Steffen Kienles schwere Verletzung trübt die Freude beim VfR Aalen

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Jubel vor dem lautstarken Fanblock: Der VfR Aalen hat am Freitagabend auswärts bei der TSG Hoffenheim II mit 2:0 (1:0) gewonnen und damit zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt fast sicher. Dementsprechend groß war die Erleichterung bei den Profis.
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Erleichterung pur: Der VfR Aalen gewinnt bei der TSG Hoffenheim II mit 2:0 (1:0) und hat den Klassenerhalt fast sicher. Verdacht auf Achillessehnenriss beim Torjäger.

Sinsheim-Hoffenheim

Richtig feiern wollte niemand. Zu sehr überschattete die schwere Verletzung von Steffen Kienle den 2:0 (1:0)-Sieg des VfR Aalen bei der TSG Hoffenheim II. „Es sieht nicht gut aus“, sagt Geschäftsführer Giuseppe Lepore. „Steffen wurde mit Verdacht auf Achillessehnenabriss ins Klinikum gebracht.“

Sportlich dagegen war die Erleichterung groß bei den Schwarz-Weißen. Und Walter Höffner hat nach dem Schlusspfiff das ausgesprochen, was sich die anderen noch nicht trauen: „Das war der Klassenerhalt! Davon gehe ich aus“, sagt das Präsidiumsmitglied des VfR Aalen. Wieder einmal haben die Ostälbler ihren Lieblingsgegner geschlagen, und diesmal ist die Freude über die drei Punkte besonders groß. „Das war ein sehr, sehr wichtiger Dreier“, sagt Trainer Christian Demirtas. Denn: Verliert am Sonntag noch Großaspach beim Aufstiegsaspiranten Kickers Offenbach, wäre ein Abstieg bei sechs Punkten Vorsprung und dem klar besseren Torverhältnis nur noch theoretisch möglich.

Zuerst aber hat der VfR Aalen seine Hausaufgaben gemacht. Und er erwischte dabei einen Traumstart im Dietmar-Hopp-Stadion. Es waren keine vier Minuten gespielt, als TSG-Kapitän Robert Szarka ein folgenschwerer Fehler unterlief. Steffen Kienle eilte davon und ließ Keeper Nahuel Noll im Eins-gegen-Eins keine Chance - 1:0 (4.). Aalen versäumte es danach, den Gegner weiter unter Druck zu setzen. Stattdessen agierte der VfR zurückhaltend, Hoffenheim hatte deutlich mehr Ballbesitz und kontrollierte das Geschehen. Nur wenige Minuten nach dem 0:1 forderten die Platzherren einen Elfmeter. Mark Müller verlor im Mittelfeld den Ball und setzte im Strafraum riskant nach, Jihad Bouthakrit ging zu Boden. Schiedsrichter Manuel Bergmann ließ aber zurecht weiterspielen (10.). Nach viel Leerlauf waren es wieder die Hoffenheimer, die die besseren Möglichkeiten hatten. Torjäger Nick Proschwitz fehlten wenige Zentimeter (29.), und VfR-Keeper Tim Paterok reagierte glänzend gegen Niklas Kölle (34.). Auch gegen Bouthakrit war Paterok hellwach (35.). Es folgte der traurige Höhepunkt des Abends: Steffen Kienle wollte ohne gegnerische Einwirkung loslaufen und ging plötzlich zu Boden. Der Stürmer wurde minutenlang behandelt und mit der Trage vom Platz getragen (42.). Die genaue Diagnose steht noch aus.

Demirtas wechselte nach der Pause das System, agierte nun im 4-2-3-1. Ins Spiel zurückgefunden hat der VfR aber nicht. Im Gegenteil. Hoffenheim war nun spielbestimmend und setzte die Aalener zunehmend unter Druck. Nach gut einer Stunde lag dann der Ausgleich in der Luft.

65. Minute: Nick Proschwitz kommt mit viel Tempo am Sechzehner zum Schuss, Paterok reagiert glänzend.

69. Minute: Wieder ist Proschwitz am Sechzehner frei, sein Schuss wird geblockt.

70. Minute: Proschwitz zum Dritten: Der Top-Torjäger zieht aus 17 Metern ab, der Ball wird zur Ecke abgefälscht.

Der VfR Aalen hatte in dieser Phase großes Glück. Und er zeigte dann gnadenlose Effektivität. Mark Müller durfte ungestört Flanken, Holger Bux war mit dem Kopf zur Stelle - 2:0 (73.).

Es war die Entscheidung, weil die Ostälbler den Vorsprung nun geschickt verwalteten und die TSG zu keiner klaren Torchance mehr kam. „Wir waren absolut kaltschnäuzig. Hoffenheim war klar spielüberlegen, wir sind aber zweimal vors Tor gekommen und haben aus wenig viel gemacht“, sagt Demirtas, dem angesichts der Verletzung seines Torjägers nicht zum Feiern zumute war.

Für Giuseppe Lepore ist das 2:0 nicht nur ein wichtiger Dreier im Kampf um den Ligaverbleib. „Das war heute vor allem ein Sieg für Steffen Kienle.“

Hoffenheim: Noll - Szarka, Kölle (46. Boras), Geschwill - Hagmann, Casar (46. Ott), Erb (75. Breitenbücher), Guthörl (60. Gollnack) - Kang (60. Zaiser), Bouthakrit - Proschwitz

VfR-Auswechslungen: 42. Gucciardo (Note: 4) für Kienle, 46. Kindsvater (Note: 3,5) für Botic, 89. Cesen (Note: -) für Bux, 90.+2 Arslan (Note: -) für Müller

Tore: 0:1 Kienle (4.), 0:2 Bux (73.)

Gelbe Karten: Casar / Botic, Stanese

Schiedsrichter: Manuel Bergmann

Zuschauer: 300

Ein Video gibt's unter www.schwaepo.de

Das war der Klassenerhalt.“

Walter Höffner, Präsidiumsmitglied des VfR Aalen
Holger Bux jubelt nach dem 0:2.
Tim Schmidt nach dem Sieg.
Pyro im Hoffenheim-Fanblock.
Mark Müller flankt zum 0:2.
Steffen Kienle wurde mit Verdacht auf Achillessehnenabriss ins Klinikum gebracht.

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