Ulmer Spatzen fliegen mit drei Punkten davon

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Benjamin Kindsvater (VfR Aalen, #11) im Zweikampf mit Michael Heilig (SSV Ulm 1846, #30), VfR Aalen vs. SSV Ulm 1846, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 26.10.2021
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Fußball, Regionalliga Südwest Der VfR Aalen unterlag im dem Favoriten nur knapp mit 1:2. und Stanese positiv getestet.

Aalen.

Der SSV Ulm hat das Schwabenderby am Dienstagabend beim VfR Aalen verdient mit 2:1 gewonnen, weil er insgesamt die reifere Leistung ablieferte. Dennoch bot die Elf von Uwe Wolf dem klaren Favoriten die Stirn und hätte - mit etwas Glück - nicht leer ausgehen müssen.

Aalens Chefcoach Uwe Wolf - der wieder einmal mit einer gelben Karte bedachte wurde - brachte es am Ende auf den Punkt: "Wir haben im Moment nicht das Quäntchen Glück. Wir müssen einen Haken dran machen. Die Mannschaft hat ein riesen Spiel gemacht."

Die erste Hiobsbotschaft erreichte die Mannschaft schon am späten Montagabend. VfR-Keeper Tim Paterok und Daniel Stanese hatten bei den üblichen Coronatests eine Positivanzeige. Es folgte am Dienstag ein PCR-Test. Das Ergebnis nicht mehr vor Spielbeginn ein. VfR-Cheftrainer Uwe Wolf musste ohne die beiden planen. Im Tor stand Matthias Layer. Für Stanese, der in der Innenverteidigung den noch gesperrten Ali Odabas ersetzen sollte, spielte Tim Schmidt an der Seite von Gino Windmüller, der nach seiner Gelbsperre wieder zurück war.

Stanese und Paterok waren nicht die Einzigen, auf die Wolf an diesem Dienstagabend verzichten musste. Wieder einmal musste Steffen Kienle gegen seinen Ex-Club nur zuschauen (5. gelbe Karte). Außerdem sind Sascha Korb und Jonas Arcelean weiterhin verletzt.

Obwohl die Ulmer von Beginn an versuchten, Aalen mit gezieltem und powervollem Aufbauspiel unter Druck zu setzen, hielten Abruscia und Co. sofort dagegen und entfachten selbst Gegenangriffe. Sie alle blieben in der gut postierten Ulmer Defensive stecken.

Dann die zehnte Minute. Aalen bekommt das Leder nicht wirklich aus der Gefahrenzone. Im Kampf um den Ball zwischen Eduard Heckmann und dem offensiven Lennart Stoll kommt der Ulmer zu Fall. Schiedsrichter Jan Dennemärker zeigt auf den Punkt. Ein wirklich zweifelhafter Elfmeter. Doch Spatzen-Kapitän Johannes Reichert lässt sich die Chance nicht nehmen und bringt die Gäste in Führung.

Dass der Aalener Fanblock dies mit hell strahlendem Pyrofeuer quittierte, brachte den Schiri auf den Plan. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. Eine Viertelstunde später drohte bereits der Spielabbruch. VfR-Kapitän Alessandro Abruscia hatte gerade die erste Aalener Ecke hereingegeben, die der aufgerückte Gino Windmüller zum 1:1-Ausgleich über die Linie drückte, da brannte es schon wieder lichterloh auf der Aalener Fantribüne. Die Gestik des Schiris war klar. Er holte VfR-Geschäftsführer Giuseppe Lepore zu sich. Erst als Abruscia und Windmüller zu den Fans liefen, um sie zur Vernunft zu rufen und das Feuer postwendend erlosch, ging die Partie weiter. Der VfR Aalen war nur knapp an einem Spielabbruch vorbeigeschrammt.

„Bleibt laut, aber bitte ohne Feuer“, forderte Stadionsprecher Flex Flechsler die Fans auf, ihre Mannschaft vernünftig, aber weiterhin lautstark zu unterstützen. Und die taten dies auch. Was die Stimmgewalt betraf, war der Ulmer Fanblock dem Aalener klar unterlegen. Auf dem Spielfeld gab’s derweil ein Match auf Augenhöhe, in dem beide Teams versuchten, mit schnellen Tempogegenstößen zum Erfolg zu kommen. Die Ulmer wirkten zwar In der Spielanlage reifer. Doch die Favoritenrolle hatten sie zu diesem Zeitpunkt nur noch auf dem Papier inne.

In der 45. Minute stand Lennart Stoll plötzlich frei vor Matthias Layer. Doch der VfR-Schlussmann rettete seinem Team das Remis in die Halbzeitpause.

Sofort mit Wiederbeginn waren es die Ulmer, die das Spiel in die Hand nahmen und abgeklärt einen Angriff nach dem anderen starteten. In der 54. Minute bekam SSV-Mittelfeldspieler Adrian Beck unbedrängt fast an der 16-Meterlinie den Ball, legte ihn sich zurecht. Gegen seinen Gewaltschuss direkt ins rechte untere Eck war Matthias Layer machtlos. 1:2.

Volz trifft den Pfosten

Obwohl die Donaustädter fortan die Partie bestimmten, war Aalen nicht chancenlos. So traf Leon Volz nach einer Ecke nur den Pfosten (62.). Auch der Freistoß von Abruscia knapp neben das Gehäuse hätte den neuerlichen Ausgleich bedeuten können (73.). Dann rettete nach einem Patzer Layers Leon Volz auf der Linie.

Unter dem Strich hat der SSV Ulm dieses Spiel verdient gewonnen. Sicher in der Tasche hatte er diesen Dreier aber erst mit dem Abpfiff. Noch in der Nachspielzeit brannte es zweimal im Ulmer Strafraum. Einmal wurde Tim Schmidt geblockt, dann Manuel Botic.

VfR Aalen: Layer - Volz, T. Schmidt, Windmüller, Heckmann (90. Arh Cesen) - Elfadli - M. Müller, Abruscia, Bux, Kindsvater - Seitz (78. Botic)

SSV Ulm: Heimann - Heilig, Reichert, Geyer - Kiefer (86. Kehl) - Stoll, Beck, Heußer, Rochelt (46. Benko; 90.+2 Allgeier), Harres (46. Jann) - Rühle (76. Wähling)

Tore: 0:1 Reichert (10., FE), 1:1 Windmüller (23.), 1:2 Beck (54.)

Schiedsrichter: Jan Dennemärker (Schwarzenholz)

Gelbe Karten: - / Jann, Geyer, Rühle

Zuschauer: 1901

Bes. Vorkommnisse : Gelbe Karte für VfR-Trainer Wolf. Schiri droht mit Spielabbruch wegen Pyrofeuer der Aalener Fans.

Die Fans des VfR Aalen zuenden vor dem Spiel Bengalo, VfR Aalen vs. SSV Ulm 1846, Regionalliga Suedwest, Fussball, Herren, 26.10.2021
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