„Ich habe Bock, in die Fußstapfen von Daniel Bernhardt zu treten“

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Die neue Nummer eins des VfR Aalen: Michel Witte (links).
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Michel Witte (23) hat das erste Tor der neuen Regionalliga-Saison kassiert. Im Interview spricht der neue Keeper des VfR Aalen über Freiberg, Fulda und Ex-Kapitän Daniel Bernhardt.

Aalen

Genau 3:27 Minuten waren gespielt, als Michel Witte in Freiberg hinter sich greifen musste - es war der schnellste Treffer am ersten Spieltag. Das ist allerdings nur noch eine Randnotiz, viel wichtiger ist, dass der Torwart mit dem VfR Aalen zum Auftakt gewonnen hat. Für den 23-Jährigen war dieser Auswärtssieg keineswegs überraschend. Im Gegenteil: „Wir haben Qualität, und ich mache mir keine Sorgen um den Klassenerhalt.“

Herr Witte, haben sie sich schon eingelebt beim neuen Verein?

Witte: Ja. Ich habe meine Freundin und unseren Hund mitgebracht, und wir haben bereits eine Wohnung gefunden. Wir fühlen uns schon sehr wohl auf der Ostalb.

Dazu hat sicherlich auch der 2:1-Auftaktsieg in Freiberg beigetragen. Kam der überraschend?

Nein. Überraschend würde ich nicht sagen. Klar wussten wir um die Qualität der Freiberger, aber wir sind zuversichtlich dort hingefahren und haben uns nicht gesagt, dass wir Glück brauchen, um Punkte mitzunehmen.

Bis zum ersten Punktspiel seid ihr aber nicht immer souverän aufgetreten.

Es wurde durch die Pokalspiele ein negatives Bild von außen reingetragen und unnötig Druck aufgebaut.

Ist das negative Bild zu unrecht entstanden?

Wer die Pokalspiele gesehen hat, der weiß, dass diese auch 7:1 oder 8:1 hätten ausgehen können. Unser Ziel war es, im Pokal weiterzukommen. Das haben wir erreicht.

Aber überzeugend waren die Auftritte nicht immer.

Man darf nicht vergessen, dass die Pokalspiele in der dritten Woche der Vorbereitung waren. Da ist doch klar, dass nicht alles funktioniert, zumal wir eine neue Mannschaft haben. Und wir haben in der Vorbereitung sehr viel gemacht, sind an unsere Grenzen gegangen - was gut so war.

Wo sehen Sie den VfR Aalen in dieser Saison?

Es ist zu früh, das zu beantworten.

Anders gefragt: Machen Sie sich Sorgen um den Klassenerhalt?

Nein.

Nach Freiberg geht's gleich gegen den nächsten Aufsteiger. Am Samstag kommt die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

Ich kenne die Mannschaft nicht wirklich. Aber das Wort „Aufsteiger“ ist nur ein Begriff. Auch diese Mannschaften haben viel Qualität, sonst hätte Fulda am ersten Spieltag nicht den TSV Steinbach Haiger geschlagen. Wenn wir am Samstag nur zwei Prozent weniger tun, geht's nicht gut für uns aus.

Wo sehen Sie aktuell noch Defizite beim VfR Aalen?

Wir müssen vor dem gegnerischen Tor konsequenter werden. Und die Kommunikation untereinander müssen wir noch verbessern.

Der Freiberger Christian Mauersberger hat direkt nach seiner gelben Karte ein weiteres gelbwürdiges Foul begangen. Kein Aalener hat sich beklagt, dass es nicht Gelb-Rot gab. Seid ihr zu brav? Oder gar zu grün?

Das sind so Kleinigkeiten, an denen man erkennt, dass wir eine junge Mannschaft sind. Sicherlich hätte man den Schiedsrichter beeinflussen können. Wir sind aber nicht zu brav, eher noch zu unerfahren.

Sie selbst haben beim VfR Aalen namhafte Vorgänger. Allen voran Daniel Bernhardt, der jahrelang Kapitän und Publikumsliebling hier war. Sie treten in große Fußstapfen ...

Ich weiß, wer hier alles im Tor stand. Ich bin aber grundsätzlich ein ehrgeiziger Kerl und stelle mich der Situation. Ich habe Bock, in diese Fußstapfen zu treten. Und ich hoffe, dass ich die Erwartungen erfüllen kann.

Wie gehen Sie damit um, dass Sie als klare Nummer eins verpflichtet wurden und damit keinen echten Konkurrenzkampf haben?

Das sehe ich nicht so. Grundsätzlich ist hier ein Konkurrenzkampf da, und das ist gut so. Zwar sind Tom Österle und Maurice Brauns erst 19 Jahre alt, aber sie sind sehr ehrgeizig. Ich spüre die Konkurrenz im Nacken.

Was muss passieren, dass der VfR Aalen auch gegen Fulda als Sieger vom Platz geht?

Unser oberstes Ziel ist es, dass hinten die Null steht. Vorne schießen wir immer ein, zwei Tore, die Qualität haben wir.

Heimpremiere: Am Samstag kommt Aufsteiger Fulda

Erstes Heimspiel der neuen Regionalliga-Saison: Der VfR Aalen empfängt an diesem Samstag den Aufsteiger SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in der Ostalb-Arena. Anpfiff: 14 Uhr.

Der noch unbekannte Neuling ist ebenso wie der VfR Aalen mit einem Sieg in die Runde gestartet. Und der war keineswegs zu erwarten. Fulda-Lehnerz besiegte zum Auftakt den Aufstiegsaspiranten TSV Haiger Steinbach mit 1:0. Den entscheidenden Treffer erzielte Marius Grösch. Der hat die Erfahrung von 82 Spielen in der 3. Liga vorzuweisen.

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