Kienle steht wieder goldrichtig

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Einen Schritt zu spät: Gino Windmüller (am Boden) vergibt kurz vor Schluss die Großchance zum vorentscheidenden 2:0. Am Ende gewinnt der VfR Aalen bei Bayern Alzenau trotzdem, weil Winterzugang Steffen Kienle (2. von links) im sechsten Spiel seinen sechsten Treffer erzielte.
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Sechstes Tor im sechsten Spiel: Der Winterzugang staubt ab und schießt den VfR Aalen zum 1:0 (1:0)-Auswärtssieg bei Bayern Alzenau. Die 30-Punkte-Marke ist geknackt.

Aus der Kabine dröhnte Partymusik. Und draußen feierte das Betreuerteam. Beim VfR Aalen war die Erleichterung groß, nachdem die Profis endlich mal wieder gezeigt haben, dass sie auch gegen einen direkten Konkurrenten gewinnen können. Im Auswärtsspiel beim FC Bayern Alzenau stand es nach 90 Minuten 1:0 (1:0). Wieder einmal stand einer goldrichtig: Winterzugang Steffen Kienle.

Roland Seitz atmete nach dem Schlusspfiff tief durch. "Ich war wirklich erst beruhigt, als das Spiel vorbei war", sagt der Trainer des VfR Aalen. Dass seine Elf trotz drückender Überlegenheit bis zum Ende um den Dreier bangen musste, war ihm aber egal. "Das war ein reines Ergebnisspiel." Und weil das ganz nach dem Geschmack des Trainers endete, sagte er, dass "ich sehr glücklich und sehr zufrieden bin". Den 56-Jährigen freute es vor allem, dass "wir damit den Punktgewinn beim TSV Steinbach Haiger vergoldet haben". Damit sieht auch gleich die Tabelle wieder freundlicher aus. "Wir haben jetzt die 30-Punkte-Marke geschafft, jetzt sind die 40 unser Ziel, und dann ist es nicht mehr weit bis zu den 50." Diese 50 Punkte, da ist sich Seitz sicher, reichen für den Klassenerhalt.

Zurück zur Gegenwart. Der Himmel über Alzenau war strahlend blau, doch die Bedingungen waren keineswegs gut. Der Nebenplatz, auf den die Bayern ausgewichen sind, war tief. Außerdem machte den Akteuren der kalte Wind zu schaffen. Den Gastgebern allerdings weit mehr als den Ostälblern. Denn die übernahmen von Beginn an die Initiative. Seitz schickte exakt dieselbe Formation aufs Feld wie drei Tage zuvor bei Steinbach Haiger. Und schon nach 12 Minuten lag den Aalenern der Torschrei auf den Lippen. Nikita Marusenko – zuständig für die ruhenden Bälle – zirkelte einen Freistoß aus 22 Metern über die Mauer – und an den Pfosten. Wieder war es Marusenko, der den Ball eroberte, im Strafraum aber zu lange zögerte (25.).

Kurios dann die Entstehung des Tor des Tages'. Marusenkos Freistoß hoch in den Strafraum ist eigentlich völlig harmlos, doch Julian Bauer verschätzt sich, dem Keeper fällt der Ball aus den Händen. Steffen Kienle – wer sonst – ist zur Stelle und staubt ab – 0:1 (30.). Der VfR ließ danach nicht locker. Marcel Appiahs Schuss wurde gerade noch geblockt (41.), und Kienles Abspiel nach einem tollen Solo war einen Tick zu lässig (45.+1).

Ein Tritt mit Folgen

Auch nach der Halbzeitpause waren die Aalener am Drücker. Wieder waren es zwei Eckbälle, beim ersten wurde Goson Sakais Schuss geblockt (52.), beim zweiten köpfte Gino Windmüller zu unplatziert (53.). Die Partie wurde hektischer, auch, weil Schiedsrichter Arianit Besiri die Souveränität fehlte und er mit einer Gelben-Karten-Orgie Fabian Bäcker dermaßen in Rage brachte, dass dieser mit dem Fuß gegen den Eiskübel trat. Die Konsequenz: Alzenaus Trainer wurde für diese Unsportlichkeit auf die Tribüne verwiesen (66.).

Das war ein reines Ergebnisspiel.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Von dort musste er mit ansehen, wie seine Elf die erste und einzige Großchance zum Ausgleich hatte. Der Ball touchierte aber nur die Latte. Die letzte gehörte dem VfR Aalen. Nach einem Freistoß von Alessandro Abruscia kam Windmüller aus kürzester Distanz zum Abschluss, doch dem Innenverteidiger gelang es nicht, den Ball über die Linie zu drücken (88.). Drei Minuten Nachspielzeit mussten die Ostälbler noch überstehen, dann war es geschafft: der erste Dreier bei einem direkten Konkurrenten seit dem 9. Januar (1:0 in Koblenz).

Roland Seitz gab zu, dass nach den jüngsten Ergebnissen "schon Druck auf dem Kessel war". Dieser sei jetzt etwas abgefallen. Und das zu einem günstigen Zeitpunkt: Denn am kommenden Samstag steht das prestigeträchtige Derby gegen den SSV Ulm 1846 an.

Das will der VfR Aalen gewinnen. Und hinterher wieder Partymusik aufdrehen.

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