Lepore: "Das mit Trainer Uwe Wolf war kein Freundschaftsdienst"

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Nach dreieinhalb Jahren ist Schluss: Giuseppe Lepore wurde beim VfR Aalen mit sofortiger Wirkung freigestellt. Der 49-Jährige ist enttäuscht und sagt: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen."
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Giuseppe Lepore muss nach dreieinhalb Jahren gehen. Der Ex-Geschäftsführer spricht über einen schweren Job, den Zoff mit dem Ex-Trainer und darüber, dass "der VfR Aalen ein Sanierungsfall war“.

Aalen. Er stand seit längerem in der Kritik. Giuseppe Lepore hatte beim VfR Aalen in den vergangenen Wochen keinen einfachen Stand mehr. Jetzt ist Schluss, der Geschäftsführer wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Im Interview spricht der 49-Jährige über die Spruchbänder gegen ihn, den Zoff mit Ex-Trainer Uwe Wolf und darüber, dass „ich nicht vor Freude in die Luft gesprungen bin“.

Herr Lepore, wie haben Sie die Nachricht von Ihrer Freistellung aufgenommen?

Lepore: Ich bin natürlich enttäuscht und muss alles erst einmal sacken lassen. Aber ich bin auch gefasst.

Haben Sie damit gerechnet?

Nein, wirklich nicht.

Die Fans hatten die Trennung bereits vor der Winterpause auf Spruchbändern gefordert. Wie nahe ist Ihnen das gegangen?

Zuerst einmal: Der VfR Aalen hat tolle Fans. Und die machen sich in der aktuellen Situation einfach Sorgen um ihren Verein. Sie haben sich zuerst das Präsidium, dann mich zur Brust genommen. Natürlich freut man sich nicht, wenn man das im Stadion liest. Von außen kann man aber nicht reinschauen in den Verein.

Machen Sie sich selbst Vorwürfe?

Nein. ich habe mir nichts vorzuwerfen. Natürlich habe ich nicht alles richtig und auch Fehler gemacht. Aber ich kann sagen, dass ich alles mit 100 Prozent Leidenschaft und Überzeugung angegangen bin. Und zwar jeden Tag. Ich habe auch bei meinem Abschied am Freitag noch die eine oder andere Empfehlung gegeben und gesagt, wie ich mit diesen Sachen umgehen würde. So hat alles seine Ordnung.

Wenn Sie zurückblicken: Gibt es Momente, die besonders bitter für Sie waren?

Das ist immer schwierig zu beantworten. Ich kann mich aber an meine erste Woche in Aalen erinnern. Da habe ich mir einen Überblick verschafft und festgestellt, dass der VfR Aalen ein Sanierungsfall ist. Ich habe gemerkt, wie der Verein nach dem Abstieg aus der 3. Liga finanziell aufgestellt ist. Da springt man nicht vor Freude in die Luft. Mir war sofort klar, dass mir eine knüppeldicke Arbeit bevorsteht. Aber ich habe nie lamentiert, sondern die Herausforderung mit Freude angenommen.

Es gab den Zoff mit Ex-Trainer Uwe Wolf, der vor Gericht endet und noch nicht ausgestanden ist. Bereuen Sie, wie das abgelaufen ist?

Nein, wir haben nichts falsch gemacht. Aber ich möchte dazu nichts sagen, das ist ein schwelendes Verfahren. Nur eines ist mir wichtig: Ich habe Uwe Wolf nicht eingestellt, weil er mein Kumpel war. Und ich habe auch bei der Vorstellung klipp und klar gesagt, dass das kein Freundschaftsdienst ist. Uwe Wolf hat hohe sportliche Qualitäten, und das steht an erster Stelle.

Gab es auch einen besonders tollen Moment?

Nicht den einen, sondern ganz viele. Ich habe eine sehr schöne Zeit erlebt, und es war mir eine Ehre, für den VfR Aalen arbeiten zu dürfen.

Wie haben die Spieler auf Ihre Freistellung reagiert?

Die Reaktionen waren alle sehr wohlwollend. Das freut einen natürlich, und es zeigt, dass mein Umgang nicht so schlecht gewesen sein kann.

Wie geht es mit Ihnen jetzt weiter?

Wie gesagt, ich muss alles erst einmal sacken lassen. Was jetzt kommt, weiß ich noch nicht, aber ich schaue zuversichtlich in die Zukunft.

VfR Aalen steigt an diesem Montag ins Training ein

Die Winterpause ist vorüber. Der VfR Aalen startet an diesem Montag ins Vorbereitungstraining auf die Restsaison in der Regionalliga. Los geht's um 15 Uhr auf dem Platz im Greut.

Trainer Tobias Cramer bleiben sieben Wochen bis zum ersten Punktspiel gegen den FC 08 Homburg. Dabei absolvieren die Ostälbler acht Testspiele - das erste am kommenden Samstag gegen die SpVgg Satteldorf.

Beim Auftakt werden auch die Langzeitverletzten Steffen Kienle und Benjamin Kindsvater dabei sein.

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