Nach der roten Karte zum Ausgleich

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Jubel in Unterzahl: Nach der roten Karte gegen Daniel Stanese drehte der VfR Aalen auf und kam gegen den FK 03 Pirmasens in Unterzahl noch zum verdienten Ausgleich. Die Profis (von links) Gino Windmüller, Kevin Hoffmann, Leon Volz und Goson Sakai feierten den Treffer von Alessandro Abruscia (verdeckt).
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Platzverweis gegen Daniel Stanese als Weckruf: Der VfR Aalen steigert sich in Unterzahl und kommt gegen den FK Pirmasens noch zum 1:1 (0:1). Alessandro Abruscia trifft.

Eigentlich wäre es der sprichwörtliche Genickbruch gewesen: die rote Karte gegen Daniel Stanese beim Stande von 0:1. Doch der Platzverweis wirkte wie ein Weckruf. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten kam der VfR Aalen am Dienstagabend im Flutlichtspiel noch zu einem 1:1 (0:1) gegen den direkten Konkurrenten FK Pirmasens.

Roland Seitz wollte sich den einen Punkt nicht schlechtreden lassen. "Das war in Unterzahl eine sehr gute zweite Halbzeit", sagte der Trainer des VfR Aalen. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass "du so viele Chancen kreierst, ganz wenig zulässt und vielleicht sogar noch das zweite Tor machst".

Dieses zweite Tor wäre angesichts der ersten 45 Minuten allerdings nicht verdient gewesen. Denn da waren die Ostälbler weit entfernt von dem, was sie leisten hätten müssen, um den erhofften Dreier einzufahren. Auch Seitz sah schwache erste 45 Minuten seiner Elf. Es waren zwei Minuten, die den zahlenmäßigen Unterschied ausmachten. Der VfR Aalen hatte gleich in der Anfangsphase die Großchance durch Leon Volz, die der Offensivspieler jedoch kläglich vergab. Kevin Hoffmann sieht zuvor die Lücke und bedient Volz, der aber verstolpert den Ball völlig frei vor Keeper Benjamin Reitz (9.). "Das war eine Tausendprozentige", wetterte Seitz an der Seitenlinie. Der FK Pirmasens hatte direkt danach eine selbige, weil Oliver Oschkenat unglücklich agierte und seine Mitspieler dann gleich zwei Gästespieler sträflich allein lassen. Anders als Volz lässt sich Dennis Krob die Gelegenheit nicht entgehen, der Torjäger muss den abgefälschten Ball am langen Pfosten nur über die Linie drücken – 0:1 (11.). Wieder muss der VfR Aalen einem Rückstand hinterher laufen. Das machen die Seitz-Schützlinge zwar mit einem hohen Aufwand, aber mit zu wenig Entschlossenheit und Ideen. Und vor allem: wieder ohne die nötige Durchschlagskraft. 27. Minute: Einen weiten Einwurf von Hoffmann verlängert Gino Windmüller im Strafraum, am langen Pfosten ist aber kein Aalener zur Stelle. 34. Minute: Jordan Brown legt im Strafraum auf Hoffmann zurück, der den Ball direkt aus 18 Metern am Tor vorbei schießt.

Ärgerlich: Kurz vor der Halbzeitpause stellten die Ostälbler aus unerklärlichen Gründen das Fußballspielen ein. Und Pirmasens kam erneut zu klaren Möglichkeiten. Hoffmann kratzte einen Kopfball von Moritz Zimmer von der Linie (39.), Stanese rettete gegen Daniel Bohl (40.), und der 20-Meter-Kracher von Benno Mohr sprang von der Unterkante der Latte zurück ins Feld (44.). Und es kam noch schlimmer: Stanese gingen direkt vor der Halbzeitpause die Nerven durch, für sein böses Frustfoul an der Seitenlinie sah der 26-Jährige glatt Rot (45.).

Wer nun dachte, Pirmasens habe im zweiten Durchgang leichtes Spiel, wurde eines Besseren belehrt. Denn es war der VfR Aalen, der zu zehnt die Initiative ergriff und kaum wiederzuerkennen war. Nachdem der starke Ex-Aalener Dennis Chessa an Keeper Daniel Bernhardt scheiterte (61.), kamen die Aalener zu klaren Chancen. Alessandro Abruscia machte es technisch fein, der letzte Haken im Strafraum war aber einer zu viel (65.). 30 Sekunden später machte es der Italiener aber besser: Sein satter 20-Meter-Schuss schlägt im kurzen Eck ein – 1:1 (65.).

Das war eine Tausendprozentige ...

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Hoffmann ans Außennetz

In einer umkämpften Schlussphase hatten beide die Möglichkeiten zur Entscheidung. Daniel Bernhardt verhinderte zweimal glänzend die erneute Pirmasenser Führung (84./ 89.). Die letzte Großchance aber hatte der VfR: Nach Vorarbeit von Kai Merk hämmerte Hoffmann den Ball ans Außennetz (90.+1).

Trotz des Fehlschusses waren die Ostälbler am Ende zufrieden mit dem 1:1. Ganz besonders Rotsünder Daniel Stanese.

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