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Rauswurf von Giuseppe Lepore ist alternativlos

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Alexander Haag
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Alexander Haag über die Freistellung des Geschäftsführers beim VfR Aalen.

Giuseppe Lepore will nichts geahnt haben. Trotzdem kommt der Rauswurf nicht überraschend. Spätestens seit der erneuten Zahlungsunfähigkeit war es nur noch eine Frage der Zeit, wann der VfR Aalen bei seinem umstrittenen Geschäftsführer und Sportlichen Leiter die Reißleine zieht.

Schon seit Wochen steht der 49-Jährige massiv in der Kritik. Teile der Fans forderten die Trennung. Zuerst in den sozialen Medien. Dann mit Spruchbändern im Stadion. Sie haben in Lepore den Schuldigen für den sportlichen Stillstand und den finanziellen Untergang ausgemacht. Aber auch bei einigen Partnern und Sponsoren war der Entlassene in Ungnade gefallen - und damit bei denjenigen, die den insolventen Verein finanziell am Leben erhalten sollen. Der öffentliche Druck war so groß, dass sich Präsidium und Aufsichtsrat nicht länger vor ihren Geschäftsführer stellen konnten.

Es ist aber nicht nur der Einfluss von außen, der dem Deutsch-Italiener zum Verhängnis geworden ist. Auch Lepore selbst hat sich in seinen dreieinhalb Jahren auf der Ostalb angreifbar gemacht. Dazu gehört die Entlassung des erfolgreichen Trainers Roland Seitz. Dazu gehört der beispiellose Streit mit Ex-Trainer Uwe Wolf, der den Verein bundesweit in die Schlagzeilen brachte und vor Gericht endete. Und dazu gehört die erneute Insolvenz, für die er als Geschäftsführer die Hauptverantwortung trägt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Lepore von Anfang an einen schweren Stand bei dem klammen Verein hatte.

Beim VfR Aalen geht es jetzt ums Überleben. Dazu ist ein Neuanfang nötig. Und dieser geht nicht ohne personelle Veränderungen. In dieser prekären Situation wäre es nicht mehr vertretbar gewesen, mit einem Geschäftsführer an der Spitze weiterzuarbeiten, der die Akzeptanz verloren hat.

Die Freistellung von Giuseppe Lepore ist alternativlos. Und sogar überfällig.

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