Mit Glücksgefühlen in die Mini-Pause

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Die Szene, die zur Entscheidung führt: Leon Volz dringt mit dem Ball in den Strafraum ein und wird von Offenbachs Ronny Marcos (links) zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Jordan Brown zum 2:0-Endstand für den VfR Aalen.
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Trotz Personalsorgen: Der VfR Aalen glänzt wieder gegen eine Spitzenmannschaft und gewinnt bei den Offenbacher Kickers mit 2:0 (1:0). Leon Volz und Jordan Brown treffen.

Die Schulter von Daniel Stanese sorgte nach dem Schlusspfiff für Gesprächsstoff. "Komplett blau" sei diese, sagt Trainer Roland Seitz. Dass der Mittelfeldspieler trotzdem 90 Minuten durchgebissen hat, passt zum Spiel: Der VfR Aalen hat mit einem leidenschaftlichen Auftritt für eine große Überraschung gesorgt und sich mit einem unerwarteten 2:0 (1:0)-Sieg beim Aufstiegsaspiranten Kickers Offenbach glücklich in die Mini-Winterpause verabschiedet.

So erleichtert hat man Roland Seitz nach einem Punktspiel schon lange nicht mehr erlebt. Und selten verteilte der VfR-Trainer so viele Komplimente: "Wir haben wirklich ein tolles Spiel gemacht. Die Mannschaft hat das Taktische extrem gut umgesetzt, es war richtig viel zu laufen. Und ich bin froh, dass wir es nach der Umstellung so gut hinbekommen haben. Ein großes Lob an die Mannschaft."

Seitz veränderte sowohl die Taktik als auch das Personal. Nach dem 1:2 gegen den FSV Frankfurt brachte er gleich drei neue Spieler in der Offensive, außerdem kehrte er zurück zum bewährten 4-3-3-System. Verzichten musste er erneut auf den verletzten Tim Grupp.

Es hat wenig für ein Erfolgserlebnis der Ostälbler gesprochen. Hier die daheim noch ungeschlagenen Offenbacher. Dort die Aalener, die zuletzt immer wieder Probleme in der Fremde hatten. Trotzdem wirkte der VfR, der zuletzt drei Spiele in Folge nicht gewonnen hatte, keineswegs verunsichert. Im Gegenteil. Die Seitz-Elf versteckte sich beim scheinbar übermächtigen Gegner nicht und hatte auch die erste Möglichkeit. Nach einer Flanke des umtriebigen Rechtsverteidigers Andreas Knipfer rettete Sebastian Zieleniecki in höchster Not (5.). Ein von Keeper Daniel Bernhardt glänzend gehaltener Freistoß (18.) war alles, was die Kickers dagegen zu setzen hatten. Dann ging's schon wieder auf der anderen Seite weiter. Nachdem Gino Windmüller aussichtsreich drüber schoss (23.), stand es plötzlich 0:1. Volz verpasste dem 22-Meter-Schuss von Knipfer die entscheidende Richtungsänderung. Tor (26.)! Es folgte die Phase, die sich hätte rächen können. Denn der VfR Aalen ließ Chancen im Minutentakt liegen. 29. Minute: Kai Merk legt ab, Volz schießt aus 18 Metern übers Tor. 30. Minute: Knipfer sieht Merk, Keeper Stephan Flauder ist einen Schritt schneller. 39. Minute: Wieder bereitet Knipfer über die rechte Seite vor, in der Mitte zielt Merk völlig freistehend übers Tor. Seitz wütet an der Seitenlinie und zeigt an: Den hätte der Stürmer sogar stoppen können ...

Sollten sich die vielen Fehlschüssen tatsächlich rächen? Zumal Regisseur Kevin Hoffmann in der Pause mit Magenproblemen raus musste. "Es war extrem ärgerlich, dass wir durch Kai Merk nicht nachgelegt haben, weil wir wussten, dass Offenbach extrem Druck ausüben würde", so Seitz. Tatsächlich erhöhte Offenbach die Schlagzahl. Zuerst verstolperte Mathias Fetsch den Ball vor Bernhardt (52.). Dann hatte der VfR Glück, dass der OFC-Torjäger nur den Pfosten traf und sich Windmüller in den Nachschuss warf (67.). Statt 1:1 stand's plötzlich 0:2. Volz ging mit Tempo in den Strafraum, Ronny Marcos brachte den Aalener zu Fall – Elfmeter. Jordan Brown verwandelte (70.).

Am 28. Dezember geht's weiter

Wir haben wirklich ein tolles Spiel gemacht.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Die Entscheidung? Nein. Offenbach hätte direkt danach das 1:2 machen müssen, doch Tim Dierßen ließ völlig freistehend die Großchance zum 1:2 liegen (73.). Aalen gab alles, stemmte sich mit aller Macht gegen den Anschlusstreffer. Und hatte in der Nachspielzeit sogar die Möglichkeit, endgültig den Sack zuzumachen. Volz aber scheiterte an Keeper Flauder (90.+3).

Es war ein perfekter Abschluss eines Seuchenjahres. Einer, der "uns allen sehr gut tut, weil du mit diesem Sieg ins erste Training nach der Pause gehst". Das lässt nicht lange auf sich warten. Bereits am 28. Dezember steigt der VfR Aalen wieder in die Vorbereitung ein.

Jetzt dürfen die VfR-Profis aber erst einmal Weihnachten feiern. Die Bescherung gab's schon vorab in Offenbach.

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