Laues Lüftchen statt Vollgas-Fußball

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Grund zu jubeln hatten an diesem Samstag nur die Gastgeber: Marc Pettenkofer machte dem VfR Aalen mit seinem Treffer zum 2:0 kurz nach der Halbzeitpause den Start in die zweite Halbzeit nicht gerade leichter.
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Der VfR Aalen verliert in Balingen 1:4. Die Mannschaft von Trainer Roland Seitz lässt den Kampfgeist vermissen, den sie beim Heimspiel an den Tag gelegt hat.

Es ist ein anderes Bild, das der VfR Aalen da im zweiten Spiel der Regionalligasaison 2020/21 abgegeben hat. Versprühte die Mannschaft von Cheftrainer Roland Seitz am vergangenen Mittwoch gegen Steinbach Haiger noch Leidenschaft und Siegeswillen, war in Balingen nur ein laues Lüftchen davon zu spüren.

Es sind zähe 45 Minuten, mit denen der VfR Aalen in die Partie gegen die TSG Balingen startet. Die Regionalligapartie beginnt mit einem vorsichtigen Abtasten. Beide Teams stehen tief, auf Sicherheit. Hin und wieder schaffen es die Balinger vors Aalener Tor, die gefährliche Torchance bleibt jedoch aus – vorerst. Doch genau so viel tut es sich auch auf Aalener Seite. Es kommt zu wenig – zu wenig Einsatz, zu wenige Kombinationen, zu wenig Tempo und zu wenig Zug zum Tor. Dafür sind es zu viele Fehlpässe im Mittelfeld, die die Gastgeber für einen Angriff nutzen können – und im Laufe der Partie auch nutzen werden.

Aalens Keeper und Kapitän Daniel Bernhardt ist in der ersten Hälfte zwar immer wieder gefordert, richtig ernst wird es für ihn aber in den ersten 30 Minuten nicht.

In der 28. Minute ist es Toni Vastic, der nach einem schnellen Lauf von Dijon Ramaj über die rechte Seite im Sechzehner den Ball kriegt. Doch er vertänzelt und sein Abschluss kann Torwart Julian Hauser problemlos halten. Der VfR bekommt schon bald die Quittung. In der 40. Minute fällt das 1:0 für die TSG. Nach einem Fehlpass bekommt Simon Klostermann auf der rechten Seite den Ball, legt ihn quer auf Cedric Guarino, der im Strafraum lauert. Die VfR-Abwehr zu hektisch, Guarino spielt sich an Leon Volz und Gino Windmüller vorbei und netzt ins lange Eck ein zur Führung.

Nach nur wenigen Minuten nach Wiederanpfiff scheint der Drops dann gelutscht. In der 49. Minute klingelt es zum 2:0. Marc Pettenkofer kommt im Strafraum frei zum Schuss. Nur fünf Minuten später ist es eine Standardsituation, mit der die Gastgeber ihre Führung weiter erhöhen. Den Strafstoß von Kaan Akkaya verwandelt Leander Vochetzer ungehindert mit dem Kopf zum 3:0.

Danach verliert der VfR Aalen weiter den Faden. Die Elf hält zwar dagegen, hat dem Balinger Team aber kaum etwas entgegenzusetzen. Das nötige Ausrufezeichen fehlt.

Goson Sakai versucht es in der 61. Minute, doch Julian Hauser kann seinen Schuss abwehren. Gefährlicher ist der Weitschuss von Alessandro Abruscia, der das Leder von etwa 30 Metern an den Pfosten donnert.

In der 76. Minute macht die TSG dann mit dem 4:0 den Sack zu. Gino Windmüller verliert an der Mittellinie den Ball, Marc Pettenkofer nutzt die Gelegenheit für einen Sprint gen Aalener Tor. Er legt quer auf Daniel Seemann. Seinen Schuss können weder Abwehrspieler Leon Volz, noch Torwart Daniel Bernhard aufhalten. Der 1:4-Anschlusstreffer von Windmüller fünf Minuten vor Schluss ist da nur Ergebniskosmetik. Der trifft nach einem Freistoß von Abruscia.

Hängende Köpfe und ratlose Gesichter auf Aalener Seite sind die Folge, nachdem sie der TSG Balingen den höchsten Sieg deren Regionalligageschichte beschert haben.

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Kapitän und Torwart Daniel Bernhardt ließ seinem Frust freien Lauf und versuchte sein Team (hier: Leon Volz, Gino Windmüller und Goson Sakai, von links) nach dem 3:0 weiter zu motivieren.

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