Profi oder nicht – das ist die Frage

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Für Roland Seitz, den Trainer der Profimannschaft des VfR Aalen, ist klar: Auch die Regionalliga soll im November ihre Saison fortsetzen. Doch werden die Amateurvereine mitziehen?
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Seit Mittwochabend ist klar: Der Amateursport setzt aus, Profis dürfen spielen – ohne Zuschauer. Doch was ist mit der Regionalliga?

In der Regionalliga warten die Teams auf eine Entscheidung. In einer Runde aller Regionalliga-Vereine muss eine Entscheidung gefällt werden: Profiliga oder nicht, Spielbetrieb ja oder nein. Das Problem: In den fünf Regionalliga-Staffeln treffen Profi- auf Amateurmannschaften.

Bis die Entscheidung gefallen ist, läuft es für das Team des VfR Aalen ganz nach vorherigem Plan: Man trainiert weiter, bereitet sich auf die Partie am Samstag (14 Uhr) gegen die SV Elversberg vor – mit Zuschauern in der Ostalbarena. Nach dem 1:0-Heimsieg gegen den FC Giessen ist der Trainingsalltag wieder da. Gesprächsthema war Corona vor der Verschärfung der Maßnahmen am Mittwochabend in der Kabine des Profiteams nicht, erzählt Roland Seitz. Der Cheftrainer ist sich aber sicher, dass es nun durchaus diskutiert werden könnte.

Bislang war Corona nur ein Thema für die Mannschaft bei der Einhaltung der Hygienemaßnahmen. "Aber das ist längst Standard." Nun verschärftere Regeln, Verunsicherung, ob und wie es weitergehen wird. An die Atmosphäre mit wenigen oder gar keinen Zuschauern habe man sich längst gewöhnt – "leider", betont der Trainer.

Der Körper ist das Kapital

Rein auf dem Papier gilt die Regionalliga als Amateurliga. Die Haltung des VfR Aalen ist deutlich: "Wir wollen weiterspielen." Schließlich sei Fußballspielen das Job jedes Einzelnen im Team. "Wir sind ja keine Feierabendkicker. Und wenn du Leistungssportler bist, ist der Körper dein Kapital." Eine vierwöchige Pause ohne regelmäßiges Training, ohne Spiele würde nicht jedem Spieler guttun. "Es ist für alle deprimierend." Doch Seitz weiß auch: "Wir müssen die strikteren Maßnahmen jetzt hinnehmen, die Gesundheit des Landes geht vor."

Eine Entscheidung muss her.

Roland Seitz, Trainer VfR Aalen

Am Donnerstagnachmittag waren die Vereinsvertreter gefragt. "Da darf nicht mehr rumgeeiert werden, eine Entscheidung muss her." Die beschränkt sich aktuell auf den bevorstehenden Spieltag. Der wird unter den jeweiligen Vorgaben der Behörden durchgeführt. Ob es danach weitergehen kann, hängt von der Zustimmung der Bundesländer ab, in denen die Vereine der Südwest-Staffel beheimatet sind. Diese müssen bewerten, ob der Spielbetrieb in der Regionalliga Südwest unter Profi- oder Amateur-Sport fällt. Die Regionalliga Südwest wird diesen Samstag, 31. Oktober, erneut über den dann aktuellen Stand und die Rückmeldungen der Bundesländer informieren.

Bis dahin laufen beim VfR Aalen die Vorbereitungen auf das Spiel gegen ein Team, das vor der Saison zum Favoriten der Liga auserkoren wurde. Und die SV Elversberg zeigt ihre Leistungen. Nach elf Spielen kann das Team 22 Punkte verbuchen, ein Torverhältnis von 25:12, sieben Siege, ein Remis und drei Niederlagen. "Es kommt die beste Mannschaft der Liga, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten nun gefangen hat. Da weiß man schon, was für ein Kaliber da auf einen zukommt", so Seitz. Nach der bitteren 1:6-Niederlage in Homburg hat sich der VfR Aalen mit dem Sieg zu Hause wieder gefangen und hofft, den Favoriten aus Elversberg schlagen zu können.

"Wenn man nicht gerade gegen den FC Bayern München spielt, kann man jedes Spiel gewinnen", sagt der VfR-Coach schmunzelnd. Und auch: "Wir müssen uns nicht kleiner machen als wir sind." Denn im vergangenen Jahr hatten beide Teams eine ähnliche Tabellensituation. Seitz ist sich sicher: "Wir haben es jetzt bewiesen: Wir sind zu Hause schwer zu schlagen."

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