Pateroks Blackout leitet Niederlage ein

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Denis Huseinbasic (Offenbacher Kickers) trifft das Tor zum 1:0.
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Erneut vier Gegentreffer: Der VfR Aalen spielt zunächst stark, gerät durch einen Aussetzer seines Keepers Tim Paterok in Rückstand und geht dann mit 0:4 (0:1) bei Kickers Offenbach unter.

Offenbach

Tim Paterok verschwand nach dem Schlusspfiff wortlos in den Katakomben des Stadions am Bieberer Berg. Der Keeper des VfR Aalen wusste genau, dass sein Aussetzer nach 42 Minuten die klare 0:4 (0:1)-Niederlage bei Kickers Offenbach einleitete. „Leider ist ihm dieser Lapsus passiert“, sagt Uwe Wolf. Wobei der VfR-Trainer auch klarstellt, dass „wir in der zweiten Halbzeit zu grün waren“. Seiner Mannschaft habe in den Zweikämpfen die Aggressivität gefehlt, um den Fehler des Torwarts noch einmal auszubügeln. Stattdessen dominierten die Gastgeber klar das Geschehen und feierten laut OFC-Trainer Sreto Ristic „einen hochverdienten Sieg“.

Eine tolle Stimmung auf den Rängen, ein hohes Tempo auf dem Rasen und jede Menge Zündstoff im Spiel - die über 5000 Zuschauer kamen in den ersten 45 Minuten voll auf ihre Kosten. Und es ging Schlag auf Schlag: 17 Sekunden waren gespielt, als der VfR Aalen erstmals tief durchatmen musste. Daniel Stanese, der gemeinsam mit Youngster Tim Schmidt die beiden gesperrten Innenverteidiger Gino Windmüller und Ali Odabas ersetzte, klärte vor Elia Soriano (1.). Nur 24 Sekunden später hatten die Ostälbler ihren ersten Torschuss, der Ball von Sean Seitz wurde geblockt (1.). Der VfR Aalen versteckte sich nicht, stattdessen machte er mit seiner aggressiven und laufintensiven Spielweise dem Favoriten das Leben schwer. Einer war fast überall zu finden: Daniel Elfadli ragte heraus. Nach knapp einer halben Stunde zeigten dann aber die Kickers, weshalb sie zurecht zu den Aufstiegskandidaten in der Regionalliga gehören. Und sie hatten schon zuvor gute Einschussmöglichkeiten.

17. Minute: Rafael Garcia setzt sich gegen Andreas Knipfer durch, in der Mitte rettet Kristjan Arh Cesen vor dem einschussbereiten Serkan Firat.

23. Minute: Einen Freistoß von halblinker Position von Tunay Deniz pariert Keeper Tim Paterok glänzend.

26. Minute: Maik Vetter kann ungestört flanken, auch den Flugkopfball von Florent Bojaj hält Paterok.

Was zwei Minuten danach in Schiedsrichter Arianit Besiri vorgegangen ist, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Daniel Stanese klärt einen langen Ball im Strafraum, als er von hinten von Soriano zu Fall gebracht. Nachdem auch der Ex-Aalener liegen blieb, zeigte der Unparteiische zur Überraschung aller auf den Elfmeterpunkt. Immerhin: Soriano schoss schwach - und rechts am Tor vorbei (28.).

Der zweite Blackout im Spiel blieb nicht ohne Folgen. Diesmal war es Tim Paterok. Der 29-Jährige ging ins Eins-gegen-Eins - und verlor den Ball an Denis Huseinbasic. Der Offensivspieler hatte freie Bahn und schob den Ball ins leere Tor - 1:0 (42.). Und Offenbach hätte beinahe sofort nachgelegt. Dekan Boziz wollte den viel zu weit vor dem Tor stehenden Paterok mit einem Heber überlisten, der Schuss aus 35 Metern verfehlte das Tor um wenige Zentimeter (45.).

Durchatmen in der Halbzeitpause, und die ging gut 30 Minuten, weil sich der Linienrichter verletzte und Ersatz gesucht werden musste. Auch nach Wiederanpfiff ging‘s in hohem Tempo weiter. Diesmal waren 44 Sekunden gespielt, als Offenbachs Rafael Garcia das leere Tor verfehlte (46.). Anders als im ersten Durchgang spielte jetzt nur noch eine Mannschaft: der OFC. Paterok rettete gegen Bozic (47.), Deniz zielte knapp vorbei (52.), und als Tim Schmidt und Andreas Knipfer nicht konsequent zum Ball gingen, vollendete Bozic freistehend zum 2:0 (55.). Offenbach drehte jetzt richtig auf, der VfR Aalen fand kaum noch Zugriff aufs Spiel. Als Maik Vetter eine Direktabnahme aus 22 Metern in den Winkel hämmerte, war die Partie entschieden - 3:0 (71.). Die Kickers waren aber noch nicht satt. Paterok rettete zuerst glänzend gegen Bozic (85.), dann gegen Lucas Hermes (90.). Den Schlusspunkt setzte Mathias Fetsch in der Nachspielzeit, der aus kurzer Distanz zum 4:0-Endstand abstaubte (90.+1).

Für den VfR Aalen war es das zweite Spiel in Folge mit vier Gegentreffern und die zweite Niederlage nach zuvor vier Siegen. Uwe Wolf hat aus den vier Spielen gegen Homburg (1:0), Elversberg (1:4), Offenbach (0:4) und Ulm sechs Punkte als Ziel ausgegeben. Damit steht seine Elf am Dienstagabend im Derby gegen die „Spatzen“ unter Zugzwang.

Alessandro Abruscia ärgert sich über das Gegentor.

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