Nervenkitzel bis zum letzten Schuss

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Die SG Bettringen machte es dem VfR Aalen nicht einfach und hielt stark dagegen. Der Bezirksligist ging mit einer 2:0-Führung in die Pause.
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Im Elfmeterschießen bezwingt der VfR Aalen die SG Bettringen mit 7:6 (2:2 nach 90 Minuten) und zieht damit in die zweite Runde ein. Bettringen zeigt sich von bester Seite.

Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze – wenn einer mal wieder Recht behielt, dann war's an diesem Samstagnachmittag Otto Rehagel. Denn erwartet hat diesen Nervenkitzel, der da in der Aalener Ostalb-Arena stattgefunden hat, sicher niemand. Es brauchte nicht nur die Verlängerung, sondern auch noch das Elfmeterschießen, um den VfR Aalen im WFV-Pokal in die zweite Runde zu schicken.

SGB schießt 1:0, dann 2:0

Der Gegner: Bezirksligist SG Bettringen. Der Klassenunterschied von vier Ligen: anfangs kaum sichtbar. Nicht nur die Temperaturen sind heiß, auch die Mannschaft von Bernd Maier gibt auf dem Rasen alles. Sie sind oft da, wo sich der VfR Aalen die Bälle zuschiebt, zeigen sich lauffreudig und brennen darauf, den vermeintlichen Goliath in die Schranken zu weisen.

Der Plan geht auf. Im eigenen Strafraum kommt Marcel Appiah zu spät, Wesley Wicker ist durch, wird aber vom VfR-Keeper Matthias Layer gefällt. Der sieht gelb, das Elfmetertor von Patrick Gräßle lässt die Bettringer mitgereisten Fans jubeln. Nach nur 17 Minuten steht es 1:0 für die Underdogs.

Die legen nach und lassen in der 35. Minute den Regionalligisten alt aussehen. Kapitän Christian Strobel kann sich vor dem Aalener Strafraum ungehindert den Ball zurechtlegen und abziehen. 2:0. Bis zur Halbzeit halten die Gäste aus Bettringen das Zepter in der Hand. Der VfR scheint ratlos und überrumpelt von so viel Kampfgeist des Bezirkspokalsiegers. Es fehlt an Geschwindigkeit nach vorne, dem Willen, zu zeigen, wer hier klassenmäßig der Überlegenere ist.

Das zeigen sie, als sie wieder aus der Kabine kommen. Nach nur zwei Minuten folgt der 1:2-Anschlusstreffer. Und da ist auch die vorher so vermisste Schnelligkeit, die der Regionalligist auf den Platz bringt: Knipfer schickt Stürmer Dijon Ramaj, der flankt in die Mitte zu Goson Sakai – 1:2.

"Der Treffer kam für uns nach der Halbzeit zu früh." Bernd Maier befürchtet, mit diesem schnellen Anschlusstreffer nun die Partie aus der Hand zu geben. Dass die Führung zu halten kein Leichtes wird, war dem Bettringer Trainer klar.

Doch den Schwung, den der VfR nach der Halbzeitpause an den Tag legte, verblasst und das Team von Roland Seitz verfällt in alte Muster: viele Rückpässe, nur wenig Tempo nach vorne. Trotzdem folgt ein spektakuläres 2:2. Ehret spielt quer auf Knipfer, dessen Flanke der eingewechselte Ouadie Barini im Flug einköpft. Anstatt gleich an die Leistung anzuknüpfen und die nötige Präsenz zu zeigen, will es beim VfR Aalen einfach nicht so recht klappen mit dem dritten Treffer – 120 Minuten nicht.

Die Verlängerung hätten sich beide Mannschaften sicher gespart bei Temperaturen um die 30 Grad. Auch der Nervenkitzel des Elfmeterschießens hätte nicht sein müssen. Die Anspannung ist auf beiden Seiten groß: Kann Bettringen den Regionalligisten knacken? Reicht das Glück heute aus, den VfR Aalen im Elfmeterschießen aus dem Pokal zu werfen? Wird der VfR Aalen seine Stärke zeigen und das Elfmeterschießen für sich entscheiden?

Seitz ist stinksauer

Zur Unterstützung kommt in Minute 119 Routinier Daniel Bernhardt. Er ist es auch, der den VfR in die nächste Runde rettet. Er wehrt zwei Elfmeter ab, außer Gino Windmüller treffen alle Aalener Spieler. Die Erleichterung über den Sieg ist zwar groß, der Frust aber sitzt tief. So hatte sich die Elf von Roland Seitz das wohl nicht vorgestellt. Der Trainer nach dem Spiel? Stinksauer. Mit der letzten Aktion auf dem Rasen verlässt er den Platz. Eine saftige Kabinenansprache ist wohl programmiert.

VfR Aalen – SG Bettringen 7:6 n.E.

VfR: Layer (119. Bernhardt) – Herrmann, Windmüller, Appiah – Knipfer, Merk, Sakai, Bux (46. Ehret), Senger – Ramaj (80. Müller), Vastic (60. Barini). SGB: Ziesel – Schneider, Widmann, Wicker (33. Fischer), Knödler (83. Siegloch)– Sanogo, Strobel, Stich, Herr – Adam, Gräßle (80. Anedda). Tore: 0:1 (17.) Gräßle, 0:2 (35.) Strobel, 1:2 (47.) Sakai, 2:2 (80.) Barini, 3:2 Senger, 3:3 Adam, 4:3 Ehret, 4:4 Herr, 5:4 Barini, 5:5 Sanogo, 6:5 Merk, 6:6 Anedda, 7:6 Herrmann. Schiedsrichter: Dennis Bauer (Erdmannhausen). Zuschauer: 364.

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