Kläglich nach erneut frühem Gegentor

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Mutterseelenallein: Nach gerade einmal sechs Minuten fühlte sich niemand beim VfR Aalen für Del Angelo Williams (links) verantwortlich. Der Mittelstürmer sagte danke und erzielte aus kurzer Distanz das spielentscheidende 1:0 für Eintracht Stadtallendorf.
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Die Serie reißt beim bisherigen Schlusslicht: Ein schwacher und ideenloser VfR Aalen verliert bei Eintracht Stadtallendorf mit 0:1 (0:1). Kai Merk vergibt beste Chancen.

Roland Seitz hatte im Vorfeld gewarnt. Immer und immer wieder – vor einem ekeligen Aufsteiger, gegen den seine Profis von der ersten Minute an hellwach sein müssen. Und was macht der VfR Aalen? Verschläft wieder einmal die Anfangsphase, gerät früh in Rückstand und ist danach nicht in der Lage, diesen umzubiegen. Am Ende feiert Eintracht Stadtallendorf mit dem 1:0 (1:0) den ersten Saisonsieg. Die Ostälbler dagegen sind ratlos.

"Da müssen Sie die Spieler fragen", antwortete der Trainer des VfR Aalen auf die Frage, warum seinen Profis trotz mehrfacher Warnungen die entscheidenden Prozentpunkte gefehlt haben. Roland Seitz war verärgert angesichts der unnötigen Niederlage, die sich der VfR Aalen einzig und allein selbst zuzuschreiben hat. Was auffällig war: Die fußballerisch klar besseren Gäste fanden zunächst überhaupt kein Mittel, den aggressiven und zweikampfstarken Aufsteiger aufzuhalten. Nachdem Oliver Oschkenat zunächst in höchster Not rettete (4.), war es kurz danach passiert: Felix Nolte passt von links unbedrängt ins Zentrum, Gino Windmüller rutscht der Ball durch, und der völlig freistehende Del Angelo Williams hat aus kurzer Distanz keine Mühe, den Ball unter die Latte zu hämmern – 1:0 (6.). Das war er wieder, der schnelle Rückstand, der dem VfR in dieser noch jungen Saison schon mehrfach zum Verhängnis geworden ist. "Wir haben danach einige Zeit gebraucht, uns zu fangen", sagte Seitz und gab zu, dass "wir auch 0:2 hätten zurückliegen können".

In der Tat: Stadtallendorf diktierte das Geschehen und trat keineswegs wie ein Tabellenletzter auf. Im Gegenteil: Angetrieben vom lautstarken Trainer Dragan Sicaja spielte der Aufsteiger mutig nach vorne und hätte nach knapp einer halben Stunde jenen zweiten Treffer verdient gehabt. Doch der 17-Meter-Schuss von Laurin Vogt sprang vom Pfosten zurück ins Feld (24.). Damit nicht genug. Windmüller rettete gleich zweimal gegen durchgebrochene Gastgeber (38./ 42.), und Keeper Daniel Bernhardt reagierte nach einem 14-Meter-Kracher herausragend gegen Vogt (44.). Allerdings: Die besten Einschussmöglichkeiten hatte in den ersten 45 Minuten der VfR Aalen. 15. Minute: Alessandro Abruscia steuert allein auf Keeper Bayar zu. Statt den freien Mitspieler in der Mitte zu bedienen, schießt der Neuzugang vorbei. 36. Minute: Nach einer Flanke von Kevin Hoffmann kommt Kai Merk völlig frei aus kürzester Distanz zum Kopfball – diesen platziert er direkt in die Arme von Bayar.

In den zweiten 45 Minuten war der VfR Aalen wesentlich präsenter und versuchte, die Partie noch umzubiegen. Nur 40 Sekunden nach Wiederanpfiff kam Oschkenat frei zum Schuss, zielte aber zu hoch (46.). Wieder war es aber Kai Merk, der die nächste Hundertprozentige liegen ließ. Der Stürmer kam völlig frei vor Bayar zum Abschluss – und schoss erneut dem Keeper in die Arme (64.). Aalen warf in der Schlussphase alles nach vorne, doch auch der eingewechselte Ouadie Barini vergab die letzte Möglichkeit (90.+2).

Da müssen Sie die Spieler fragen ...

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

"Du musst dich nicht wundern"

Dann war Schluss. Jubelnde Stadtallendorfer auf der einen, frustrierte Aalener auf der anderen Seite. "Wir hatten drei richtig gute Blätter, wenn du die nicht machst, musst du dich nicht wundern, wenn du verlierst", sagte Seitz. Und Michael Weißkopf führte sich noch die "Wenn-dann-Tabelle" vor Augen: "Wenn wir gewonnen hätten, dann wären wir Achter gewesen", sagte das Präsidiumsmitglied.

Die Realität sieht anders aus: Der VfR Aalen ist nach der unnötigen Pleite 14. – mit nur einem Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

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