Trotz Corona: VfR-Jugend am Ball

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Alles im grünen Bereich: Trotz Verbote bei den Mannschaftssportarten hat der VfR Aalen auch mit der Jugend das Training wieder aufgenommen – in Zweiergruppen und mit dem nötigen Abstand. Das ist auch in Corona-Zeiten erlaubt.
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Der VfR Aalen findet die Lücke in der Verordnung: Der Nachwuchs der Schwarz-Weißen setzt den Übungsbetrieb fort. Ganz legal – in Zweiergruppen und mit dem nötigen Abstand.

Auf fast allen Sportplätzen im Ostalbkreis ist der Übungsbetrieb eingestellt. Nicht so beim VfR Aalen. Dort trainieren tagsüber die Profis. Und abends brennen dann die Flutlichter, wenn der Nachwuchs dem Ball hinterherjagt. Das wiederum hat viele Zaungäste angesichts Corona nicht nur verwundert, sondern auch verärgert. Aber: "Wir machen nichts Verbotenes", sagt Jugendleiter Martin Steidle. Das bestätigt die Stadt Aalen.

Dennoch: Es gab einen Shitstorm in den sozialen Medien. Beschwerden bei der Stadt und der Polizei. "Ich wurde sogar als Corona-Verbrecher beschimpft", sagt Steidle. Der Jugendleiter des VfR Aalen kann die Aufregung nicht nachvollziehen und stellt klar: "Wir haben sogar eine Genehmigung von der Stadt erhalten." In der Tat: Steidle hat sich die neue Corona-Verordnung genau durchgelesen – und ein "Schlupfloch" entdeckt. "In Paragraf 1a steht, dass der Übungsbetrieb im Freizeit- und Amateursport im Freien zulässig ist, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind", sagt Steidle.

Rüffel nach der ersten Einheit

Die wichtigste: Es dürfe maximal in Zweiergruppen trainiert werden. Sind die Sportanlagen entsprechend weitläufig, dürfen es auch mehrere Zweiergruppen sein. Und genau das erfüllt ein Sportplatz. Steidle ist mit seinem Anliegen zur Stadt Aalen gegangen. Und schon nach einer kurzer Prüfung gab's vom Sportamt grünes Licht: Die Kicker dürfen weiterkicken – wenn sie sich an diese Regeln halten. Weil genau das in der ersten Übungseinheit nicht passiert ist, gab's deutliche Worte von der Stadt.

Thomas Jung schaut genau hin

Und einen Besuch vor Ort: Thomas Jung vom Sportamt der Stadt Aalen schaute im Greut vorbei und überprüfte, ob jetzt alles eingehalten wird. Tatsächlich: Der VfR Aalen hält sich an die Vorgaben. Die Spieler kamen in Fußballermontur und mit Maske zum Trainingsplatz. Und dort wurden ausschließlich Übungen in diesen Zweiergruppen durchgeführt. "Eine Durchmischung der Spieler ist dabei verboten. Es muss immer dieselbe Gruppe sein", sagt Steidle. Sogar beim Torschusstraining muss der Torwart raus, weil es sonst den Charakter eines Mannschaftstrainings hätte. Ebenso verboten seien Zuschauer. Auch die Eltern, die ihre Kinder abholen, dürfen nicht auf den Platz.

Vielleicht ist das sogar eine moralische Pflicht.

Martin Steidle Jugendkoordinator des VfR Aalen

Der Jugendleiter spricht von einer tollen Resonanz. "Die Jungs und auch die Eltern sind uns sehr dankbar. Es geht weniger ums Training, sondern darum, dass die Kinder rauskommen und Bewegung haben." Steidle sagt auch, dass man sich die moralische Frage stellen könne: Haben wir gerade keine anderen Probleme? Er sieht es aber aus einem anderen Blickwinkel: "Wenn es erlaubt ist, ist es vielleicht sogar unsere moralische Pflicht, den Kindern diese Möglichkeit anzubieten."

Keine Sonderstellung

Sieben der acht Jugenden haben den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen, einzig die U14 pausiert weiter. "Dieser Jahrgang nimmt das Angebot nicht an, und wir akzeptieren das", sagt Steidle. Was dem Jugendleiter wichtig ist: dass der VfR Aalen keine Sonderstellung einnehme oder etwas mache, das andere nicht dürfen. Und: "Hier geht es auch nicht um Konkurrenzdenken. Ich würde es sogar gut finden, wenn andere Vereine ihren Kindern und Jugendlichen dasselbe anbieten würden."

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