Jeder Einzelne muss das Konzept mittragen

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In Essingen war beim Pokalspiel gegen die Stuttgarter Kickers im Schatten der Tribüne einiges los.
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Auf den Sportplätzen geht's wieder rund – mit 500 Zuschauern und Hygienekonzept. Welchen Aufwand bedeutet das für die Vereine?

Es ist die Zahl, die Höchstgrenze, die momentan gilt. 499 Personen sind zurzeit auf den Sportplätzen und in den Stadien der Region zugelassen. In den vergangenen Wochen bestimmte das Erstellen von Hygienekonzepten den Vereinsalltag der Verantwortlichen. Wie kommen die Zuschauer sicher auf ihre Plätze? Wie viele Ordner werden benötigt? Die ersten Spiele sind nun über die Bühne gegangen. Wie kommen die Vereine mit den neuen Bestimmungen zurecht? Wo hakt es noch?

"Klar bedeutet es mehr Aufwand", gibt Markus Diezi, Sportlicher Leiter des TSGV Waldstetten, zu. Viele ehrenamtliche Helfer seien schon älter, da müsse Vorsicht geboten sein. "Aber für uns ist der höhere Aufwand kein Problem."

So hat es auch Claus-Jörg Krischke beim FC Normannia Gmünd empfunden. Gleich beim ersten Heimspiel hatten sie den TSV Essingen zu Gast. "Es hat hervorragend funktioniert", so der Spielleiter und lobt die Disziplin der Zuschauer und den Einsatz der Mitarbeiter.

Die Regelung ist auf den meisten Sportstätten ähnlich: Es gibt nur einen oder zwei Eingänge, hier müssen Formulare ausgefüllt werden, die dann in eine Box geworfen werden. Tickets gibt's an der Tageskasse – mit dem nötigen Abstand in der Schlange und Mund-Nasen-Bedeckung. Das gilt ebenso beim Anstehen für Kaltgetränk und Stadionrote – und auch während der kompletten 90 Minuten.

Mehr Personal nötig

Doch ist das so einfach umsetzbar? Auf der Tribüne der Normannia sei's einfach: Jeder zweite Sitzplatz ist gesperrt. An der Bande sollte jeder selbst darauf achten. Dafür sorgen auch die Ordner: "Pro 50 Zuschauer stellen wir einen Ordner. Sie tragen Sorge dafür, dass alles auch so umgesetzt wird."

Den Zuschauern liegt es am Herzen, dass wir Fußball spielen.

Josef Schill, SF Dorfmerkingen

"Wir brauchen an der Kasse und an der Grillhütte mehr Personal, zusätzlich auch mehr Ordner", erzählt der Sportdirektor des TSV Essingen, Patrick Schiehlen. Schon allein beim Grillen ist allein einer dafür zuständig, Senf und Ketchup auf die Wurst zu geben.

499 Zuschauer seien vor allem zu den Pokalspielen gegen den VfR Aalen oder die Stuttgarter Kickers im Essinger Schönbrunnenstadion gewesen. "Wir halten uns an die Vorschriften des WFV und schauen, dass alles reibungslos verläuft", so Schiehlen. Die meisten Zuschauer zeigten Einsicht, gingen den Aufforderungen von Stadionsprecher und Ordnern nach oder gingen schon von sich aus auf Abstand zu anderen. "Es ist wie überall", meint Schiehlen, "wir versuchen, das Ganze so gut wie möglich umzusetzen, aber es funktioniert nur, wenn jeder Einzelne dieses Konzept mitträgt." Dass sich nicht immer alle dran halten werden, darauf ist man in Essingen eingestellt. Aber: "Wir tun alles, was in unserer Macht steht." Der WFV zeigte sich nach den Pokalspielen zufrieden, sprach den Essingern ein Lob aus.

Auch in Dorfmerkingen wird regelmäßig drauf hingewiesen: Abstand halten und beim Schlange stehen Maske auf. "Ob das dann auch jeder umsetzt...", beginnt Josef Schill von den Sportfreunden. Bislang gab es keine Probleme, die meisten Zuschauer seien einsichtig. "Wir müssen noch eine Weile damit umgehen – das wissen unsere Zuschauer. Ihnen liegt am Herzen, dass wir Fußball spielen", so Schill.

WFV: Nicht nachlässig werden

Als Grundlage dient den Vereinen ein Konzept, das der WFV bereitstellt. Der WFV wird auch weiterhin ein Auge darauf haben, dass die Vorgaben umgesetzt werden. "Verstöße sind aber verbandsrechtlich nicht strafbewehrt und es gehört auch nicht zu den Aufgaben der Schiedsrichter, die Einhaltung des Hygienekonzepts zu überwachen. Wenn wir feststellen, dass Vereine in diesem Bereich nachlässig sind, wollen wir vor allem das Gespräch suchen und die Vereine in Zusammenarbeit mit den Bezirken unterstützen, die Vorgaben einzuhalten und auf ihrem Sportgelände in die Praxis umzusetzen" teilt Arne Bauer vom WFV mit. Die Kontrolle, ob Vorgaben der Corona-Verordnung Sport eingehalten werden, sei aber grundsätzlich Sache der Ordnungsämter.

Die Konzepte der Vereine tragen Früchte: Die Abstandsregelung gilt nicht nur beim Einlass, sondern über die kompletten 90 Minuten. Diese Zuschauer in Dorfmerkingen machen's vor.
Wer ins Stadion will, muss seine Daten hinterlegen.
Nicht für alle ist Abstand das oberste Gebot.
Auch beim TSV Heubach in der Kreisliga A gilt: Erst eintragen, dann eintreten.

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