Ulm gewinnt planlosen Kick and Rush

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Der Ulmer Nicolas Jann (rotes Trikot) setzt sich gegen Marcel Appiah (links) und GosonSakai durch. Der VfR Aalen hat das Regionalligaderby gegen den SSV Ulm mit 0:1 verloren.

Der VfR Aalen verliert das Derby gegen die Donaustädter 0:1 und damit sein drittes Heimspiel in Folge. Der Jubiläumsdreier bleibt aus. Von Werner Röhrich

Dass der Rasen der Ostalb-Arena holprig und auf der Schattenseite vor der Haupttribüne knochenhart gefroren war, trug sicherlich dazu bei, dass das Niveau des Aalener Regionalligaderbys gegen den SSV Ulm beträchtlich an spielerischer Klasse litt. Die 0:1-Niederlage des VfR Aalen darauf zurückzuführen, wäre allerdings nicht richtig. Das tat auch niemand. Der VfR Aalen – dessen Torraumszenen an einer Hand abzuzählen waren – hat das Spiel zurecht verloren und kann froh sein, dass der Drei-Punkte-Abstand zur Abstiegszone nicht geschmolzen ist.

Ob es mit Mittelstürmer Steffen Kienle besser gelaufen wäre, ist rein hypothetisch. Toni Vastic jedenfalls, der den gegen seine Ex-Ulmer per Vertragsklausel gesperrten Aalener Goalgetter ersetzte, war um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Die meiste Zeit dieses sonnigen und doch frostigen Nachmittags war er sich als einzige VfR-Sturmspitze allein gelassen. Und wenn er dann doch ans Leder kam, vermochte er es nicht, Kapital, sprich Tore, daraus zu schlagen.

Besser machte es auf der anderen Seite Ulm Torjäger Tobias Rühle. Keine zwei Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da überlistete er VfR-Schlussmann Daniel Bernhardt mit der Pike ins lange obere Toreck. Dass dies schon der Ulmer Siegtreffer gewesen sein sollte, daran dachte zu diesem frühen Zeitpunkt noch niemand.

Doch die spannendsten Minuten des Spiels waren damit schon vorüber. Es war die Phase mitte der ersten Halbzeit, als die Ulmer innerhalb von zehn Minuten drei Chancen hatten und der Ball zweimal ins Außennetz donnerte.

Am Ende sind wir zu spät aufgewacht.

Roland Seitz Cheftrainer des VfR Aalen

Mit aller Macht wollte Aalen nach dem Rückstand die Wende herbeiführen. Dass es nicht geklappt hat, lag nicht an mangelndem Einsatz der Akteure auf dem Feld. Es war die scheinbare Planlosigkeit, mit der die VfR-Profis vergeblich versuchten, Druck auf die Ulmer Hintermannschaft aufzubauen. Und weil auch das vermeintliche Spitzenteam von der Donau an diesem Nachmittag spielerisch nicht zu glänzen vermochte, ähnelte die Partie auf dem gefrorenen Rasen mehr einem Kick and Rush als einem niveauvollen Regionalligaspiel. Die weiten Bällen fanden vorne keine Abnehmer.

"Am Ende sind wir zu spät aufgewacht", sagte VfR-Cheftrainer Roland Seitz nach dem Schlusspfiff. Tatsächlich zappelte das Spielgerät in der 90. Minute noch im Ulmer Netz. Der eingewechselte Kai Merk hatte das Leder nach einer schönen Stafette über Gino Windmüller und Leon Volz über die Linie gedrückt. Er stand dabei aber klar im Abseits. Nach zuletzt vier Zählern in den beiden Auswärtsspielen der vergangenen Englischen Woche hat der VfR Aalen damit sein drittes Heimspiel in Folge verloren.

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