Seitz auf Schnäppchenjagd

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Zurück in seiner Heimatstadt Essen: Nach nur einer Saison hat Nico Lucas den VfR Aalen wieder verlassen. Der Mittelfeldspieler hat kein neues Vertragsangebot erhalten. Das gilt auch für Stefan Wannenwetsch, Kamil Tyminski und Amodou Abdullei.
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Der Trainer des VfR Aalen ist sich sicher, dass die Preise für neue Spieler stark fallen. Lucas, Abdullei und Tyminski müssen gehen.

Der Trainer ist hungrig. Hungrig auf Fußball. "Die große Leere bei mir ist weg, weil ich weiß, dass es in die richtige Richtung geht und wir uns auf der Zielgeraden befinden." Roland Seitz meint damit das Ende der Corona-Zwangspause und die damit verbundene Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison 2020/2021.

Noch nennt der Trainer keinen genauen Termin für den Trainingsstart. Den soll es erst geben, wenn endgültig klar ist, wann die Saison beginnt. Seitz hat derzeit den 5. September als ersten Spieltag auf dem Zettel. Was bedeuten würde: Der VfR steigt Mittel Juli ins Vorbereitungstraining ein. "Wir brauchen ein bisschen mehr als sechs Wochen, weil wir nicht gleich in die Vollen gehen können", sagt der Fußballlehrer.

Was jetzt schon klar ist: Zum Trainingsstart wird der Kader definitiv nicht komplett sein. Im Gegenteil: Arg viel mehr als die aktuell 14 Profis werden es dann nicht sein. "Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten vier bis sechs Wochen niemand verpflichten werden", sagt Seitz. Denn: "Noch haben die Berater Zahlen und Verträge im Kopf, die wir uns schlicht nicht leisten können. Die tun so, als hätte es Corona nie gegeben ..." Seitz sieht das entspannt. Weil er genau weiß, dass vielen Spielern irgendwann die Zeit davon läuft. "Es wird auf dem Markt ein Donnerwetter geben. Und wenn dann noch die vier Absteiger aus der 3. Liga feststehen, gibt es nochmal 100 arbeitslose Spieler", sagt der Trainer und fügt hinzu: "Der Markt wird dann übersättigt sein, und die Preise purzeln." Das ist der Zeitpunkt, an dem der VfR Aalen zuschlagen will. "Vier, fünf, höchstens sechs Spieler sollen zu den aktuell 14 Profis noch dazukommen", sagt Seitz. Verpflichtet werden müsse ein Linksverteidiger. Und Spieler für die Außenbahnen.

Keine neuen Vertragsangebote

Wobei die Neuen nicht zwingend von anderen Vereinen kommen müssen. "Wir reden auch mit aktuellen Spielern, deren Verträge auslaufen." Seitz hält sich bedeckt, was die Namen betrifft. Was er aber verrät: "Spieler wie Leon Volz, Andreas Ivan und Tom Schmitt haben sich kaum zeigen können. Wenn beide Seiten zueinander finden, sollte man sie behalten." Definitiv gehen müssen Nico Lucas, Stefan Wannenwetsch, Kamil Tyminski und Amodou Abdullei, die kein Vertragsangebot mehr erhalten haben.

Die tun so, als hätte es Corona nie gegeben ...

Roland Seitz Trainer des VfR Aalen

Eine Kaderstärke von 20 Spielern inklusive der beiden Torhüter ist für Seitz "ein Richtwert". "Vielleicht reichen aber auch 18 Spieler." Das hänge davon ab, in welchem Modus die neue Saison gespielt werde.

Zwei Szenarien sind denkbar:

Erste Variante: Die Saison wird im normalen Modus gespielt, allerdings mit voraussichtlich 22 Mannschaften. Der 1. FC Saarbrücken fällt als Aufsteiger in die 3. Liga weg, dafür kommen die Oberliga-Aufsteiger TSV Schott Mainz, Eintracht Stadtallendorf, VfB Stuttgart II und Hessen Kassel neu dazu. Und wohl auch die SG Sonnenhof Großaspach als Drittliga-Absteiger. Der 1. FC Kaiserslautern wird trotz Insolvenz in der 3. Liga bleiben, weil sportliche Strafen in diesem Jahr ausgesetzt werden. Zweite Variante: Die Regionalliga Südwest wird in zwei Elfer-Gruppen aufgeteilt. Am Ende werden die Gruppen je nach Tabellenstand zusammengeführt. Die eine Gruppe spielt dann die Aufsteiger aus, die andere die Absteiger.

"Wir haben uns ganz klar für den klassischen Modus mit diesmal 22 Mannschaften ausgesprochen", sagt VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore. Auch Roland Seitz bevorzugt eine Saison im herkömmlichen Sinne, trotz der einmaligen Aufstockung auf 22 Teams. Lepore rechnet in den nächsten Tagen mit einer Entscheidung.

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