Nach 0:2 mit Doppelschlag zurück

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Erleichterung pur: Nur zwei Minuten nach dem 1:2-Anschlusstreffer erzielt Innenverteidiger Gino Windmüller (Mitte) per Kopf das 2:2 und beschert dem VfR Aalen damit einen Punktgewinn bei der U21 des VfB Stuttgart. Oliver Oschkenat (links) und Goson Sakai freuen sich mit dem Torschützen.
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Der VfR Aalen zeigt nach dem frühen Rückstand Moral und nimmt beim 2:2 (2:2) einen Zähler beim VfB Stuttgart II mit. Alessandro Abruscia trifft erneut vom Punkt.

Der VfR Aalen bleibt eine Wundertüte. Eine Woche nach dem starken Auftritt in Ulm (2:0) waren die Schwarz-Weißen am Sonntag bei der U21 des VfB Stuttgart zunächst neben der Spur. Allerdings nahm die Partie nach dem 0:2-Rückstand eine überraschende Wende und bescherte den Gästen noch einen Punktgewinn.

Auf dem Spielberichtsbogen war mit der Rückennummer 26 Kevin Hoffmann in der Startelf notiert. Nur: Auf dem Platz erschien der 25-Jährige nicht. Der eigentlich wiedergenesene Hoffmann bekam vor dem Anpfiff Kreislaufprobleme und Schweißausbrüche und musste passen. Statt nur Tim Grupp (gesperrt) musste Trainer Roland Seitz plötzlich zwei Schlüsselspieler ersetzen.

Julian Rümmele und Michael Senger bemühten sich dann, zeigten aber auch, dass sie kein adäquater Ersatz sind. Es lag allerdings nicht nur an den beiden, dass zunächst nur eine Mannschaft spielte: nämlich die des VfB Stuttgart. Die Bundesliga-Reserve konnte ihr schnelles Kombinationsspiel aufziehen, weil der VfR Aalen keinen Zugriff bekam, viel zu weit weg vom Gegner war und meist hinterher lief.

Das blieb nicht ohne Folgen. Nikos Zografakis zog nach innen und bediente Domenico Alberico, der aus 14 Metern ungestört vollendete – das 1:0 nach nur zehn Minuten. Der VfB drückte weiter, Aalen war überfordert. Marco Wolf (16.) und vor allem Erstligaprofi Atakan Karazor (18.), der nach einem Doppelpass völlig frei vor Keeper Daniel Bernhardt auftauchte, vergaben weitere Großchancen.

Zwei Tore in zwei Minuten

Der zweite Treffer ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Marc Stein bediente aus der eigenen Hälfte Wolf, der passte weiter auf Joel Richter – 2:0 (22.). So einfach kann Fußball sein. "Wir hatten extreme Probleme und haben den Gegner nicht in den Griff gekriegt", sagte Seitz.

Damit können wir gut leben.

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Doch dann passierte das, woran zu dem Zeitpunkt niemand glaubte: Der VfR Aalen stellte mit einem Doppelschlag von 0:2 auf 2:2. 26. Minute: Manuel Kobel attackiert im Strafraum Kai Merk. Den fälligen Elfmeter verwandelt Alessandro Abruscia souverän zum 1:2. 28. Minute: Nach einem Eckball von Abruscia steigt Gino Windmüller am höchsten – 2:2.

"Damit war nicht zu rechnen", gab hinterher auch Seitz zu – und sprach von einer "ganz schlechten ersten Halbzeit mit glücklichem Ausgang". Und der Trainer holte seine Profis in der Pause an die Taktiktafel und justierte nach. Mit Erfolg. Denn in den zweiten 45 Minuten stand der VfR Aalen viel kompakter und machte dem VfB dadurch das Leben schwer. Auf der anderen Seite kamen die Ostälbler jetzt zu guten Möglichkeiten. Keeper Sebastian Hornung klärte gegen Abruscia (50.). Und als Ex-Nationalspieler Holger Badstuber ein fataler Fehlpass unterlief, hatte Abruscia freie Bahn, übersah aber den völlig frei stehenden Toni Vastic (65.). Erneut Vastic und Merk vergaben zwei weitere gute Einschussmöglichkeiten.

"Da hätten wir das dritte Tor machen müssen", ärgerte sich Seitz. Wobei der VfR-Coach auch sah, dass "wir in der Schlussphase wieder Glück hatten". Vor allem nach 84 Minuten, als Kapitän Daniel Bernhardt einen Schuss von Falko Michel mit einer Glanztat an die Querlatte lenkte.

Ein zufriedener Trainer

Am Ende blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden. Und trotz schwacher erster Hälfte war Roland Seitz alles andere als unzufrieden. "Wir hatten keine einfache Situation und haben jetzt in zwei Auswärtsspielen vier Punkte geholt. Damit können wir gut leben."

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