Rainer Scharinger zum Wolf-Rauswurf: "brutale Außendarstellung"

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Ein Duell aus der vergangenen Saison: Rainer Scharinger traf als Interimstrainer der SG Sonnenhof Großaspach auf den VfR Aalen mit Trainer Uwe Wolf (links). Scharinger gewann mit 3:2.
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Rainer Scharinger hat Sonnenhof Großaspach und den VfR Aalen trainiert. Der 55-Jährige spricht übers Derby und die Entlassung.

Aalen / Aspach

Rainer Scharinger wäre gerne im Stadion gewesen, doch seine aktuelle Coronaerkrankung lässt das nicht zu: Die SG Sonnenhof Großaspach und der VfR Aalen stehen sich am Freitagabend (Anpfiff: 19 Uhr) im Regionalliga-Derby gegenüber. Im Vorfeld der Partie sieht der 55-Jährige keinen klaren Favoriten, spricht aber von einem „ganz wichtigen Spiel für beide“.

Er hatte sie beide: Den VfR Aalen hat Trainer Rainer Scharinger 2010 in die 3. Liga und zum WFV-Pokalsieg geführt. Bei der SG Sonnenhof Großaspach sprang er vergangene Saison als Interimstrainer ein - und rettete den Verein vor dem Abstieg. Auch eines 3:2-Erfolgs gegen die Ostälbler. Dass die Großaspacher jetzt erneut in akuter Abstiegsgefahr schweben, überrascht den Fußballlehrer nur bedingt. „Ich hatte damals einige Probleme erkannt und Lösungen aufgezeigt, ich weiß nicht, wie viel davon umgesetzt wurden.“ Was definitiv verbessert wurde: die personelle Situation. Im Winter sei mit Manuel Konrad, Dominik Salz, Lamar Yarbrough und vor allem Sascha Mölders viel Klasse dazu geholt worden. „Wenn du vier solche Achsenspieler holst, erhöhst du die Qualität enorm.“ Vor allem Sascha Mölders sei als Drittliga-Torschützenkönig ein Unterschiedsspieler. „Er ist für die SG wie ein Sechser im Lotto. Der Verein war noch nie so präsent.“ Und Scharinger ist überzeugt, dass „Sonnenhof nicht absteigt“.

Das gelte auch für den VfR Aalen. „Auch dort ist genügend Qualität im Kader.“ Wobei der Fußballlehrer warnt. Der VfR sei bereits weit weg von der Abstiegszone gewesen, „jetzt muss er wieder aufpassen“. Vor allem die jüngste Tendenz mit sechs Spielen ohne Sieg spreche am Freitag gegen einen Aalener Erfolg. „Zumal Großaspach trotz der knappen Niederlage zuletzt einen Lauf hat.“ Dennoch: Scharinger tippt auf ein Spiel ohne Sieger. „Beide werden mit aller Macht versuchen, die Partie nicht zu verlieren. Das ist ein typisches Unentschiedenspiel.“

Dass bei den Ostälblern jetzt Christian Demirtas das Sagen hat, freut den 55-Jährigen. „Ich hatte Christian in meiner Zeit als KSC-Trainer kurz als Spieler unter mir. Leider war er damals verletzt, aber er ist ein sehr angenehmer Mensch.“

Weniger angenehm sei dafür die Trennung von Uwe Wolf beim VfR Aalen abgelaufen. „Das hat hohe Wellen geschlagen.“ Ohne sich ein genaues Urteil zu erlauben sagt Scharinger deutlich, dass ihn die Art und Weise „sehr erstaunt“ habe. „Die Außendarstellung des Vereins war brutal. Einen Menschen so bloßzustellen macht man nicht. Das hat in der Öffentlichkeit nichts verloren.“ Scharinger ist sich sicher, dass „man das auch verdeckt mit anderen Formulierungen hinbekommen hätte“.

Wenn sich beim VfR Aalen bald wieder die Trainerfrage stellt, wird auch der Name Rainer Scharinger wieder fallen. Kann sich der 55-Jährige eine Rückkehr auf die Ostalb vorstellen? „Ich bin selbstbestimmt und immer offen für neue Dinge in meinem Leben“, sagt er. Zwar habe er einen tollen Job beim Badischen Fußballverband als Verbandssportlehrer, trotzdem „ist es auch immer reizvoll als Trainer, eine Mannschaft zu führen und am Wochenende einen Wettkampf zu haben“.

Nur eines sagt Rainer Scharinger klipp und klar: Wenn er ins Trainergeschäft zurückkehrt, muss es passen. „Sonst hätte ich im Sommer den vorliegenden Zweijahresvertrag bei der SG Sonnenhof unterschrieben.“

Sascha Mölders ist ein Sechser im Lotto.“

Rainer Scharinger, Ehemaliger VfR- und SG-Trainer

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