Regionalliga: Alzenau das Zünglein an der Waage?

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Der kommende Spieltag ist vorerst abgesagt, wie es mit der Regionalliga Südwest weitergeht, steht noch nicht fest.
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22 Vereine warten auf die Entscheidung, ob die Regionalliga Südwest abgesetzt wird. Die Folgen wären fatal. Deshalb drohen die Kickers Offenbach mit rechtlichen Schritten.

Das Warten ist noch nicht vorbei. Die Entscheidung, ob und wie es für die Regionalliga Südwest nun weitergehen kann, steht noch immer aus. Während die Teams der Staffeln Nordost und Nord bereits wissen, dass sie die kommenden Wochen pausieren werden, besteht für andere Staffeln noch Hoffnung auf eine Fortführung des Spielbetriebs.

Und das hofft man auch beim VfR Aalen. Jeder Einzelne der Mannschaft trägt die Berufsbezeichnung: Fußballer. Demnach ist der VfR eines der Profiteams in der Liga. Der andere Anteil der Mannschaften: Amateure. Und genau da liegt das Problem. Mit den neuen Corona-Maßnahmen, die seit diesem Montag gelten, ist bundesweit geklärt: Der Amateursport pausiert, die Profis dürfen trainieren und der Spielbetrieb wird, wenn auch ohne Zuschauer, aufrecht erhalten. Doch unter welche Verordnung fallen nun die Regionalligen, in der Profis auf Amateure treffen?

Vergangene Woche gab es bereits eine Versammlung, in der sich die Vertreter der Regionalligavereine einigten, die jeweiligen Landesregierungen entscheiden zu lassen. Noch haben nicht alle Landesregierungen reagiert, beispielsweise von Bayern und auch Baden-Württemberg stand am Sonntag noch eine Entscheidung aus. Somit wurde der 13. Spieltag, der am Dienstag und Mittwoch hätte stattfinden sollen, vorsorglich ausgesetzt.

Für die Mannschaft des VfR Aalen ist klar: "Wir wollen weiterspielen", sagte Cheftrainer Roland Seitz. Und schob hinterher: "Wir sind ja keine Feierabendkicker". Die sportlichen Folgen für die Mannschaft bei mindestens vier Wochen Pause? Ein erschwertes, individuelles Training, keine Mannschaftstraining, kein Spielbetrieb, kein Rhythmus. Eventuell sogar erneut die Kurzarbeit?

Mit rechtlichen Schritten

Eines ist sicher: Eine Aussetzung des Spielbetriebs steckt keiner der Vereine leicht weg, manchen könnte der sogar das Genick brechen.

Die Kickers Offenbach werden deswegen deutlich: Sie drohen mit einer Klage. Für die Hessen läuft die Saison gut – elf Spiele und 22 Punkte, nur vier weniger als Tabellenführer TSV Steinbach Haiger. Der Aufstieg wäre also noch drin, eine Saisonunterbrechung wäre da eine Sache, die sehr ungelegen kommt.

Alles andere wäre eine Bankrotterklärung

Kickers Offenbach in einem Brief an Sascha Döther

Der Geschäftsführer der Kickers Offenbach, Thomas Sobotzik, ist deutlich, wenn es um die Frage geht, Spielabbruch oder nicht: "Wenn wir einmal aufhören, bin ich mir sicher, dass wir nicht vor März weitermachen werden. Und was dann noch übrig ist von den Klubs der Regionalliga, daran will ich gar nicht denken", wird Sobotzik auf dem Portal "op-online.de" zitiert. Und weiter: "Es kann nicht sein, dass Vereine wie Bayern Alzenau und Co. über das Sein oder Nichtsein großer Traditionsklubs befinden und der Verband sich danach richtet."

Bayern Alzenau? Der Verein ist Mitglied im Hessischen Fußball-Verband aber beheimatet in Bayern und somit abhängig von Entscheidungen der bayerischen Landesregierung. Und der Verein machte schon beim ersten Lockdown klar: Ein Umzug an eine Ausweichspielstätte wie Rüsselsheim kommt für den Verein nicht infrage.

Die Kickers Offenbach haben nun einen Offenen Brief an Sascha Döther, den Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR formuliert, in dem Döther aufgefordert wird, sich dafür einzusetzen, dass die Spielklasse den Profi-Status erhält. "Alles andere wäre eine Bankrotterklärung", heißt es in dem Brief. Und weiter: "Sie haben aktuell wie schon in der Vergangenheit einen ‘fairen und solidarischen Umgang' eingefordert. Es ist jedoch so, dass ein einziger in Bayern beheimateter Verein weder Mehrheitsentscheidungen akzeptiert, noch sich solidarisch oder fair verhält. Wer das Fußballspielen in der Regionalliga nur als sein privates Hobby betrachtet, sollte sich vom Spielbetrieb abmelden."

Staffel West zieht's durch

Anders sieht die Entscheidung in der Regionalliga West aus – hier geht's auch im November weiter. Der Verband begründete den andauernden Spielbetrieb so: Die Regionalliga West arbeite in "professionellen Strukturen" und die Menschen darin verdienten eines Großteil ihres Lebensunterhalts mit Fußball.

Der kommende Spieltag ist vorerst abgesagt, wie es mit der Regionalliga Südwest weitergeht, steht noch nicht fest.

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