Kienle schießt wieder Tore für die anderen Schwarz-Weißen

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Sechs Spiele, sechs Tore. Steffen Kienle (im roten Trikot) zeigt seine Torjägerqualitäten wieder, seit er von Ulm zum VfR Aalen zurückgekehrt ist. Eine Vertragsklausel hindert ihn allerdings daran, dies auch an diesem Samstag gegen seine ehemaligen Ulmer Teamkollegen zu zeigen.

Nach seiner Rückkehr in den Aalener Rohrwang läuft's für Steffen Kienle wieder. Gegen die Ex-Kollegen aus Ulm darf er nicht ran.

Die erste Trainingseinheit des Tages hat er bereits hinter sich, die zweite steht am Nachmittag bevor. Dazwischen meldet sich Steffen Kienle telefonisch. "Mir geht's super", sagt der 26-jährige Elchinger, der Ende Januar vom SSV Ulm 1846 Fußball zum VfR Aalen zurückgekehrt ist. An diesem Samstag steht das Derbyin der Ostalb-Arena an. Nach sechs Einsätzen in Folge, in denen er sechs Tore für die Rohrwang-Elf erzielt hat, wird Kienle ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein nicht auf dem Platz stehen. Grund ist eine Klausel, welche die Ulmer in den Ablösevertrag hinein verhandelt haben. Und die besagt: Steffen Kienle darf gegen den SSV 46 nicht auflaufen.

Denn dass mit dem 26-Jährigen auch nach einem durchwachsenen vergangenen Jahr in Ulm zu rechnen ist, hat er zuletzt eindrucksvoll bewiesen. Nach seinem Wechsel trainierte er in Aalen nur einmal mit der Mannschaft – und bekam von Trainer Roland Seitz direkt das Vertrauen für die Partie gegen Hoffenheim II. Kienle zahlte das mit zwei Treffern zurück, Endstand 3:1 für Aalen. Vier weitere Tore folgten, damit ist Kienle nach nur sechs Partien intern der beste Torjäger des VfR Aalen. "Ich glaube, ich habe gezeigt, dass ich es schon noch drauf habe", sagt er und gibt offen zu: "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das Fußballspielen vor meinem Wechsel nicht mehr so viel Spaß gemacht hat." Klar, es sei sein Job und er ist Profi. Aber: "Man will ja spielen, und dafür trainiert man auch täglich". Und um Tore schießen zu können, brauche man auch Spielzeit.

So einfach die Rechnung für ihn beim VfR Aalen aufgeht, so schwierig war es für den 26-Jährigen im vergangenen halben Jahr in Ulm. Er bekam nicht die Spielzeiten, auf die er hoffte, konnte sich nur mit einem Treffer – bei der 1:2-Niederlage gegen Hessen Kassel im Dezember – in die Torjägerliste eintragen. Die rote Karte, die er sich nach hartem, unnötigen Einsteigen im Spiel gegen den SC Freiburg II eingefangen habe, passe ins Bild "Normalerweise hole ich mir ja so eine Karte nicht, und zum Glück hat sich der Spieler auch nicht verletzt."

Fahrgemeinschaft mit Abruscia

Dass der SSV Ulm 1846 Fußball in Daniele Gabriele dann kurz vor Transferfristende noch einen weiteren Stürmer verpflichtete, war für Kienle das Signal, dass es Zeit sei zu gehen. "Es war im Endeffekt der richtige Schritt", sagt er mit ein paar Wochen Abstand. "Und es war auch der richtige Zeitpunkt, das Kapitel SSV Ulm abzuschließen, leider Gottes." Kienle ist nicht nachtragend, betont er.

Es war im Endeffekt der richtige Schritt.

Steffen Kienle Goalgetter des VfR Aalen

In Aalen, wo er in der Jugend ausgebildet wurde und seinen ersten Profivertrag unterschrieben hatte, hat er sich sofort wieder zurecht gefunden. Noch wohnt er in Neu-Ulm, fährt gemeinsam mit Alessandro Abruscia, der im Sommer von den Spatzen auf die Ostalb wechselte, zum täglichen Training. "Es ist alles wieder so wie es sein sollte", sagt Kienle.

Trotzdem hätte er gegen seine ehemaligen Mitspieler um Jo Reichert, Vinko Sapina und Thomas Geyer (der auch schon das VfR-Trikot getragen hat) gerne am Samstag in der Ostalb-Arena gespielt. Das Duell gegen den Ex-Verein biete immer einen besonderen Anreiz, in dem man noch ein paar Prozent mehr herausholen will.

Im Hinspiel, das der VfR Aalen in Ulm mit 2:0 gewann, erzielte Ex-Spatz Abruscia einen Treffer. "Ulm ist der klare Favorit. Aber wie schon im Hinspiel werden die Jungs alles dafür tun, dass wir es wieder schaffen." Das "wir" sind für Kienle jetzt die anderen Schwarz-Weißen. Die aus dem Aalener Rohrwang.

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