Halbjahreszeugnis Saison 2022/2023

Sascha Korb ist der Klassenbeste beim VfR Aalen 

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Der Klassenbeste: Defensivspieler Sascha Korb.
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Primus, Musterschüler, Hinterbänkler: Die Profis des Fußball-Regionalligisten in der Einzelkritik.

Aalen

Klassenbuch des VfR Aalen - Hinrunde Saison 2022/2023:

Primus

Sascha Korb: In der Vorsaison oft durch Verletzungen ausgebremst, macht der 29-Jährige jetzt das, was von ihm erwartet wird: Verantwortung übernehmen. Korb glänzt sowohl als Spielgestalter als auch als Abräumer vor der Abwehr. Er geht in schwierigen Phasen voran und zieht seine Mitspieler mit. Hat nur ein Spiel wegen einer Gelbsperre verpasst - als der VfR in Balingen unterging.

Musterschüler

Michel Witte: Der neue Keeper ist beim VfR Aalen in große Fußstapfen getreten, und er hat das große Vertrauen mit Leistung zurückbezahlt. Stark im Eins-gegen-Eins, stark bei hohen Bällen, und trotz seiner 23 Jahre strahlt er viel Ruhe aus. Was fehlt: die Erfahrung.

Ali Odabas:Der kompromisslose Innenverteidiger ist der Abwehrchef, und als solcher geht er auf dem Platz auch voran: zweikampf- und kopfballstark, sehr gutes Stellungsspiel. Die Vizekapitän hat allerdings acht Spiele wegen eines Innenbandrisses verpasst, und derzeit ist er rotgesperrt.

Vico Meien: Der 24-Jährige gehört zu den Führungsspielern im Team. Technisch versiert, gutes Stellungsspiel, gutes Auge und in den Zweikämpfen präsent. Teilweise fehlt die Härte, außerdem darf Meien noch lauter werden.

Sean Seitz: Der Angreifer besticht vor allem durch seine Schnelligkeit. Kann er die ausspielen, ist er sehr torgefährlich. Mit sechs Treffern führt er auch die interne Torjägerliste an. Was dem 20-Jährigen fehlt: die Konstanz. Viel zu schwankend in seinen Leistungen, zuletzt ist Seitz zu oft untergetaucht.

Paolo Maiella: Der 25-Jährige hatte Anlaufschwierigkeiten, dann aber eine feste Größe auf der offensiven Außenbahn. Flink, schnell, trickreich und vor allem: immer mit Leidenschaft auf dem Platz. Kann noch torgefährlicher werden. Maiella fehlte wegen eine schweren Gesichtsverletzung über einen Monat.

Tim Schmidt:Mit 20 Jahren bereits ein Leistungsträger und eine feste Größe in der Innenverteidigung: kompromisslos, zweikampf- und kopfballstark und sehr aggressiv. Wurde auch als Typ während seiner verletzungsbedingten Zwangspause schmerzlich vermisst. Zuletzt allerdings mit einer ungewohnt hohen Fehlerquote.

Alessandro Abruscia: Der 32-Jährige ist Kapitän und Führungsspieler im Team. Geht auf und abseits des Platzes voran. Mit fünf Treffern ist Abruscia zudem zweitbester Torschütze. Trotzdem nicht ganz unumstritten: Weil er auf dem Platz nicht mehr so präsent ist und auch seine berüchtigten Standards nur noch selten für Gefahr sorgen.

Stefan Wächter: Der 25-Jährige ist in der Offensive eine feste Größe: technisch versiert, gutes Auge und sehr präsent. Muss aber torgefährlicher werden - und generell konstanter. Hat die hohen Erwartungen nicht immer erfüllt, vor allem als er für ihn positionsfremd in der Sturmspitze eingesetzt wurde.

Zweite Reihe

Holger Bux:Der 20-jährige ist ein großer Kämpfer und Arbeiter im Angriff und schafft damit viele Räume. Muss aber torgefährlicher werden. Lässt zu viele Chancen liegen.

Mehmet Bagci: Als Tim Schmidt und Ali Odabas ausgefallen sind, wurde der 21-jährige Innenverteidiger ins kalte Wasser geworfen - und er machte seine Sache sehr gut. Aggressiv und kompromisslos in den Zweikämpfen, geringe Fehlerquote. Was zwangsläufig fehlt: die Erfahrung.

Jonas Arcalean: Der 25-jährige Torjäger hat einen schweren Stand bei Trainer Tobias Cramer. Arcalean ist oft nur zweite Wahl, obwohl er bei seinen Einsätzen durchaus zu überzeugen wusste. Muss aber torgefährlicher werden.

Jan Just: Dem drittligaerfahrenen Abwehrspieler fehlte anfangs die Fitness, er hat die hohen Erwartungen bislang nur teilweise erfüllen können. Kompromisslos und aggressiv in den Zweikämpfen, aber viel zu fehlerhaft.

Kristjan Arh Cesen: Auf der Linksverteidigerposition ist der 25-Jährige meist erste Wahl. Schnell, aggressiv und mit Zug nach vorne. Aber auch mit einfachen Fehlern, die den Gegner zurück ins Spiel bringen. Cesen hat ein großes Potenzial, er geht damit aber zu schlampig um.

Michael Schaupp: Ähnlich wie Mehmet Bagci wurde der 20-Jährige ins kalte Wasser geworfen. Schaupp funktionierte auf Anhieb. Aggressiv und kompromisslos in den Zweikämpfen, kopfballstark und in Worms Schütze des entscheidenden Tores. Was fehlt: die Konstanz. Teilweise mit einfachen Fehlern.

Leon Volz: Der einstige Offensivspieler wurde zum Rechtsverteidiger umfunktioniert. Dementsprechend groß ist sein Drang nach vorne, viel zu schlampig und ungenau allerdings seine Flanken. Defensiv fehlt die Aggressivität und Härte.

Eduard Heckmann: Der 20-jährige Senkrechtstarter der Vorsaison ist nicht mehr ganz so stark und deshalb meist nur zweite Wahl: Aggressiv als Linksverteidiger mit Drang nach vorne. Allerdings zu fehlerhaft und teilweise zu naiv.

Mark Müller: Das einst hoch gelobte Talent kam unter Tobias Cramer wenig zum Zug. Dementsprechend verunsichert bei seinen Einsätzen, bei denen er gerade seine Unbekümmertheit vermissen ließ. Der flinke Offensivspieler braucht Spielpraxis, allerdings fehlt er seit Anfang November verletzungsbedingt.

Hinterbänkler

Levin Kundruweit:Der vom SSV Ulm 1846 gekommene Mittelstürmer ist beidfüßig und arbeitet sehr viel. Allerdings nicht torgefährlich und derzeit noch keine echte Option für die Regionalliga.

Mario Szabo: Der Defensivspieler ist im Sommer aus der eigenen U19 hochgezogen worden, hat sich bislang aber noch nicht durchsetzen können.

Loris Portella: Der Defensivspieler ist im Sommer aus der eigenen U19 hochgezogen worden, hat sich bislang aber noch nicht durchsetzen können.

Tom Österle: Der 19-jährige Keeper wurde aus der eigenen Jugend hochgezogen, ist aber noch keine ernsthafte Konkurrenz zu Michel Witte.

Maurice Brauns: Der 19-jährige Keeper wurde aus der eigenen Jugend hochgezogen, ist aber noch keine ernsthafte Konkurrenz zu Michel Witte. Fällt teilweise durch seine vorlaute Art auf der Ersatzbank auf.

Blauer Brief

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Fehlten entschuldigt

Steffen Kienle:Der Torjäger fehlte wegen eines Achillessehnenrisses die gesamte Vorrunde - der Publikumsliebling ist aber der große Hoffnungsträger fürs neue Jahr.

Benjamin Kindsvater:Der Offensivspieler fehlte wegen einer Knöchelverletzung die gesamte Vorrunde - soll aber im neuen Jahr ein Hoffnungsträger werden.

Lehrer

Tobias Cramer:Eine schwierige Vorbereitung, ein Traumstart, eine Negativserie, ein Zwischenhoch und ein enttäuschender Jahresabschluss: Dem Trainer ist es nicht gelungen, Konstanz reinzubringen. Auch, weil die personellen Sorgen extrem waren und absolute Leistungsträger monatelang ausgefallen sind. Was für den 48-Jährigen spricht: Er hat die Mannschaft nach der Insolvenz und dem Neun-Punkte-Abzug zurück in die Spur und bis auf einen Punkt an einen Nichtabstiegsplatz herangebracht. Das große Ziel Klassenerhalt ist mit Cramer weiter machbar. Und nebenbei ist der VfR Aalen unter ihm noch im WFV-Pokal dabei. Die Qualifikation für den DFB-Pokal wäre für den finanziell kurz vor dem Aus stehenden Verein ein Jackpot.

Halbjahreszeugnis für die Profis des VfR Aalen.
Der Lehrer: Trainer Tobias Cramer.

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