Rasenheizung läuft – Stadt übernimmt Kosten

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Viel Arbeit: Auf dem Rasen in der Ostalb-Arena lag eine gut 10 Zentimeter hohe Schneedecke. Diese muss von Hand abgetragen werden
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Der VfR Aalen rüstet sich: Trotz Schnee können die beiden geplanten Heimspiele in der Ostalb-Arena austragen werden. Michael Weißkopf: "Wirtschaftlich sehr wichtig."

Aufatmen beim VfR Aalen: Die Stadt hat grünes Licht gegeben und dem Regionalligisten zugesichert, die Rasenheizung in der Ostalb-Arena in Betrieb zu nehmen. Damit ist sichergestellt, dass die beiden noch ausstehenden Heimspiele im Jahr 2020 gegen die SG Sonnenhof Großaspach (12. Dezember, 14 Uhr) und den FSV Frankfurt (15. Dezember, 19 Uhr) auf Rasen gespielt werden können.

Und noch eine Zusage stimmt die Verantwortlichen des VfR Aalen glücklich: "Die Stadt Aalen übernimmt auch die Kosten für die Rasenheizung für diese beiden Spiele", sagt Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf. Was gleichzeitig bedeutet: Sollte die Rasenheizung auch nach der Winterpause im Januar benötigt werden, stellt sich die Frage nach der Bezahlung erneut. "Wer dann für die Kosten aufkommt, ist noch nicht geklärt", so Weißkopf, der im Moment aber froh ist, dass die Stadt für die kommenden zwei Spiele nach dem Re-Start den Verein unterstützt. Der Spielplan kommt den Ostälblern da entgegen: Beide Partien finden innerhalb von nur vier Tagen statt. "Das senkt die Kosten natürlich enorm, weil wir die Heizung nur für diesen kurzen Zeitraum benötigen."

Weil angesichts der fünfwöchigen Corona-Zwangspause bereits mehrere Spiele ausgefallen sind, lässt die Regionalliga Südwest weitere (wetterbedingte) Spielabsagen nicht zu. Heißt: Ohne die Rasenheizung wäre der VfR Aalen dazu verpflichtet gewesen, einen alternativen Kunstrasen anzugeben, auf dem die Ligaspiele hätten ausgetragen werden können. Für Roland Seitz wäre ein Punktspiel auf den Trainingsplätzen im Greut "unvorstellbar" gewesen, und der Trainer hätte darin gar eine "Wettbewerbsverzerrung" und ein "Lotteriespiel" gesehen.

Kunstrasen keine Alternative

Auch für Giuseppe Lepore ist ein Ausweichen auf den Kunstrasenplatz "keine Alternative". Denn: "Viele vergessen, dass Kunstrasenplätze auch nicht immer bespielbar sind. Auch die gefrieren schnell, und das ist besonders an dem schattigen Standort im Greut der Fall." Ganz nebenbei sei es dort nahezu unmöglich, die zwingend geforderten Hygieneauflagen einzuhalten. Und: Wie sollen wir dort ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit garantieren?"

Michael Weißkopf sieht das genauso: "Auch wenn keine Zuschauer erlaubt sind, ein Regionalligaspiel auf Rasen bringt eine ganz andere Atmosphäre mit sich." Noch wichtiger ist dem Präsidiumsmitglied allerdings die wirtschaftliche Sicht: "Wenn wir in der Ostalb-Arena spielen, können wir wenigstens einen Teil unserer Sponsorenverpflichtungen nachkommen." Heißt: Die Bandenwerbung ist dann wenigstens über den Livestream in der Öffentlichkeit sichtbar. "Das ist für uns extrem wichtig", sagt Weißkopf.

Die Rasenheizung alleine schafft das nicht.

Siggi Kirsch Teammanager des VfR Aalen

Helfer schippen den Platz frei

Um den Anpfiff am kommenden Samstag (14 Uhr) sicherzustellen, ist es mit der Inbetriebnahme der Rasenheizung allerdings nicht getan. Am Samstag lag auf dem Rasen eine gut 10 Zentimeter dicke Schneedecke. "Die Rasenheizung alleine schafft es nicht, diese Schneemassen zum Schmelzen zu bringen", sagt Siggi Kirsch. Der Teammanager des VfR Aalen griff deshalb zur Schaufel und begann damit, die weiße Pracht abzutragen. Kein einfacher Job angesichts des nassen und damit schweren Schnees. Aber: "Es gibt keine andere Möglichkeit", so Kirsch. Am Sonntag haben Mitarbeiter des VfR Aalen die Arbeit fortgesetzt und weiter Schnee abgetragen.

"Wir würden ja wie früher einen Aufruf an die Fans zum Mithelfen starten, aber auch das ist in Corona-Zeiten nicht möglich", sagt Kirsch.

Sechs Vereine klagen gegen den Re-Start – VfR Aalen beteiligt sich nicht

Kommando zurück? Gibt es ein Zurück vom Re-Start? Auf Initiative des TSV Steinbach Haiger haben sechs Vereine der Regionalliga Südwest beim Landgericht Mannheim eine Klage auf einstweilige Verfügung gegen die Fortsetzung des Spielbetriebs am kommeden Wochenende eingereicht.

Die Kläger. Mit dabei sind nehmen dem TSV Steinbach Haiger der FC Astoria Walldorf, der FC Gießen, TSV Schott Mainz, Eintracht Stadtallendorf und der Bahlinger SC.

Grund: Bei der Klage geht es unter anderem um die Frage der Zumutbarkeit. "Angesichts der angespannten Corona-Lage (...) ist das (...) das komplett falsche Zeichen. Statt wie von der Politik nur wenige Tage zuvor eindringlich gefordert, Kontakte zu minimieren, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, vergrößern die Regionalligisten durch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zwangsläufig ihre Kontakte und setzen ihre Spieler, ihre Mitarbeiter, aber auch ehrenamtliche Helfer Gefahren aus", heißt es zur Begründung.

Rausgehalten. Der VfR Aalen Dhat sich dem Aufruf nicht angeschlossen. "Wir haben vor der Entscheidung zum Re-Start klar gesagt, dass es wenig Sinn macht, im Dezember zu spielen.- Es wurde anders entschieden, und deshalb konzentrieren wir uns voll aufs Tagesgeschäft", sagt VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore.

Einschätzung. Lepore will nicht sagen, dass der Vorstoß chancenlos ist. Aber: "Ich mache mir keine Sorgen, dass die Spiele wieder abgesagt werden." alex

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