Leistungen völlig inakzeptabel

  • Weitere
    schließen
+
Andreas Knipfer ärgert sich zurecht über sich selbst. Der Rechtsverteidiger übersah kurz vor Schluss den besser postierten Mitspieler im Strafraum – vertan war damit die Großchance zum 2:2-Ausgleich gegen den FC Bayern Alzenau.
  • schließen

Der erneut desolate Auftritt bleibt beim VfR Aalen nicht ohne Folgen: Mannschaft und Trainerteam sind angezählt. "Das hat mit Regionalliga nichts zu tun", sagt Giuseppe Lepore.

Bereits nach dem vierten Spieltag ist beim VfR Aalen richtig Feuer unterm Dach. Geschäftsführer Giuseppe Lepore hat in Abstimmung mit dem Präsidium sowohl die Mannschaft als auch das gesamte Trainerteam angezählt. Öffentlich! "Wir schauen nicht länger zu und warten ab, bis es irgendwann besser wird. Jetzt stehen alle auf dem Prüfstand, wir werden das Team sehr nah begleiten", stellt Lepore klar.

Direkt nach dem enttäuschenden Auftritt am Sonntag vor heimischem Publikum gegen Alzenau (1:2) haben sich die VfR-Bosse noch zurückgehalten. Präsidiumssprecher Roland Vogt wollte das Spiel nicht kommentieren. Und auch Lepore ließ sich von seinen Emotionen nicht leiten. Am Tag danach hat die Vereinsleitung das dann aber nachgeholt. "Was wir in den vergangenen drei Regionalligaspielen abgeliefert haben, war völlig inakzeptabel. Das hat mit Regionalliga nichts zu tun", sagt Lepore. Jeder Einzelne müsse sich jetzt angesprochen fühlen – sowohl die Spieler als auch das gesamte Trainerteam. Denn: "Solche Leistungen akzeptieren wir nicht länger!"

Eine Szene im Spiel war symptomatisch dafür, was der Geschäftsführer meint. Bei einem Querpass im Mittelfeld blieb Dijon Ramaj einfach steten, der Gegner hatte leichtes Spiel, den Ball zu erobern. Ausgerechnet der einst hoch gelobte Torjäger ist das Paradebeispiel dafür, was den Aalenern derzeit fehlt: Leidenschaft, Kampfgeist und eben die Laufbereitschaft.

Was erschwerend hinzukommt: Ramaj und auch sein Stürmerkollege Toni Vastic sind in einem derart schlechten Zustand aus der Coronapause zurückgekehrt, dass sie noch immer nicht fit und damit meilenweit von ihrer Bestform entfernt sind. Und sie sind nicht die Einzigen im Team. "Natürlich sprechen wir das an", sagt Lepore. "Es reicht nicht aus, nur einen Regionalliga-Vertrag zu unterschreiben. Man muss auch entsprechend professionell leben."

Roland Seitz sitzt auf der Bank

Wir schauen nicht länger zu und warten ab.

Giuseppe Lepore Geschäftsführer des VfR Aalen

Was den Geschäftsführer am meisten ärgert: die Art und Weise wie sich die Mannschaft präsentiert. "Wir wollen den Verein unter schwierigen Grundvoraussetzungen weiterentwickeln, aber dazu muss das Hauptprodukt auf dem Rasen stimmen. Das tut es aber nicht." Lediglich das eine Spiel gegen den TSV Steinbach Haiger (1:0) sei in Ordnung gewesen. "Das lag nicht nur am Ergebnis, sondern auch an der Einstellung."

Dass der VfR Aalen in dieser schwierigen Phase am Freitag zum Aufstiegsaspiranten SSV Ulm 1846 reist, lässt Lepore nicht als Ausrede gelten. "Es ist mir egal, ob wir gegen Ulm oder Schott Mainz spielen. Ich will jedes Spiel gewinnen."

Selbst personelle Konsequenzen schließt der Geschäftsführer vor dieser prestigeträchtigen Partie nicht aus. Wobei er bewusst klarstellt, dass damit nicht der Trainer gemeint sei. Lepore: "Roland Seitz sitzt am Freitagabend definitiv auf der Bank."

Und was macht den Geschäftsführer zuversichtlich, dass es nach den jüngsten Auftritten in Ulm besser wird? "Ich gebe hier keine Tipps oder Prognosen ab. Ich glaube nur noch das, was auf dem Platz passiert. Und da will ich am Freitagabend Taten sehen."

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL