Seitz schickte seine Youngster aufs Feld. Und Julian Rümmele, Mark Müller, Serdar Arslan und Co. zahlten gegen die erfahrenen Ulmer ordentlich Lehrgeld. Viel zu einfach ließ sich die zweite Garde den Schneid abkaufen, daran konnte auch der einzig erfahrene Marcel Appiah nichts ändern. "Den Jungs fehlt einfach noch die nötige Cleverness", sagte Roland Seitz.

Bestes Beispiel: Während die Ulmer Müllers Offensivdrang mit einem taktischen Foul beendeten, ließen die Aalener den starken Robin Heußer übers halbe Feld marschieren und ihn locker zum entscheidenden 3:1 einschießen (93.). "Da hat sich der Unterschied bemerkbar gemacht", sagte der Trainer. Wobei Seitz auch froh ist, dass seine Jungspunde gegen Profis wie Florian Krebs oder Vinko Sapina ran durften. "Von solchen Spielern können sie viel lernen."

Seitz: "Ich halte nichts davon!"

Von solchen Spielern können sie lernen.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Unterm Strich war Seitz mit dem Test aber zufrieden, weil "wir auch in der zweiten Halbzeit nicht so schlecht waren wie es das Ergebnis aussagt". Außerdem begrüßte es der Trainer, dass "wir vor dem Ligastart noch einmal testen konnten".

Seine ganz eigene Meinung hat Roland Seitz unterdessen zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in einer Woche. "Ich halte nichts davon, und ich denke, damit ist alles gesagt."

SSV Ulm – VfR Aalen 4:1 (0:1)

SSV 1. Hälfte: Ortag – Stoll, Reichert, Geyer, Kehl – Kiefer – Coban, Beck, Fink, Jann – Rühle SSV 2. Hälfte: Reule – Rinaldi, Heilig, Krebs, Schmidts – Baier, Heußer, Sapina – Kienle, Higl, Gashi VfR 1. Hälfte: Bernhardt – Sakai, Windmüller, Oschkenat, Herrmann – Stanese, Grupp – Merk, Hoffmann, Senger – Brown VfR 2. Hälfte: Layer – Knipfer, Appiah, Arslan, Herrmann (88. Senger) – Marusenko, Rümmele – Ramaj, Volz, Müller – Barini Tore: 0:1 Hoffmann (1.), 1:1 Heußer (68.), 2:1 Kienle (72.), 3:1 Heußer (93.), 4:1 Krebs (104.) Schiedsrichter: Manuel Bergmann Zuschauer: 0

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