Nach der Insolvenz beim VfR Aalen: Der Profifußball soll weiterleben

+
Das Präsidium mit (von links) Walter Höffner, Michael Weißkopf und Charlotte Helzle hat nach der Insolvenz erklärt, wie es mit dem VfR Aalen weitergehen soll: mit Profifußball. Dazu sei aber zwingend eine größere Unterstützung erforderlich.
  • schließen

Nach der Insolvenz gibt's ein klares Ziel: Der VfR Aalen setzt auf die Unterstützung neuer Firmen und will so den Verein fortführen. Der Spielbetrieb ist bis Jahresende gesichert.

Aalen

Von Aufgeben oder Resignation keine Spur. Die Präsidiumsmitglieder des VfR Aalen haben nach der Insolvenz ein klares Ziel: „Wir wollen diesen Verein fortführen, und es geht gar nicht, dass wir den Profifußball aufgeben“, sagt Michael Weißkopf mit ungewohnt deutlicher Stimme. Das sei aber nur gemeinsam möglich: „Wir brauchen dazu zusätzliche Unterstützung durch neue Unternehmen. Und zwar jetzt. Es ist fünf nach Zwölf.“

Der VfR Aalen hat ein erstes positives Zeichen erhalten: Der aus Aalen stammende Insolvenzverwalter Patrick Wahren von der Ulmer Kanzlei „Schneider Geiwitz & Partner“ habe signalisiert, dass „er diesen Weg positiv mitgestalten will“. Dieser Weg sieht ganz klar vor, dass es den VfR Aalen auch in Zukunft gibt. „Das möchten wir mit aller Kraft schaffen“, sagt Weißkopf und erklärt zunächst, dass der Spielbetrieb bis Jahresende auf jeden Fall gesichert sei. „Wir werden diese Spiele bestreiten, gar keine Frage.“ Die Aufgabe für die Verantwortlichen sei es bis dahin, „finanziell einen Insolvenzplan aufzustellen, dass die Rückrunde bis zum 30. Juni 2023 und auch der Spielbetrieb darüber hinaus gesichert ist.“

Sportlich stehe die Mannschaft in der Pflicht, sie müsse nach dem ersten Schock den Neun-Punkte-Abzug verkraften und den Klassenerhalt schaffen. Abseits des Platzes hoffen die Präsidiumsmitglieder durch die zweite Insolvenz nach 2017, „dass die Region, die Aalener Bürger und vor allem die Unternehmen erkennen, dass der VfR Aalen ein Leuchtturm ist und die Stadt weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat“. Walter Höffner hob die Nachwuchsarbeit mit über 100 Jugendfußballern hervor: „Schauen Sie nach Hofherrnweiler, wir versorgen seit Jahrzehnten die Region.“ Und Charlotte Helzle sieht den VfR Aalen „als einen wertvollen Baustein, um die Region Ostwürttemberg zu stärken“.

„Der VfR Aalen hat kein Geld“

Jetzt sei die Zeit gekommen, zusammenzustehen und etwas zurückgegeben. „Die Aalener haben einmal den Fehler gemacht und das Ringen fallen lassen. Das darf kein zweites Mal passieren.“ Weißkopf hofft deshalb auf ein klares Bekenntnis zum VfR. Mehr noch: „Ich erwarte von der Region, dass sie mithilft. Wir im VfR wollen erkennen, dass die Region diesen Verein will.“ Eines ist dem Präsidiumsmitglied dabei besonders wichtig: „Die Leute denken immer noch: 'Der VfR hat Geld.' Nein, der VfR Aalen hat kein Geld. Er ist auch nicht arrogant. Wir reißen uns jeden Tag den Hintern auf. Ja, wir machen Fehler, aber wir tun etwas. Das ist der große Unterschied zu vielen anderen, von denen nur 'bla bla' kommt. Meine Hoffnung ist, dass die Leute jetzt endlich erkennen, dass es ernst ist. Entweder sie helfen jetzt - oder sie brauchen gar nicht mehr helfen.“

Ob es gelingt, diese neuen Partner zu überzeugen, werden die kommenden Wochen zeigen. Tatsache ist laut Weißkopf, dass der Insolvenzverwalter den Plan des VfR Aalen „nur so ausarbeitet, dass er aufgeht“. Und falls nicht? „Unser Auftrag ist es nicht, darüber nachzudenken, was passiert, wenn wir es nicht schaffen“, sagt Michael Weißkopf - und stellt dabei aber eines klar: „Wir werden in Zukunft keinen Euro mehr ausgeben, den wir nicht einnehmen.“

Lesen Sie dazu:

Spielvorschau: VfR Aalen will in Worms kein Punktebringer sein 

Nach der Insolvenz: Wo ist die Aufbruchstimmung beim VfR Aalen?

Kommentar: Der VfR Aalen hat kein Gesicht

Insolvent! VfR Aalen zieht Notbremse

Das Präsidium mit (von links) Walter Höffner, Michael Weißkopf und Charlotte Helzle hat nach der Insolvenz erklärt, wie es mit dem VfR Aalen weitergehen soll: mit Profifußball. Dazu sei aber zwingend eine größere Unterstützung erforderlich.
Stößt die heimische Wirtschaft die Türen des VfR Aalen wieder auf
Das Präsidium mit (von links) Walter Höffner, Michael Weißkopf und Charlotte Helzle hat nach der Insolvenz erklärt, wie es mit dem VfR Aalen weitergehen soll: mit Profifußball. Dazu sei aber zwingend eine größere Unterstützung erforderlich.
Der Spielbetrieb beim VfR Aalen ist zumindest bis zur Winterpause gesichert.

Zurück zur Übersicht: VfR Aalen

Kommentare