Insolvenzplan des VfR Aalen: Finanzierung steht jetzt bis Mitte April

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Ein erster sportlicher Schritt zum Klassenerhalt: Zwei Tage nach dem Neun-Punkte-Abzug hat der VfR Aalen das Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Koblenz muit 1:0 gewonnen und die rote Laterne abgegeben. Auch bei der weiteren Finanzierung gibt es erste Erfolge.
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Der VfR Aalen arbeitet derzeit den Insolvenzplan aus: Die laufende Saison ist zum Großteil gesichert. In der Winterpause sollen keine Spieler abgegeben werden.

Aalen

Den Profis ist mit dem 1:0 in Koblenz ein erster sportlicher Schritt gelungen. Abseits des Platzes haben die Verantwortlichen des VfR Aalen laut Michael Weißkopf auch erste Erfolge nach der Insolvenz erzielt. „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch mit unseren Sponsoren, Partnern und der Stadt Aalen“, sagt das Präsidiumsmitglied und spricht von einer „großen Rückendeckung“.

Michael Weißkopf wird konkreter und nennt diese ersten Erfolge. Beim Erstellen des Insolvenzplanes seien die Verantwortlichen in zwei Schritten vorgegangen. Erster Schritt: die Finanzierung bis Jahresende. „Bis 15. Januar ist diese gesichert“, sagt Weißkopf. Zweiter Schritt: die Finanzierung bis Saisonende am 30. Juni 2023. „Im Januar und Februar kommt die zweite Rate unserer Sponsoren, bis Mitte April sind wir dann safe.“ Man habe aktuell zwar noch keine Durchfinanzierung, aber „wir können optimistisch sein, dass wir die restlichen zweieinhalb Monate auch noch schaffen“.

Das Präsidiumsmitglied stellt allerdings klar, dass „wir weitere Einsparungen vornehmen müssen und weitere Einnahmen benötigen“. Er spricht von Retterpaketen, die der Verein schnüren will. Bestehende Partner, Fans und andere Gönner sollen angesprochen werden. Außerdem hoffen die Verantwortlichen, dass „uns unsere Partner und die Stadt neue Türen öffnen“. Weißkopf ist bei aller Zuversicht vorsichtig, jetzt schon davon zu sprechen, dass der VfR Aalen die Saison zu Ende spielen kann. „Das mache ich erst, wenn wir alles schriftlich haben.“

Das Präsidiumsmitglied sagt allerdings auch, dass das Sponsorengespräch gezeigt habe, dass die Partner „den starken Wunsch haben, dass Veränderungen herbeigeführt werden“. Da gehe es sowohl um strukturelle als auch personelle Veränderungen. Weißkopf: „Wir im Präsidium sind für alles offen - allerdings muss es Alternativen zu uns geben.“ Die wiederum könnten nur gefunden werden, wenn „wir nachhaltige Lösungen bringen“.

Kein radikaler Schnitt

Denn: „Es wird sich niemand finden, der ein solches Himmelfahrtskommando übernimmt.“ Ohnehin glaubt Weißkopf, dass ein radikaler Schnitt im Präsidium und Aufsichtsrat der falsche wäre. „Wir werden drei, vier, fünf Leute brauchen, die das weiterführen. Es können nicht elf, zwölf Verantwortliche aufhören, und am nächsten Tag kommen elf, zwölf neue“.

Apropos Personal: Michael Weißkopf sagt, dass der Verein angesichts der neuerlichen Insolvenz im Winter nicht geplant habe, (teure) Spieler abzugeben. „Uns wird niemand verlassen, weil wir dadurch Einsparungen vornehmen können. Wenn einer geht, dann aus rein sportlichen Gründen.“ Außerdem sei es das klare Ziel, beim VfR Aalen den Profifußball aufrecht zu erhalten. „Nur so können wir unseren Partnern Perspektiven bieten.“ Aber auch da gelte: „Es muss die Bereitschaft da sein, das zu finanzieren.“

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