Nach Corona-Erkrankung: Tim Paterok hält den Sieg fest

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Der VfR Aalen hat das Auswärtsspiel bei Hessen Kassel mit 2:1 gewonnen.
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Der VfR Aalen gewinnt bei Hessen Kassel mit 2:1 (2:0).Der wiedergenesene Keeper glänzt, und vorne machen es Tim Schmidt mit Köpfchen und Alessandro Abruscia mit Coolness.

Kassel

Tim Schmidt war nach dem Schlusspfiff noch lange im Inneren des Auestadions. Mit dem Handy am Ohr. Der erst 19-jährige Innenverteidiger hatte etwas Besonderes zu berichten: dass er mit seinem ersten Profi-Tor den Grundstein für den 2:1 (2:0)-Erfolg des VfR Aalen im Auswärtsspiel bei Hessen Kassel gelegt hat. Trainer Uwe Wolf lobte aber die gesamte Mannschaft: „Wir haben alle Eier gezeigt.“

Tobias Damm machte seiner Elf keinen Vorwurf. „Unterm Strich bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft absolut zufrieden, nur mit dem Ergebnis nicht“, sagt der Trainer von Hessen Kassel nach der Partie. Tatsächlich machte seine Elf nicht viel falsch. Trotzdem stand seine Elf am Ende mit leeren Händen da, weil der VfR Aalen nicht nur aufopferungsvoll kämpfte, sondern in den entscheidenden Momenten hellwach war.

Das galt zunächst für Tim Paterok. Der 29-Jährige VfR-Keeper, der nach überstandener Corona-Infektion erstmals wieder zwischen den Pfosten stand, verhinderte im Eins-gegen-Eins mit Danielo Maurizio Vesco mit einer tollen Parade einen frühen Rückstand (2.). In dieser Anfangsphase lieferten sich die beide Kontrahenten einen offenen Schlagabtausch. Mark Müller ließ auf der anderen Seite die nächste Großchance liegen (8.). Auffällig: Die Aalener waren im Zentrum sehr anfällig, und Kassel kam durch die Mitte immer wieder gefährlich durch. So auch nach 24 Minuten, als Paterok im Duell mit Mike Feigenspann erneut herausragend reagierte. Als sich Andreas Knipfer verschätzte, hatte erneut Feigenspann freie Bahn - wieder war der Keeper zur Stelle (28.). Geradezu harmlos war dagegen der Schuss von Sean Seitz ans Außennetz (31.). Und doch waren es die Aalener, die dem Spiel nun die entscheidende Wende gaben:
35. Minute: Ali Odabas kann ungestört flanken, Tim Schmidt steht ebenso unbedrängt köpfen. Keeper Nicolas Gröteke ist ohne Chance - 0:1.
38. Minute: Kassel hatte sich vom Schock noch nicht erholt, als es zum Zweikampf zwischen Odabas und Maurice Springfeld kommt. Der Unparteiische zeigt zur Verwunderung aller auf den Elfmeterpunkt. Alessandro Abruscia lässt sich durch die Proteste und Pfiffe von den Rängen nicht verunsichern und chippt den Ball mitten ins Tor - 0:2. „Der Elfmeter war vielleicht etwas fragwürdig“, sagt Wolf.

Die 2:0-Pausenführung war daher aus Aalener Sicht schmeichelhaft, wobei der VfR auch gnadenlos effektiv agierte.

Der Elfmeter war vielleicht fragwürdig.“

Uwe Wolf , Trainer des VfR Aalen

Und er hätte direkt nach Wiederanpfiff alles klar machen können. Nach Vorarbeit von Seitz hatte Knipfer freie Schussbahn, doch der Rechtsverteidiger scheiterte (48.). „Wenn er den macht, wäre der Deckel vielleicht schon drauf gewesen“, sagt Wolf. So aber drängten die Hessen auf den Anschlusstreffer.

Pfosten: VfR Aalen im Glück

Und der fiel aus Aalener Sicht viel zu früh. Der eingewechselte Marcel Fischer kam frei vor Paterok an den Ball, und diesmal zog der VfR-Keeper den Kürzeren - 1:2 (67.). Kassel warf nun alles nach vorne, und der VfR schaffte kaum noch Entlastung. Vesco hatte die nächste Großchance, der Ball knallte aber an den Pfosten (72.). Nun wurde es hektisch. Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als Jörn-Hendrik aus 10 Metern völlig frei zum Schuss kam. Das 2:2? Nein, weil Tim Paterok einmal mehr seine Klasse zeigte und den Ball im Stile eines Handball-Torwarts mit dem Fuß klärte (90.+5).

Mit Leidenschaft, Kampfgeist, Tim Paterok und viel „Eiern“ hat der VfR Aalen den Vorsprung über die Zeit gerettet und sich auf Platz sieben hochgearbeitet.

„Ich bin absolut zufrieden“, sagt Trainer Uwe Wolf. Das ging auch allen anderen im Team des VfR Aalen so.

  • Uwe Wolf und die dicken Eier
  • Ali Odabas, VfR-Innenverteidiger: „Ich habe versucht, den Ball mit Gefühl reinzubringen, und es hat geklappt, dass Tim den reinmacht. Das ist schön. Was den Elfmeter betrifft: Ich habe mit meinem Gegenspieler drüber diskutiert, er sagt, dass er mich schon runterzieht, ich mich aber leicht fallen lasse. Aber für mich war es ein klarer Elfmeter.
  • Steffen Kienle, VfR-Torjäger: „Wir wussten, dass wir für einen Sieg hier richtig kämpfen müssen. das haben wir super angenommen, und darüber hinaus unsere fußballerische Qualität gezeigt. Ich bin mega stolz auf die Jungs.“
  • Tim Paterok, VfR-Torwart: „Zuerst einmal ist für mich wichtig, dass ich die Corona-Erkrankung gut überstanden habe.Ich habe nichts mehr, und ich bin voll fit. Da tut es gut, so ein Spiel abzuliefern. Kassel hat fast nur lange Bälle gespielt, und wir haben uns gefühlt in jeden Ball reingeworfen. Die Jungs haben super gekämpft.“
  • Uwe Wolf, VfR-Trainer: „Hier hat vor uns nur eine Mannschaft gewonnen. Kassel hat eine Präsenz, eine Heimstärke. Meine Mannschaft hat aber alles investiert, um die drei Punkte zu holen. Nach dem Anschlusstreffer brauchst du Eier, um das Spiel zu gewinnen. Wie hatte der argentinische Trainer Diego Simeone einmal gesagt: Er müsse sich bei allen Müttern seiner Spieler bedanken, dass die mit so dicken Eiern auf die Welt gekommen sind. Da kann ich heute von meiner Mannschaft auch sagen.“
  • Tim Schmidt, VfR-Innenverteidiger: „Bei so einer Flanke, und wenn ich dann noch so richtig stehe, kann ich den Ball nur ins Tor köpfen.“
  • Ein Kommentar von Alexander Haag über Uwe Wolf.
Der VfR Aalen hat das Auswärtsspiel bei Hessen Kassel mit 2:1 gewonnen.
Der VfR Aalen hat das Auswärtsspiel bei Hessen Kassel mit 2:1 gewonnen.
Der VfR Aalen hat das Auswärtsspiel bei Hessen Kassel mit 2:1 gewonnen.
Aufsichtsrat Kummich, Co-Trainer Demirtas
Uwe Wolf mit Kassel-Fan
Tim Paterok mit Fans
Tim Schmidt

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